IM.PULS - Projektblog 2025/2026
Jugendliche für klassische Musik begeistern
Das Projekt IM.PULS will Jugendliche für klassische Musik begeistern. Gemeinsam mit jungen, aufstrebenden Künstlern sollen sie dabei die Welt der Musik entdecken. Noch nie aber stand bei IM.PULS der Gesang im Mittelpunkt – nun ist es so weit. Im Projektjahr 2025/26 trifft der Philharmonische Chor des Helmholtz-Gymnasiums Karlsruhe auf das A-cappella-Ensemble Calmus aus Leipzig.
Die professionellen Sängerinnen und Sänger begleiten den Prozess als Coaches, teilen ihre Erfahrung und treten bewusst hinter die Ideen der Jugendlichen zurück. So entsteht ein gemeinsamer künstlerischer Raum, in dem junge Stimmen gehört werden, Verantwortung übernommen wird und eigenständige Positionen wachsen.
Das Ergebnis dieses intensiven Austauschs ist am 11. Juli 2026 auf der Bühne des Festspielhauses Baden-Baden zu erleben. Ermöglicht wird IM.PULS durch die T.VON ZASTROW FOUNDATION.
20. Januar 2026
Auftakt mit Resonanz: IM.PULS startet ins Schuljahr 2025/26
Mit einem intensiven ersten Workshoptag ist IM.PULS am 20. Januar offiziell in das neue Projektjahr gestartet. Einen ganzen Tag nahmen sich die insgesamt 32 Schülerinnen und Schüler des Philharmonischen Chors des Helmholtz-Gymnasiums Karlsruhe und das fünfköpfige Leipziger A-cappella-Ensemble Calmus Zeit für dieses erste Aufeinandertreffen Zeit.
Im Mittelpunkt des Auftakts stand das gegenseitige Kennenlernen: der Projektidee, der Rahmenbedingungen – und vor allem der Menschen. Nach einer Vorstellungsrunde folgte ein gemeinsames stimmliches Warm-up im Orchesterprobensaal, bevor Chor und Ensemble sich musikalisch gegenseitig Einblicke gaben und einander vorsangen. Ein erster, unmittelbarer Austausch auf Augenhöhe.
Der Nachmittag führte die Gruppe schließlich an einen ganz besonderen Ort: auf die große Bühne des Festspielhauses, den späteren Konzertort. In einer stillen Brainstorming-Phase, verteilt auf die Publikumsplätze, hielten die Jugendlichen fest, welche Themen sie bewegen und was sie ihrem zukünftigen Publikum mitgeben möchten. Calmus lieferte dazu spontan den passenden Denk-Soundtrack und verwandelte den Moment in ein kleines, inspirierendes Mini-Konzert.
Alle gesammelten Gedanken wurden anschließend gemeinsam gelesen, gehört und wertgeschätzt – kein Beitrag blieb unbeachtet. Nun beginnt der demokratische Prozess, aus der Vielfalt der Ideen einen gemeinsamen Weg zu entwickeln. Ziel bleibt ein selbst gestalteter Konzertabend am 11. Juli 2026, getragen von Eigeninitiative, Partizipation und künstlerischer Neugier.
IM.PULS ist damit spürbar in Bewegung geraten, Schülerinnen, Schüler, das künstlerische Team und das Festspielhaus Baden-Baden haben sich eingestimmt – und diese ersten Töne, diese ersten Impulse hallen noch nach.
Wir dürfen gespannt sein, was wir als nächstes von und über IM.PULS hören!
10. Juli 2026
Wenn Stimmen den Raum erobern
Sechs Monate nach dem Auftaktworkshop kehrten der Philharmonische Chor des Helmholtz-Gymnasium Karlsruhe und das Calmus Ensemble dorthin zurück, wo im Januar 2026 alles begonnen hatte: auf die große Bühne des Festspielhauses Baden-Baden.
