Mit der Geige sprechen

Mittwoch, 17.2.2021 - 20.15 Uhr - Christian Tetzlaff und Kiveli Dörken live beim HAUSFESTSPIEL

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Ermäßigungen
Bild, welches Christian Tetzlaff Dsc 8351 C Georgia Bertazzi zeigt.

Eigentlich reist er gern, gerade jetzt, wo seine Kinder älter werden. Für Christian Tetzlaff ist in dieser Hinsicht der Corona-Lockdown ein besonderes Bremsmanöver.

Um so schöner, dass er live beim ersten HAUSFESTSPIEL im Festspielhaus Baden-Baden dabei ist – wenigstens dann auf den Bildschirmen. Gemeinsam mit seiner Begleiterin Kiveli Dörken interpretiert Christian Tetzlaff am Mittwoch, 17. Februar 202, um 20.15 Uhr César Francks Sonate für Violine und Klavier A-Dur.

Christian Tetzlaff ist seit Jahren einer der gefragtesten Geiger der Klassikwelt. Im Mai 2015 schrieb The Guardian nach seinem Beethoven-Violinkonzert mit dem London Symphony Orchestra unter Daniel Harding: „The greatest performance of the work I’ve ever heard“.

Konzerte mit Christian Tetzlaff werden oft zu einer existenziellen Erfahrung für Interpret und Publikum gleichermaßen, altvertraute Stücke erscheinen plötzlich in völlig neuem Licht. Er pflegt ein ungewöhnlich breites Repertoire und gab vor der Pandemie-Pause rund 100 Konzerte pro Jahr.

Hamburger Jung'

Was den 1966 in Hamburg geborenen und inzwischen mit seiner Familie in Berlin lebenden Musiker so einzigartig macht, sind – neben seinem großen geigerischen Können – vor allem drei Dinge: Er nimmt den Notentext wörtlich, er versteht Musik als Sprache, und er liest die großen Werke als Erzählungen, die existenzielle Einsichten spiegeln. Was hier ganz selbstverständlich klingt, ist im Konzertalltag ein eher ungewöhnlicher Ansatz.

„Wenn Christian Tetzlaff den Notentext so tief wie möglich zu erfüllen versucht – ohne Rücksicht auf die „Aufführungstradition“ und ohne sich die oft üblichen geigentechnischen Erleichterungen zu gönnen –, dann zeigen sich die altbekannten großen Werke oft in neuer Klarheit und Schärfe. Als Geiger versucht Tetzlaff hinter dem Werk zu verschwinden – und das macht seine Interpretationen paradoxerweise sehr individuell“, heißt es in einem Text über ihn.

Im Festspielhaus Baden-Baden hätte Christian Tetzlaff zuletzt bei den Osterfestspielen 2020 mit den Berliner Philharmonikern spielen sollen. Kurz vor dem Festival begann der erste Lockdown in der Corona-Pandemie.

Marcel Proust war begeistert

César Franck hat in Paris eine ähnliche Karriere gemacht wie sein zwei Jahre jüngerer Zeitgenosse Bruckner in Wien. Bis zum Ende des zweiten Kaiserreichs 1871 war er nur als Organist und Kirchenmusiker bekannt. Seine Schüler nannten ihn ehrfürchtig „Père Franck“ und verehrten in ihm den Erneuerer der französischen Orgelschule.

In seiner A-Dur-Violinsonate knüpft er in allen Sätzen zarte Querverweise zu einem Motiv abfallender Terzen des ersten Satzes. Von diesem Kompositions-Gewebe zeigten sich viele Pariser Musikfreunde begeistert – nicht zuletzt der Schriftsteller Marcel Proust.

Vielleicht ist diese Sonate auch deshalb bei Christian Tetzlaff in „besten Händen“: Der Geiger spricht mit seinem Instrument und durch sein Instrument. Solch feine Gewebe, die den Musiker wie den Schriftsteller faszinieren, werden bei ihm zur besonderen „Lesung“.

Fragen können vorab oder live, per E-Mail unter hausfestspiel@festspielhaus.de, als Direktnachricht oder als Kommentar zum Live-Stream bei Facebook oder in den Kommentarfeldern bei Vimeo und Youtube gestellt werden.

Stand: 16.02.2021