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Opernklasse und Orchesterklang
London Symphony Orchestra & Antonio Pappano spielen Werke von Beethoven und Wagner
Von Beethovens Violinkonzert bis hin zum Dritten Aufzug von Wagners „Tristan und Isolde”. Das London Symphony Orchestra und Antonio Pappano führen durch ein ungewöhnliches Programm mit Violinistin Vilde Frang im ersten Teil des Abends und Gesangssolist*innen wie Sarah Jakubiak und Clay Hilley nach der Pause. Blicken Sie auf diesen Abend zurück!
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Vilde Frang ist eine echte Ausnahmemusikerin. Ihre Interpretation des Beethoven-Violinkonzertes ist individuell und risikoreich. Frang betont die Extreme, ohne dabei in Effekthascherei zu verfallen. Zwischen Zupacken und Zerbrechen siedelt sie das Konzert an – in der Durchführung geht sie mit dem sensibel begleitenden Orchester bis ins zarteste Pianissimo zurück. Im ganz zurückgenommenen Larghetto bewegt sich die Norwegerin selbst in eisiger Höhe traumwandlerisch sicher.
Dann der dritte Akt "Tristan und Isolde" mit einer erstklassigen Sängerbesetzung. Clay Hilley singt mit unerschöpflichen Reserven und muss auch in den durchdringenden, metallisch gefärbten Spitzentönen nie forcieren. Sara Jakubiak ist eine über einen enormen Farbreichtum verfügende Isolde. Ihr "Mild und leise" am Ende hat Wärme und einen großen Atem. Gyula Orendt als klangschöner, gut artikulierender Kurwenal, Franz-Josef Selig als bassmächtiger König Marke und Marina Prudenskaya als Isoldes Vertraute Brangäne sind weitere Glanzpunkte im homogenen Solistenensemble.
Antonio Pappano lässt mit dem groß aufspielenden London Symphony Orchestra gewaltige Fieberwellen anrollen – nur in ganz wenigen Passagen gerät der Orchesterklang zu dominant. Die von der Empore gespielten Englischhornsoli berühren; der warme, dichte Streicherklang bettet die Stimmen weich.
Badische Zeitung