Von Angesicht zu Angesicht

Schüler begegnen Künstlern online im virtuellen Klassenzimmer

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© Andrea Kremper

Als Teil unseres HAUSFESTSPIELS bekamen Schülerinnen und Schüler aus Gaggenau, Sasbach, Freiburg, Trossingen und Biberach an der Riß ganz besondere Einblicke in die Welt der klassischen Musik. Im Rahmen unseres Schulprojekts „Kolumbus“, das von der GRENKE AG gefördert wird, haben Christian Tetzlaff, Julian Prégardien und die Musiker des Vision String Quartet ihr junges Publikum mit viel Engagement und Witz zu eigenen musikalischen Entdeckungen motiviert: Sie musizierten nur für die Jugendlichen, erzählten locker aus ihrem Künstlerleben, gaben Tipps zum Üben und hörten auch selbst mal gespannt zu, wenn Schülerinnen und Schüler etwas vorspielten. Für die Jugendlichen war es in Zeiten von geschlossenen Konzerthäusern und Fernunterricht ein eindrückliches Erlebnis, dass die Musiker ihnen live Rede und Antwort standen – fast so, als wären sie bei ihnen zuhause zu Besuch.

Christian Vierling, Referent Partizipation im Festspielhaus, der das Format „Virtuelles Klassenzimmer“ organisiert hat, ist über die positive Resonanz der Schüler erfreut: „Trotz Ferien haben 75 Schülerinnen und Schüler an drei Tagen mit Künstlern diskutiert, musiziert und voneinander gelernt. Wir deuten das als großen Erfolg und Ansporn, solche Formate auch in Zukunft anzubieten und unser Angebot auszubauen.“

Vom „virtuellen Klassenzimmer“ profitieren sowohl die Jugendlichen mit ihren Lehrerinnen und Lehrern als auch die Künstler selbst, die sich sehr über den Austausch mit dem interessierten jungen Publikum gefreut haben. An drei Tagen konnten wir die Künstler dafür gewinnen, sich mit Schulklassen in einer Videokonferenz zu treffen. Während ein Streaming-Konzert ein einseitiges Unterfangen für die Musiker sein kann – sie spielen für die Kameras, ohne ihr Publikum zu sehen – können sie dank der Videokonferenz in direkten Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern treten. So bezeichneten Christian Tetzlaff, Julian Prégardien und das Vision String Quartet die Gespräche als sehr wichtige und emotionale Momente, in denen sie ihr Publikum endlich wieder sehen konnten – wenn auch nur auf dem Bildschirm. Für den einen oder anderen war es der erste „wirkliche“ Publikumskontakt seit Beginn der Pandemie.

Nach einer musikalischen Darbietung hatten die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit ihre Fragen zu stellen. So erkundigten sich die Jugendlichen zum Beispiel nach Hobbys und dem privaten Musikgeschmack der Künstler. Spannend wurde es, als es um das das Verhältnis zum Üben und zur klassischen Musik während der Jugendjahre ging. Die Jugendlichen fanden heraus, dass sogar die Profi-Musiker Phasen hatten, in denen sie nicht gerne oder fast gar nicht übten und auch die „klassische“ Musik nicht mochten.

Auch die Pandemie war öfters Thema. Die Jugendlichen wollten wissen, wie die Musiker mit der aktuellen Krisensituation umgehen und ob sie ihr auch positive Seiten abgewinnen können. Dass fast ausschließlich Fragen über das persönliche Befinden gestellt wurden, zeigt, wie wichtig den Schülerinnen und Schülern die zwischenmenschlichen Beziehungen sind, die im digitalen Fernunterricht zwangsläufig zu kurz kommen. In dieser Hinsicht war das virtuelle Klassenzimmer für die Schülerinnen und Schüler eine willkommene Abwechslung.

Das musikalische Duo aus einer achten Klasse drehte dann den Spieß herum: Das Vision String Quartet wurde kurzerhand zum Publikum erklärt und gab den Nachwuchsmusikern Tipps zum Zusammenspiel und der Werkinterpretation. Hinweise, wie man mit Lampenfieber umgehen und sich auf Auftritte vorbereiten kann, wurden dankbar angenommen.

Als zum Schluss alle Teilnehmer ihre Mikrophone wieder anmachen durften und laut applaudierten, waren sich alle einig – Künstler, Jugendliche, Lehrer und wir im Festspielhaus: Das „Virtuelle Klassenzimmer“ wird auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.

Fotocredit: Andrea Kremper / Festspielhaus Baden-Baden

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Während Christian Tetzlaff für die Schüler ein exklusives Violin-Solo spielte hatte FSH-Referent Christian Vierling den Video-Chat im Blick
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Engagiert stellte sich Christian Tetzlaff den Schülerfragen
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Am zweiten Tag des HAUSFESTSPIELS stand Tenor Julien Prégardien 'Lied und Antwort' im virtuellen Klassenzimmer (links Moderator Christian Vierling)
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Julien Prégardien verriet seine Entspannungsübung gegen Lampenfieber und Pandemiefrust.
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Das vision string quartet nicht nur als Musiker, sondern auch als Kritiker: aufmerksam verfolgten sie das Vorspiel zweier Schüler per Video-Schalte.
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Jubelnder Schüler-Applaus per Videokonferenz - dafür bedankte sich das vision string quartet und war sich mit allen Beteiligten eingi: die virtuellen Klassenzimmer haben großen Spaß gemacht.
Stand: 15.03.2021