02.01.23

Nach Mozarts Art

Die Schwestern Katia und Marielle Labèque sind sich einig: Mozarts Klavierkonzert Nr. 10 ist eines seiner schönsten Konzerte. Dabei habe sich ihre Interpretation in Lauf der Jahre entscheidend verändert.

Dieses Konzert für zwei Klaviere und Orchester ist wie eine Oper: Innerhalb einer Phrase bringt die Musik einen zum Weinen und im nächsten Moment schon wieder zum Lachen. Noch vor 30 Jahren haben die beiden Schwestern das Werk nach eigenen Worten viel zu langsam gespielt. Dann jedoch habe man sich mit der Historischer Aufführungspraxis auseinandergesetzt. Auf einem Walter- oder einem Silbermann-Fortepiano mussten beide die Fingersätze, die Artikulation, das Pedalspiel und alles andere anpassen. Auf dieser Art von Tasteninstrumenten kann man nicht so spielen wie auf einem Steinway. Die volle Wucht eines Steinways wirke bei einem Fortepiano einfach lächerlich. Die Künstlerinnen sind sich sicher: Wenn Mozart einen Steinway zur Verfügung gehabt hätte, hätte er anders komponiert. Wie gut, dass man das Werk heute so durchsichtig präsentieren kann – wie es der Komponist wohl selbst gewollt hatte.