15.03.21

"Manon Lescaut" im Stream

Die Oper der Osterfestspiele 2014 im takt1-Stream

Endlich Puccini! Das war das Gefühl, als sich bei den Osterfestspielen 2014 der Vorhang über „Manon Lescaut“ hob. Seit den 1980ern hatten die Berliner Philharmoniker keine Puccini-Oper mehr gespielt. Wie sehr sie den Italiener vermisst hatten, konnte man schon den ersten Takten aus dem Orchestergraben anhören. Und nun?

Endlich ein Wiederhören! Denn nach Boitos „Faust“ geht das „Hausfestspiel“ weiter mit dieser Osterfestspiel-Aufführung um die verführerische Manon - einer Femme fatale, die zu Anfang noch die Unschuld vom Lande spielt und dem Studenten Des Grieux den Kopf verdreht. Von dessen Liebe kann sie genauso wenig lassen wie von den Juwelen des alten Geronte. Wo das hinführt? Klar doch: In die Wüste von Louisiana, eine phantastische Hölle auf Erden, in der Manon ihr verruchtes Leben in den Armen ihres treuen, aber völlig verkrachten Liebhabers Des Grieux aushaucht. Kein gutes Ende? Doch, denn dem jungen Puccini, der mit „Manon Lescaut“ 1893 seinen Durchbruch erlebte, gelang im Schlussakt ein wahres Meisterstück: Er versöhnte den „Tristan“ mit der „Traviata“ und führte die italienische, ganz der Gesangslinie verpflichtete Operntradition mit den Neuerungen Richard Wagners zusammen.

In der Festspielhaus-Inszenierung, dirigiert von Sir Simon Rattle, singt Eva-Maria Westbroek die mörderische Manon-Partie. Als ihr Liebhaber Des Grieux gibt Massimo Giordano sein Festspielhaus-Debüt. Regie führt der Brite Sir Richard Eyre, den Puccinis Gemisch aus Sex, Gier, Leidenschaft, Eifersucht und Rache zu einer Inszenierung im „Film Noir“-Stil inspirierte. Oper als großes Kino: Hier passt es! „,Manon Lescaut‘ blüht von Beginn an“, schrieb „Die Welt“ nach der Premiere: „Rattle zoomt mit seinen grandios aufspielenden Berliner Philharmonikern Details heran, ohne dabei den Blick fürs große Ganze zu verlieren. Die Inszenierung hilft der Musik, sich zu entfalten.“ Dass Sir Simon mit „Manon Lescaut“ zum ersten Mal überhaupt eine Puccini-Oper dirigierte, gibt der Festspielhaus-Aufführung eine weitere historische Dimension: „Dort, wo Puccinis Partitur am schwersten ist, sind Rattle und seine Truppe am besten“, lobte der Berliner „Tagesspiegel“. Die Osterfestspiel-„Manon“ wurde später auch an der New Yorker Met gezeigt, als Koproduktion des Festspielhauses Baden-Baden mit dem bedeutendsten Opernhaus in den USA.

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