Mann für Millionen

Radu Poklitarus „Nine Dates“ bei „Where Have All the Flowers Gone“

Seine Choreographien flimmerten 2014 über Millionen von Bildschirmen: Radu Poklitaru war für die Tanzszenen zur Öffnung und zur Abschlussfeier der Olympischen Winterspiele in Sotschi zuständig. Später war er Juror in der ukrainischen Fernseh-Tanzshow „Let‘s Dance“, die auch schon mal – wenn auch vor Poklitarus Mitwirkung – der jetzige ukrainische Staatspräsident Wolodymyr Selenskyj gewonnen hat.

Der in der Republik Moldau geborene Tänzer und Choreograph zeigt im Ballettabend „Where Have All the Flowers Gone“ am 8. und 9. Oktober im Theater Baden-Baden seine Choreographie „Nine Dates“. Danach steht Edvin Revazovs „Requiem“ auf dem Programm. Poklitaru verkörpert in seiner Biographie, wie eng die Tanzszene in Russland, der Ukraine und weiteren Nachbarstatten verknüpft war. Damit steht er auch für den tiefen Einschnitt, den der russische Angriffskrieg geschlagen hat: Nicht nur das künstlerische Netzwerk, auch die Künstlerbiographien sind zerrissen.

Radu Poklitaru stammt aus Chișinău. Nach Studien in Perm und in Belarus tanzte er am Staatlichen Akademischen Bolschoi-Theater in Minsk und am Michailowsky-Theater in St. Petersburg. 2001 und 2002 war er Chefchoreograph an der Staatsoper der Republik Moldau. 2006 gründete er das Kyiv Modern Ballet. Er selbst bezeichnet dieses Ballett-Theater, die sich als erstes in der Ukraine ganz dem modernen Tanz verschrieben hat, als seine Familie. Das Kyiv Modern Ballet spielt nach wie vor, am 20. Oktober steht die nächste Vorstellung in Kiew an, mit zwei Balletten von Radu Poklitaru. Für die Aufführungen von „Nine Dates“ am Samstag und am Sonntag hat der mit höchsten Ehrungen der Ukraine ausgezeichnete Choreograph seinen Besuch im Theater Baden-Baden angekündigt.