Tschaikowskys Schwanengesang

Kyrill Petrenko & Berliner Philharmoniker / Osterfestspiele 2017

Tschaikowskys „Pathetique“ gilt als eine der tragischsten Sinfonien der Musikgeschichte, gleichzeitig auch eine der meistgespielten: Umso interessanter zu hören, wie Kyrill Petrenko, der künftige Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, seine Interpretation anlegen wird. Die Tragik des Werkes spiegelt wohl die Biographie des Komponisten wider, der betont hat, dass die Sinfonie ein Programm besitze – aber eben eines, das er nicht verraten wolle.

Dennoch lassen sich Indizien finden: Die Sinfonie ist das letzte vollendete Werk des Komponisten, Tschaikowsky sprach selbst vom „Requiem“ und hat im ersten Satz Melodiefragmente der orthodoxen Totenmesse versteckt. Auch der langsame Schlusssatz ist ein Todesgesang, die Instrumentation bedient sich der traditionellen Todesinstrumente wie Posaunen, Kontrabässe und Tamtam. Wie ein Fremdkörper wird da der dritte, populäre Satz, ein Marsch, dessen effektvolle Steigungen die Zuhörer zum vorschnellen Applaus animieren – hier hat Tschaikowsky wahrscheinlich seine Karriere dargestellt, deren stürmische Entwicklung die depressive Grundstimmung des Komponisten nur zeitweise aufhellen konnte. Der zweite Satz ist zweifelsfrei der originellste des Werks: Der Komponist, der oft in Italien weilte, stellt hier eine neapolitanische Caféhaus-Szene nach – das allerdings im russischen 5/4-Takt.

Foto: Wilfried Hösl

Peretyatko_H2_1177 © MONIKA HÖFLER

Freitag 24 Feb 2017 19:00 H

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