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Die Musik ist stärker

Solisten retten das Silvesterkonzert im Festspielhaus Baden-Baden

„Wir wollen spielen!“ Mit diesen Worten überbrachte Festspielhaus-Intendant Benedikt Stampa vor dem Silvesterkonzert die Nachricht des Tages: Aufgrund von Corona-Fällen im Orchester konnte die Deutsche Radiophilharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern nicht anreisen. Die Retterinnen und Retter des Abends: Annette Dasch (Sopran), Klaus Florian Vogt (Tenor) und Daniel Schmutzhard (Bariton), die begleitet von Olga Wien am Klavier kurzerhand und äußerst erfolgreich zu einem eigenen Silvester-Spaziergang zwischen Oper und Operette aufbrachen.

Es gelang das Besondere

Kaum geprobt gelang das Besondere: Mit den ersten Tönen des Duetts „Tanzen möcht‘ ich“ aus der Operette „Die Csardaszfürstin“ zog stimmlicher Glanz ins Festspielhaus ein, der die aufgrund der aktuellen Landesverordnung 500 Besucher, oder, wie Benedikt Stampa das Publikum nannte, die "Happy Few" sogleich in Silvesterstimmung versetzte.

Die Bayreuth-Stars grüßten mit Wagner "ihre" Halle wie den Abendstern, erzählten von Gral und Winterstürmen, die dem Wonnemond wichen.

Exquisites Silvester-Bouquet

Frei nach dem vom Intendanten ausgegebenen Tages-Motto „Weniger Musiker - mehr Programm“ - geriet auch der zweite Programmteil um einige Nummern erweitert zum großen Silvester-Boquet: Evergreens aus der „Lustigen Witwe“, aus „Das Land des Lächelns“ und „Gräfin Mariza“ begeisterten das Publikum, so dass gleich mehrere Zugaben der „Silvester-Retter“ an diesem denkwürdigen Abend fällig wurden.

Optimistisch ins Neue Jahr

Das Festspielhaus-Team hatte trotz der morgendlichen Schock-Botschaft schnell reagiert, organisiert und die Bühne von einem Orchester-Aufbau in einen rot schimmernden intimen Ballsaal verwandelt.

So viel Optimismus und der Durchhalte-Wille in der Musik beschenkte das Publikum im Saal mit reichlich positiver Vorfreude auf das Jahr 2022 und der Gewissheit: Die Musik kann stärker sein als ein Virus.

Silvester-Souveniers