Untrennbare Liaison

Andrés Gabetta und die Cappella Gabetta am 04.03.2017

Das „Konzert des Jahres“ ist hier wörtlich zu nehmen: Andrés Gabetta und die Cappella Gabetta entführen die Hörer auf einen Gang durch die vier Jahreszeiten – die von Vivaldi natürlich, dazu ähnliche Stücke von Piazzolla. Venedig trifft auf Buenos Aires. Beides, Barock wie Tango, ist bei Andrés Gabetta stilistisch bestens aufgehoben: Der Geiger mit argentinischen Wurzeln leitet die von ihm und seiner Schwester Sol Gabetta gegründete Cappella Gabetta. Er hat einen Blick für die Klangexperimente Vivaldis, die das zwanzigste Jahrhundert vorauszudenken scheinen. Denn Vivaldis Musik ist eben viel mehr als Kuschelklassik – wenn Vivaldi die Eiseskälte darstellt oder die Sommerhitze, dann entwickelt er die kühnsten Dissonanzen. Gleiches gilt auch für die Tangos Piazzollas, eines Komponisten, der die Tricks der klassischen Moderne in Paris kennenlernte – und sie vor allem rhythmisch umsetzte.
Die Musik aller Sätze reflektiert Intensität, Lyrismus und rhythmischen Schwung von Piazzollas unverwechselbarem „Tango-Nuevo“-Stil, mit dem der Komponist weltweite Berühmtheit erlangte. Unterstützung erhält Andrés Gabetta im Festspielhaus von „Las Cuatro Estaciones Porteñas“ von dem Bandoneon-Star Mario Stefano Pietrodarchi, in dessen Spiel technische Brillanz, melancholische Leidenschaft, Trauer und südländisches Temperament eine untrennbare Liaison eingehen.

Foto: Holger Talinski

Andrés Gabetta Festspielhaus Baden-Baden Violine

Samstag 04 Mrz 2017 18:00 H

Jahreszeiten von Vivaldi und Piazzolla

Andrés Gabetta & Cappella Gabetta

Das Konzert des Jahres. Das „Konzert des Jahres“ ist hier wörtlich zu nehmen: Andrés Gabetta und die Cappella Gabetta entführen ...