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Das glorreiche Dutzend

​ Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker im Jubiläumskonzert bei den Osterfestspielen

1972 engagierte der ORF die Cellogruppe der Berliner Philharmoniker für eine Rundfunkaufnahme von Julius Klengels „Hymnus für 12 Celli“. Das war die Geburtsstunde eines Ensembles, das heute Kultstatus genießt. Mit ihrem facettenreichen Klang und einem Repertoire, das von der Klassik zur Avantgarde, vom Jazz bis zum Tango reicht, begeistern die 12 Cellisten ihr Publikum in aller Welt. Ihren 50. Geburtstag feiern sie mit einem Konzert bei den Baden-Badener Osterfestspielen und präsentieren im Festspielhaus ein Best of ihrer schönsten Werke und Arrangements.

Sie haben Musikgeschichte geschrieben – nicht allein als Instrumentengruppe eines der renommiertesten Orchester. Seit nunmehr fünf Jahrzehnten sind die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker auch als unabhängiges Ensemble erfolgreich – und einzigartig. Zwar hat jedes Sinfonieorchester eine Cellogruppe, aber dass sich die tiefen, großen Streicher als eigenständige Formation, als Orchester im Orchester zusammengetan haben, gibt es weltweit nur ein Mal.

Hymnen, Musicalmelodien, Filmhits und Tangorhythmen

Da es neben dem ‚Gründungsstück‘ „Hymne für 12 Celli“ – welches selbstverständlich auch auf dem Baden-Badener Konzertprogramm steht – für ihre Besetzung kaum spielbares Repertoire gab, vergaben die 12 Cellisten Kompositionsaufträge. Als erstes schrieb der Berliner Komponist Boris Blacher ein Stück für das Ensemble: „Blues, Espagnola und Rumba philharmonica für zwölf Violoncelli”. Seither haben die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker zahlreiche Komponisten zu neuen Werken angeregt. Im Osterfestspielkonzert gibt es „Twelve Angry Men“ von Brett Dean und Wilhelm Kaiser-Lindemanns „Die 12 in Bossa-nova. Variações brasileiras“ zu hören. Beide Werke wurden eigens für die 12 Cellisten komponiert.

Stilistische Vielseitigkeit ist ein Markenzeichen der Gruppe und zeigt sich im Konzert am 14. April in Cellobearbeitungen von Musicalmelodien wie George Gershwins “Clap Yoʼ Hands” aus dem Musical „Oh, Kay!“. Jazzevergreens wie “Caravan” von Duke Ellington oder “Lullaby of Birdland” von George Shearing stehen ebenfalls auf dem Programm.

Die Filmmusiken von „Catch Me If You Can”, La Strada und „Sous le ciel de Paris” verführen das Konzertpublikum zum Kopfkino. Tangorhythmen von Astor Piazolla und Horacio Salgán werden das Festspielhaus-Publikum mindestens zum Wippen bringen.

Die Konzerte der Zwölf sind generell nicht nur eine Freude für die Ohren, sondern auch Cinemascope fürs Auge. Wie basisdemokratisch die Nummern angelegt sind, wie gerecht die Soli durch die Stimmen wandern, das erschließt sich tatsächlich nur, wenn man die Zwölf nicht nur hört, sondern auch sieht. Oder, um es mit Sir Simon Rattle zu sagen: „Was die zwölf Cellisten machen, ist einfach wunderbar.“

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