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Die Gala-Werkstatt

John Neumeier, das Hamburg Ballett, der Nachwuchs und Stars, die zum Glück immer weiter tanzen

Tag 1 der herbstlichen Residenz des Hamburg Ballett John Neumeier in Baden-Baden. Mit einer seiner beliebten "Ballett-Werkstätten" begann, was sich am Vortag in der Pressekonferenz angekündigt hatte: eine Residenz, die mehr bietet, als ihre Vorgängerinnen seit 1998. Die 23. Ausgabe ist alles andere als Routine. John Neumeier betritt die Bühne und spricht von "Prelude" und von einer "Gala-Werkstatt". Prelude solle das 2021er-Gastspiel sein für das neue Tanzfestival, das 2022 aus der Taufe gehoben wird. Und wie es sich in Zukunft anfühlen könnte, zeigte der seit nun 49 Jahren dienstälteste Ballettdirektor aller Zeiten gleich einmal mit dem Schwung eines Mannes, der es kaum abwarten kann, das zu zeigen, was er selbst so liebt: den Tanz in vielen Facetten. Die "Gala-Werkstatt" begann mit einem Ausschnitt aus Maurice Béjarts Kammerballett "L'Heure exquise", getanzt von der ewig jungen Alessandra Ferri und einem lieben Bekannten in Baden-Baden: Carsten Jung.

Über die Nachwuchs-Talente der Ballettschule John Neumeier und des Bundesjugendballetts gelang die Brücke zu den Stars des Hamburg Ballett, die in den kommenden Tagen John Neumeiers "Tod in Venedig" und "Ein Sommernachtstraum" in Baden-Baden tanzen. "Tanz ist Kommunikation". Dieses John-Neumeier-Zitat stand sinnbildlich für den gesamten Abend, der nach über zwei Stunden mit frenetischem Applaus der Ballettfans endete.


Stand: 02.10.2021