Tasten und Knöpfe

Michael Wollny & Vicent Peirani: Improvisations - Duo begeisterte das Festspielhaus-Publikum

An Turbinen erinnernde Scheinwerfer standen im Halbkreis um Michael Wollny und Vincent Peirani und tauchten beide in gemütlich warmes Licht. Das gab dem Spiel der beiden ECHO-Jazz Preisträger zunächst einen fast privaten Charakter. Von der gemütlichen Atmosphäre ließ man sich aber nicht lange trügen – hier ging die Musik ab in ungeahnte, ungehörte Sphären der Improvisationskunst.

Beide hörten in ihrem Spiel konzentriert einander zu, warfen sich musikalische Bälle entgegen und nahmen vom jeweils anderen Motive und Stimmungen auf um sie weiterzuspinnen und zurück zu spiegeln. Die ersten Nummern waren noch der gemeinsamen Aufnahme entlehnt, die weiteren Sätze immer freier improvisiert, wobei die Instrumente auch geschlagen, getrommelt und gezupft wurden. Den ganz großen Schatz packten Wollny & Peirani dann bei den drei Zugaben aus, wo die Improvisationskunst sich völlig frei und doch am musikalischen Gedanken entlang entfaltete. Und das nicht nur am Piano und am Akkordeon. Interessant war auch das ungewöhnliche Instrument Vincent Peiranis, Dudelsackklänge entlockte er dem kleinen Ding, das Accordina heißt und eine Verbindung von Mundharmonika und Akkordeon darstellt. Mit der Improvisation über „Dancers in Love“ von Duke Ellington verabschiedeten die beiden Musiker sich. Nach der Vorstellung gab es im Foyer noch gutgelaunt Signieren für die Fans. Und wer lange genug blieb, hörte Vincent Peirani noch beim Verlassen des Hauses seine Melodien scatten.

Fotos: Bode / manolopress