Lisa Batiashvili & Yannick Nézet-Séguin

Brahms-Zyklus VI

Brahms´ populäres Violinkonzert mit der Geigerin Lisa Batiashvili trifft auf eine lang verschollene Neuentdeckung. Die erste Sinfonie der französischen Romantikerin Louise Farrenc steht auf dem Programm. Bereits im letzten Jahr hat Yannick Nézet-Séguin Werke der lang vergessenen Komponistin aufs Programm gesetzt – und Applausstürme entfacht. Allen Zuhörern war bewusst: Hier wird gerade ein vergessenes Genie wiederentdeckt. De Entdeckungsreise geht weiter – diesmal mit der ersten Sinfonie der Komponistin.

Programm

Johannes Brahms
Akademische Festouvertüre c-Moll op. 80
Violinkonzert D-Dur op. 77

Louise Farrenc
Sinfonie Nr. 1 c-Moll op. 32

Veranstaltungsende: 18:50 Uhr

Kooperation und Partnerschaft

Förderpate: Hannelore Pütz-Sparberg

Für Ihren Pausentalk

Spannende Fakten, mit denen Sie nicht gerechnet haben

Rutschpartie am Wörthersee

Die Sologeige muss lange warten, bevor sie ihren ersten Einsatz bekommt. Der aber hat es dann in sich. Eine virtuose Höllenpartie, die so manchem Solisten schier die Beine wegbrechen lässt, hat sich Brahms für sein einziges Violinkonzert ausgedacht. Eine höllisch schwere Musik ist das – aber eben Musik, nicht bloß Virtuosenfutter: Brahms’ Violinkonzert gilt als „sinfonisches Konzert“, das verbindet ihn mit Beethovens Vorbild. Inspiration ganz anderer Art war die Natur rund um den Kärtner Wörthersee. Hier fand Brahms Ideen für seine lyrischen Melodien, die dem Werk für immer seinen Platz in den Herzen der Hörer sichern.

Staunen im Publikum

Eine Fuge, die er gerade noch überschwänglich lobte, legte Brahms sofort beiseite, als er erfuhr, wer diese Fuge verfasst hatte: eine Frau. Die Geschichte verdeutlicht, wie schwer es eine Louise Farrenc im 19. Jahrhundert gehabt haben musste. Nachdem ihr Werk nach ihrem Tod schnell vergessen wurde, wird es nun wiederentdeckt. Unvergesslich die konzentrierte Stille und der anschließende Jubel, als Yannick Nézet-Séguin und das Chamber Orchestra of Europe zwei Sinfonien Farrencs bei den letzten Sommerfestspielen vorstellten. Diese Musik ist wahrlich eine Entdeckung. Sie wird ihren Platz im Stammrepertoire der großen Orchester einnehmen.

Auf der Suche nach dem richtigen Klang

Wie findet man zu einer eigenen Interpretation? Manchmal ganz praktisch über ein Instrument. Die georgische Geigerin Lisa Batiashvili spielt auf einer berühmten Geige, einer Giuseppe Guarneri „del Gesù“ aus dem Jahre 1739. Das Violinkonzert von Brahms erarbeitete sie sich jedoch auf dem Instrument des Uraufführungsgeigers Joseph Joachim: Die speziellen Klangfarben seiner Violine dienen ihr als Ausgangspunkt ihrer Interpretation.

Zugabe!

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