Yannick Nézet-Séguin & Philadelphia Orchestra

Das Konzert stellt die letzten großen rein sinfonischen Werke von Rachmaninow vor. Da gilt es einiges zu entdecken. Zwar sind die Sinfonischen Tänze ein oft gespielter Rachmaninow-Hit, doch die dritte Sinfonie begegnet man eher selten. Das ist schon deshalb schade, weil der Komponist hier auf sehr gut hörbare Weise russischen Melos und amerikanischen Jazz kombiniert – was, nach erster Verblüffung, sich als ein Riesenspaß für den Zuhörer entpuppt.

Programm

Sergej Rachmaninow
Sinfonische Tänze op. 45
Sinfonie Nr. 3 a-Moll op. 44

Veranstaltungsende: 6:45 PM Uhr

Künstler

Philadelphia Orchestra

Kooperation und Partnerschaft

Förderpate: Lothar und Elisabeth Melchert

Für Ihren Pausentalk

Spannende Fakten, mit denen Sie nicht gerechnet haben

Jazz und Totenmessen

Die meisten Werke dieser Rachmaninow-Tage sind miteinander durch eine kleine Melodie verbunden: das „Dies irae“ der gregorianischen Totenmesse, das Rachmaninow immer wieder in seiner Musik einstreute. In den beiden an diesem Tag aufgeführten Werken prägt das „Dies irae“ den jeweils letzten Satz. Die Faszination des orthodoxen Russen für die urkatholische Weise sagt generell etwas über Rachmaninow aus, der sich nie scheute, scheinbar Unvereinbares miteinander zu verbinden. In den Sinfonischen Tänzen etwa wird eine Melodie, wie sie russischer gar nicht sein könnte, einem Instrument aus Frankreich anvertraut, das der amerikanische Jazz sofort für sich vereinnahmte: dem Saxophon.

Perfekter Abschluss eines jeden Orchesterkonzerts? Der Bolero!

Russisches Melos, amerikanische Blechbläser, gregorianisches „Dies irae“-Motiv: All das findet sich auch in Rachmaninows dritter, seiner amerikanischsten Sinfonie, wieder. Dazu als große Überraschung ein lateinamerikanischer Bolero, der völlig unvorbereitet ins Finale hineinplatzt – wie eine laszive Diva, die es sich nicht nehmen lässt, ihre Tänze vorzuführen.

Zugabe!

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