Ausnahmekünstler geben erstmals gemeinsames Konzert

Valery Gergiev und Igor Levit im Rahmen der Brahms-Tage im Festspielhaus Baden-Baden

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Ermäßigungen
Bild, welches Igor Levit 3© Felix Broede Sony Classical zeigt. © Felix Broede Sony Classical
© Felix Broede Sony Classical

Sie sind auf allen großen Bühnen der Welt zuhause, aber gemeinsam standen sie noch nie auf einer Bühne: Igor Levit und Valery Gergiev. Am Samstag, dem 25. September 2021, 19 Uhr, sind sie im Festspielhaus Baden-Baden erstmals in einem gemeinsamen Konzert zu erleben. Im Rahmen der Brahms-Tage stellen die beiden Ausnahmepersönlichkeiten mit den Münchner Philharmonikern das erste Klavierkonzert von Johannes Brahms der sechsten Sinfonie von Anton Bruckner gegenüber.

„Zwei wehklagende und lautjubelnde Stimmen“

Was für ein Auftakt: donnernde Triller und herrisch-pathetische Geste. Die Wucht dieses Konzertanfangs ist beispiellos und besitzt eine Weite von sinfonischen Ausmaßen. Johannes Brahms‘ erstes Klavierkonzert ist das zentrale Werk seiner Sturm-und-Drang-Zeit. Robert Schumanns Selbstmord-versuch am 27. Februar 1854, die vergebliche, nie erwiderte Zuneigung Brahms‘ zu Clara Schumann und das aufwühlende Erlebnis von Beethovens neunter Sinfonie kommen darin zum Ausdruck.

Bei seinen Zeitgenossen war das Werk jedoch wenig beliebt: Als der 25-jährige Brahms bei der Uraufführung am Königlichen Hoftheater in Hannover als Solist am Flügel saß, wurde die Komposition in Gänze verrissen. Die Presse sprach von einer „totalen Componisten-Niederlage“ und davon, dass man wieder einmal „eine neue Composition zu Grabe getragen“ habe. Im historischen Rückblick muss man freilich zugutehalten: Brahms’ Klavierkonzert hielt tatsächlich neue Hörherausforderungen bereit. In den deutlichen Worten der Ablehnung ist nicht zuletzt auch das zu lesen, was die Besonderheiten des Klavierkonzerts ausmacht. Schon der erste, fast überdimensioniert wirkende, formal auswuchernde Satz enthält viele Klangfacetten. Der zweite Satz, das Adagio, zeichnet nach Brahms eigenen Worten ein „sanftes Portrait“ Clara Schumanns. Und während der zweite das Prinzip des Dialogischen zwischen Orchester und Klavier feiert, lässt das Rondo des dritten Satzes die Möglichkeiten der unterschiedlichen Klangwelten von Orchester und Klavier wie in einem beständigen Wirbel umeinander kreisen. Das Klavier wirkt hier als Orchester und mit dem Orchester – wie zwei „wehklagende und lautjubelnde Stimmen“.

Heute zählt Brahms‘ erstes Klavierkonzert zu einem beliebten Klassiker seiner Gattung. Gleichwohl ist es für das Orchester und den Pianisten, die hier „als gleichwertige Partner“ aufeinandertreffen, wie Igor Levit sagt, eine reizvolle Herausforderung.

Der andere Bruckner

Auch Anton Bruckner, der zweite Komponist des Konzertabends am 25. September im Festspielhaus, hat das erste Klavierkonzert seines Gegenspielers außerordentlich geschätzt. Die Orchesterstürme, die der junge Brahms gleich zu Beginn entfesselt, ähneln auch Bruckner’schen Vulkanausbrüchen. Gegenüber der langen Entstehungszeit von Brahms erstem Klavierkonzert mutet Bruckners sechste Sinfonie fast als Schnellschuss an; innerhalb eines Jahres entstand sie in ihrer finalen Fassung. Der Komponist selbst bezeichnete sie als seine "keckste" Sinfonie. Vielleicht ein Verweis auf den weltlichen Charakter, der die sonst in seiner Musik omnipräsente Religiosität vermissen lässt. Schon der Beginn ist untypisch. Die meisten Bruckner-Sinfonien beginnen mit einem musikalischen ‚Urnebel‘ aus dem die Motive des Stückes langsam aufsteigen. Die Sechste dagegen startet mit einem akzentuierten Rhythmus, der fast schon an Ravels 50 Jahre später entstandenen Boléro erinnert. Insgesamt ist der Charakter der Sechsten unbeschwerter und weltlicher, die Musik ist fließender.

Die Festspielhaus-Besucher dürfen sich am 25. September 2021 auf ein Konzertprogramm freuen, das emotional höchst aufgeladen ist – musikalisch dargeboten von zwei Ausnahmepersönlichkeiten, die zum ersten Mal gemeinsam auftreten werden.

Stand: 22.09.2021