Nach Monaten gemeinsamer Arbeit erprobten die Schüler*innen - dirigiert von ihrem Chorleiter Manuel Nonnenmann und angeleitet von den Profi-Künstler*innen des Calmus Ensembles - das selbst zusammengestellte A-cappella-Programm erstmals im noch leeren Saal von Deutschlands größten Opern- und Konzerthaus. Im Vordergrund standen dabei vor allem Fragen wie: Wie fühlt sich dieser Raum an? Wie tragen die Stimmen? Und die Antworten der Jugendlichen hierauf waren schnell in den strahlenden Gesichtern abzulesen: Beim gemeinsamen Warm-up, der Probe auf der Bühne und beim Hören der ersten Klänge im großen Saal wuchs die Vorfreude auf den Konzerttag stetig.
Außerdem wurde nicht nur musikalisch gefeilt: Gemeinsam mit dem Technikteam des Festspielhauses entscheiden die Schülerinnen und Schüler über das Licht für die einzelnen Werke. Auch hier brachten sie ihre eigenen Ideen ein, denn Kern von IM.PULS ist es, dass die Jugendlichen ihr Konzert nicht nur aufführen, sondern es von Anfang bis Ende federführend (mit)gestalten.
11. Juli 2026
Über den Horizont – und über sich selbst – hinaus
Konzerttag. An diesem, für das Projekt IM.PULS 2025/2026 sehr besonderen Tag betraten die Schüler*innen das Festspielhaus als Künstler*innen. Garderoben, Catering, Generalprobe – sie erlebten den Konzertbetrieb genauso wie ihn auch die Profis tagein, tagaus bei ihren Auftritten durchlaufen. Denn auch das ist ein zentraler Bestandteil des Musikvermittlungsprojekts IM.PULS: junge Menschen und ihre künstlerischen Ideen und Anliegen ernst nehmen.
Als es dann um 16 Uhr endlich so weit war, sich die Saaltüren geschlossen hatten und das Saallicht langsam gedimmt wurde, zogen die jungen Sänger*innen des Philharmonischen Chors des Helmholtz-Gymnasium Karlsruhe das Publikum mit einem Überraschungsmoment in ihren Bann: sie starteten ihr Abschlusskonzert mit einem „Flashmob“ im Konzertsaal, mitten in den Publikumsrängen.
Und auch sonst, hob sich die Abschlussperformance von IM.PULS 2025/2026 von einem „ganz normalen“ Konzertabend ab. Damit nicht nur das Endergebnis der gemeinsamen musikalischen Entdeckungsreise des Chors und des Calmus Ensembles für das Publikum wortwörtlich „hörbar“ wurde, hatten sich die Schüler*innen für ein moderiertes Konzertformat entschieden. Gemeinsam mit dem professionellen Moderator Nick-Martin Sternitzke führten Andromache und Aris Kammenos durch das Programm. Zwischen den musikalischen Beiträgen erzählten sie von der Zusammenarbeit mit dem Calmus Ensemble und gaben dem Publikum so Einblicke in den Entstehungsprozess ihres Konzertabends.
Diesem hatten die Jugendlichen übrigens den vielsagenden Titel „Über den Horizont hinaus“ gegeben. Ein Titel, der zum einen auf ihr eigens entwickeltes Programm verwies, das musikalisch durch verschiedene Länder führte. Zum anderen stand der Titel aber auch für den Mut, Neues zu wagen, den die Schüler*innen über den gesamten Projektzeitraum immer wieder aufs Neue bewiesen hatten.
Nach einer Stunde voller mutiger, junger Stimmen und mitreißender Momente, erklang dann der verdiente, lange Applaus. Und mit seinem Nachhall in den Ohren ließen die Jugendlichen anschließend den Nachmittag bei Brezeln und Gesprächen im Foyer ausklingen.
Was bleibt, ist mehr als ein gelungenes Konzert: die Erfahrung, dass die eigene Stimme gehört wird – und der Mut, sie auch künftig einzusetzen.