Vivaldi: Die Vier Jahreszeiten
Venice Baroque Orchestra
28.2.26
Musiklupe
In vierzig Minuten durch das Jahr
Vivaldis fantastische ZeitreiseWahrscheinlich sind die zwölf genialen Sätze aus Vivaldis venezianischer Concerto-Sammlung „Vier Jahreszeiten“ die bekanntesten Kompositionen der Musikgeschichte. Und es stimmt ja: Man kann sich kaum satthören an dem Raffinement, mit dem Vivaldi die Balance findet im Wettstreitprozess („cimento“) zwischen einer perfekt verschnörkelten barocken Harmonie („armonia“) und seiner unbändigen Lust an der Erfindung („inventione“) erstaunlich plastischer Klangmalereien: „Il cimento dell’ armonia e dell’ inventione“ – so nannte Vivaldi die Sammlung an Violinkonzerten, in der seine „Vier Jahreszeiten“ 1725 im Druck veröffentlichte.

Der Sommer, Zeichnung des venezianischen Künstlers Francesco Fontebasso (1707-1769)

Antonio Vivaldi, historischer Stich
Zitate
Zweene berühmte lombardische Violinisten [Vivaldi und Tartini], welche ohngefähr vor etlichen und dreyßig Jahren, nicht gar lange nach einander, angefangen haben bekannt zu werden, haben hierzu [zur Entwicklung des Concerto] insonderheit viel beygetragen. Der erste [Vivaldi] war lebhaft, reich an Erfindung, und erfüllete fast die halbe Welt mit seinen Concerten.
Johann Joachim Quantz in seinem 1752 erschienenen „Versuch einer Anweisung die Flöte traversiere zu spielen“
Gegen das ende spielte der Vivaldi ein accompagnement solo, admirabel, woran er zu letzt eine phantasie anhing, die mich recht erschrecket, denn dergleichen ohnmöglich so jemahls ist gespielt worden noch kann gespiehlet werden, denn er kahm mit den Fingern nur einen strohhalm breit an den steg, daß der bogen keinen platz hatte, und das auf allen 4 saiten […] und einer geschwindigkeit die unglaublich ist
Johann Friedrich Armand von Uffenbach über Vivaldis Vortrag eines Violinkonzert, 1715



