15.03.21

Man spürt, was gefehlt hat

Pressestimmen zum Konzert der Bamberger Symphoniker mit Sol Gabetta

In Konzertrezensionen wird eher seltener auf die Umstände eines Konzertes eingegangen. Das war diesmal anders. So lesen wir im Badischen Tagblatt: „Als der erste Einsatz der Bamberger Symphoniker die corona-bedingt nur mit maximal 500 Besuchern besetzten Weiten des Festspielhauses mit mächtigen Klängen füllt, spürt man, was lange gefehlt hat: Für Kompositionen der Spätromantik wie denen von Bruckner und Elgar ist das Baden-Badener Opern- und Konzerthaus prädestiniert.“

Und die Badischen Neuesten Nachrichten konstatierten: „Die derzeit geltende, verschärfte Corona-Verordnung im Land schreibt bei organisierten Kulturveranstaltungen nunmehr auch am Sitzplatz das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung vor. Wer jedoch denkt, dass dies den Großteil der Musikfreunde und Klassikbegeisterten fortan vom Konzertbesuch fernhält, irrt sich: das jüngste Orchesterkonzert im Festspielhaus Baden-Baden erwies sich im Rahmen des Möglichen als relativ gut besucht. Vielleicht ist dies ein optimistisch stimmendes Zeichen dahingehend, dass die Menschen sich mit der Situation allmählich arrangieren und überdies Kulturveranstaltungen alles andere als Infektionsherde sind. Es wäre wünschenswert, dieser Umstand würde von den politischen Entscheidungsträgern erkannt, wenn es um weitere Beschränkungen öffentlichen Lebens gehen sollte.“

"Enthusiasmierendes Moment"

Aber auch die Musik kommt in den Kritiken nicht zu kurz. So schreibt Thomas Weiss im Badischen Tagblatt: „Dass es eine Solistin und Kammermusikerin wie die Cellistin Sol Gabetta ist, die seit ihrem Debüt 2014 mit den Berliner Philharmonikern unter Sir Simon Rattle in Baden-Baden zu den Stammgästen zählt, die die Rückkehr des symphonischen Repertoires mit einläutet, ist zudem ein das Publikum hörbar enthusiasmierendes Moment.“

Und der Kritiker der BNN attestiert: „Ebenfalls große Gesten bot Anton Bruckners „romantische“ Sinfonie Es-Dur (Nr. 4). Zwar einige wahrlich himmlische Längen aufweisend, gelang es Dirigent und Musikern hier, die Zuhörer in die Bruckner-typischen, großen Entwicklungen hineinzuziehen (und vielleicht auch ein wenig von den derzeitigen Sorgen abzulenken).“

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