02.01.23

Capuçons Schuht(r)ick

Dass er oft auf sein Aussehen reduziert wird, stört den französischen Meistercellisten nicht weiter. Er macht sich darüber lustig – und lüftete kürzlich ein Geheimnis.

Wie er denn die Herzen der Zuhörer(innen) so verlässlich gewinne, wird Gautier Capuçon regelmäßig gefragt. Er habe da diesen Trick, antwortete der Musiker einmal, nachdem ihm wieder einmal die Fähigkeit zugesprochen wurde, ein gutes Antonio-Banderas-Double abzugeben. In der Tat: Sein blendendes Aussehen, immer wieder thematisiert und noch öfter abgebildet, hat dem Star-Cellisten in Frankreich Fans hinzugewonnen, die der klassischen Musik sonst eher fernstehen. Dabei gilt in der Musikwelt Capuçon längst als einer der bedeutendsten Cellisten überhaupt, was sich unter anderem an der Prominenz seiner Kammermusikpartner abbildet: Martha Argerich, Daniel Barenboim fallen darunter – und natürlich der legendäre Beethovenspezialist Rudolf Buchbinder, mit dem Capuçon bald im Festspielhaus auftritt. Doch nun zu dem Trick, mit dem man laut Capuçon verlässlich sein Charisma steigern könnte. Er habe da so eine eigene Art mit dem Schuh auf dem Boden den Rhythmus mitzuklopfen – unhörbar zwar und doch: Da würde selbst Banderas nicht gegen ankommen.