29.04.26

Heldenklang pur

Yannick Nézet-Séguin, Rotterdam Philharmonic Orchestra & großartige Solisten in „Siegfried“

Das Rotterdam Philharmonic Orchestra und Dirigent Yannick Nézet-Séguin führten mit „Siegfried" ihren konzertanten „Ring“ in Baden-Baden fort. Clay Hilley glänzt in der Titelrolle und die Kraft von Wagners Musik war eindrucksvoll spürbar. Werfen Sie einen Blick auf die Highlights des Opernabends!

Das sagt die Presse

Publikum im Wagner-Rausch

Die Sänger sangen frei, Alberich und vor allem Mime agierten witzig. 

Musikalisch glänzten Mime (Ya- Chung Huang) und Alberich (Samuel Youn); Erda (Wiebke Lehmkuhl) und Waldvogel (Julie Roset) sind Weltklasse, Julie Roset ganz besonders. Sie sang diese delikate, schwierige Partie glockenrein. Selten so schön gehört. Und das hohe Paar! Siegfried (Clay Hilley) ist eine mörderische Partie, von Anfang an dabei, extrem gefordert bis zum C-Dur Gipfel.  

Dann im dritten Aufzug: „Leuchtende Liebe, lachender Tod“ – alle rasen im Jubel, das riesige, großartige Orchester, der zupackende Dirigent, und wir mit ihnen.

Offenburger Tageblatt

Große Gefühle

Trotz der konzertanten Aufführungsart entfaltet dieser Siegfried eine eigentümliche, ja zwingende Lebendigkeit, gewinnt an Leichtigkeit und Ironie und Wagners Humor wirkt noch intensiver.

Nézet-Séguin hält die musikalischen Fäden straff in der Hand, modelliert die großen Bögen und trifft in den entscheidenden Momenten eine kluge Balance zwischen dramatischem Impuls und struktureller Durchhörbarkeit.

Der Heldentenor (Clay Hilley) erhebt sich darüber, ohne das klangliche Gefüge zu erdrücken. Jede Schicht bleibt transparent, jede Linie konturiert. Insgesamt ein exzellent disponiertes Solistenensemble: Soloman Howard singt mit dunkler, sonorer Wucht. Wiebke Lehmkuhl entfaltet einen warmen, samtigen Alt. Ya-Chung Huang und Samuel Youn wiederum werden mit scharf gezeichnetem vokalem Charakter versehen. Brian Mulligan schließt sich dieser Qualität an. Seine Stimme sonor und mit majestätischer Eleganz. Und Rebecca Nash: Ihr Auftritt im Finale wird zum vokalen Kraftakt, dessen Höhen nicht nur brillant, sondern auch von existenzieller Dringlichkeit sind. 

Für ihre Arbeit werden Yannick Nézet-Séguin, das Rotterdam Philharmonic Orchestra und die Solisten mit Standing Ovations geehrt.

Badische Neueste Nachrichten

Furioser Drachenkampf und Zwergengezänk

Die Verwandlungen Siegfrieds wurden bei dieser konzertanten Aufführung mehr als deutlich. Und auch die komödiantischen Szenen erfuhren deutliche und erfrischende Akzente. Yannick Nezet-Seguin dirigierte das Rotterdam Philharmonic Orchestra wie aus einem Guss und trieb es immer wieder zu glutvollen Höchstleistungen. 
Siegfried bewies ungeheure dramatische Schlagkraft. Brian Mulligan verkörperte Wotan mit voluminösem Bass in jeder Hinsicht überzeugend. Ya-Chung Huang und Samuel Youn lieferten vor allem auch schauspielerisch eine packende Leistung. Als Erda fesselte Wiebke Lehmkuhl mit voluminöser Altstimme. Rebecca Nash als Brünnhilde und Clay Hilley als Siegfried boten eine leidenschaftliche Darstellung höchster Gefühle. 

Sehr packend wurde auch der Kampf Siegfrieds mit dem Drachen dargestellt. Wurm- und Fafner-Motiv grollten gewaltig in den Pauken, Hornruf und Schwert-Motiv verschmolzen zur Einheit. Das hervorragend gestaltete Zwergen-Gezänk nach dieser zweiten Szene bildete dazu einen passenden Kontrast. 
Intonationsrein und ungemein klangschön gestaltete das Orchester die Bläser-Partien. 

Entsprechend frenetisch wurde das Ensemble am Schluss mit „Bravo“-Orkanen gefeiert. 

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