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Digitales Programmheft
Programm
- Der NussknackerBallett von John Neumeier Musik von Peter Tschaikowsky
Künstler*innen
- Choreografie und Inszenierung
- Jürgen RoseBühnenbild und Kostümbild
- Nathan BrockDirigent
Epochenspiegel
1830 - 1847
1830
Revolutionsjahr in Europa: Aufstände in Frankeich, Belgien, Polen.
Der zwölfjährige Petipa verlässt mit seiner Familie Brüssel, wo er seine Ballettausbildung begonnen hatte.
Delacroix malt das Gemälde „Die Freiheit führt das Volk“ („Marianne“).
1838
Maurice Petipa geht als Premier danseur nach Nantes und choreografiert dort seine ersten Ballette.
Krönung Victorias zur Königin von Großbritannien und Irland. Sie trägt die Krone bis zu ihrem Tod im Januar 1901
1847
Nach einer Amerikatournee und Engagements in Bordeaux und Madrid, wo er sich mit spanischem Volkstanz beschäftigte, kommt Petipa nach St. Petersburg.
Gründung des Bundes der Kommunisten in London unter Beteiligung von Marx und Engels.
1850 - 1869
1850
Lew Iwanow wird Ensemblemitglied am Marientheater (Mariinsky) in St. Petersburg.
Léon Foucaults Pendelversuch: Beweis für die Erdrotation.
1855
Petipas erste Choreografie in St. Petersburg: „Der Stern von Granada“.
Krimkrieg: Erster moderner Stellungskrieg.
1869
Petipa wird Erster Ballettmeister am Marientheater. Unter seiner Leitung entstehen Ballettklassiker wie „Dornröschen“, „La Bayadère“, „Don Quixote“.
Die Chemiker Mendeljew (Russland) und Julius Lothar Meyer (Deutschland) stellen unabhängig voneinander in kurzem Abstand das Periodensystem vor.
1885 - 1895
1885
Iwanow wird nach einer Karriere als Tänzer Zweiter Ballettmeister unter Petipa.
Louis Pasteur erprobt erfolgreich einen Impfstoff gegen Tollwut.
1892
Iwanow übernimmt die Choreografie des „Nussknackers“ von Petipa: Uraufführung am 6. Dezember.
Der Maler Edvard Munch sorgt mit einer Ausstellung in Berlin für einen Skandal.
1895
Iwanow choreografiert für eine Tschaikowsky-Gedächtnis-Matinee den zweiten Akt von „Schwanensee“ und bringt damit Petipa auf die Idee, das ganze Ballett in Petersburg zu inszenieren. Mit Iwanows „weißen“ und Petipas „schwarzen“ Akten wird der „Schwanensee“ zum Klassiker.
1901 - 1910
1901
Der 67-jährige Iwanow stirbt am 11. Dezember.
Leo Tolstois Ausschluss aus der russisch-orthodoxen Kirche führt zu Massenprotesten in Moskau und St. Petersburg.
1905
„Petersburger Blutsonntag“: Soldaten eröffnen das Feuer auf friedliche Demonstranten, etwa 1000 Menschen sterben.
Die Tänzer der Kaiserlichen Theater St. Petersburg fordern, den entmachteten Petipa wieder an die Spitze des Balletts zu holen.
1910
Petipa stirbt am 14. Juli in Gurzuf auf der Krim.
Uraufführung des Balletts „Scheherazade“ durch Diaghilews „Ballets Russes“ in Paris.
Italienische Künstler geben das „Futuristische Manifest“ heraus, das Geschwindigkeit und die Liebe zu Krieg und Gefahr verherrlicht.
Zitate
Neumeier ist historisch viel konkreter als irgendeiner seiner Vorgänger – er bezieht seinen „Nussknacker“ auf das St. Petersburg der Entstehungszeit des Balletts. Der „Nussknacker“ wird in seiner Version nicht zuletzt zu einer Huldigung an das Ballett auf dem Höhepunkt seines zaristischen Ruhms und an Petipa als seinem kreativen Genie. Von der leeren Bühne der Frankfurter Aufführung trennen die von Jürgen Rose ausgestattete Hamburger Einstudierung Welten. Sie ist das Ergebnis einer konsequenten Weiterarbeit […].
Der Ballett-Kritiker Horst Koegler, 1987
Ich habe eine Bitte an Sie. Ich habe in Paris ein neues Orchesterinstrument entdeckt, etwas zwischen einem kleinen Klavier und einem Glockenspiel mit göttlich wunderbarem Klang. Ich möchte, dass Sie dieses Instrument bestellen. […] In der Zwischenzeit würde ich es vorziehen, das Instrument niemandem zu zeigen, denn ich habe Angst, dass Rimsky-Korsakow und Glasunow Wind davon bekommen und die ungewöhnlichen Effekte früher als ich einsetzen könnten.Peter Tschaikowsky über seine Entdeckung der Celesta in einem Brief an seinen Musikverleger Peter Jurgenson vom 3. Juni 1891. Im „Nussknacker“ ist die Celesta solistisch im finalen Grand Pas de deux (Variation II) zu hören.