Auftakt doppelt geglückt – Hygiene-Konzept geht auf

Festspielhaus-Intendant Benedikt Stampa hofft auf weiteren Spielbetrieb in der Saison 2020/2021

Bild, welches 2020 10 19 Festspielhaus Baden Baden Foyer 01 C Andrea Kremper zeigt. © Andrea Kremper
© Andrea Kremper

Mit dem Ballett „Ghost Light“ von John Neumeier hat die Festspiel-Saison in Baden-Baden erfolgreich begonnen. „Ich möchte von einem doppelt geglückten Auftakt sprechen“, sagt Intendant Benedikt Stampa. „Wir sind dem Hamburg Ballett, John Neumeier und Pianist David Fray sehr dankbar, dass sie das Bühnenlicht nach siebenmonatiger Pause wieder ‚angeknipst‘ haben. Außerdem verbeuge ich mich vor dem Publikum und unserem Team, denn das Hygiene-Konzept in Foyers und Saal ist voll aufgegangen“.

Das Publikum hat ebenso geduldig wie enthusiastisch auf die Wiedereröffnung des Festspielhauses reagiert. Fast zehn Minuten dauerte der Applaus nach den vier „Ghost Light“-Vorstellungen, was für die Begeisterung auf den Rängen spricht.

„Nach den Aufführungen haben mich viele E-Mails und Briefe erreicht, in denen sich Besucher dafür bedankt haben, dass wir wieder gespielt haben“, sagt Benedikt Stampa. Er empfand die Atmosphäre in den Foyers als „ungewohnt aber nicht minder herzlich“.

Hoffen auf Spielmöglichkeit

Für den weiteren Verlauf der Saison wünscht sich der Intendant des Festspielhauses und der Festspiele Baden-Baden vor allem eines: „Spielmöglichkeiten. Ich hoffe, dass wir wenigstens das veränderte Programm werden umsetzen können und vielleicht 2021 schon wieder neue Spielmöglichkeiten in Hinblick auf die Erweiterung des Saalplanes haben. Ich bin fest davon überzeugt, dass von der klassischen Musik und ihren Aufführungen weit weniger Gefahr ausgeht, als von anderen Freizeit-Angeboten.“

Das Programm des Festspielhauses Baden-Baden entsteht zurzeit in einem Sechs-Wochen-Rhythmus, und bei einzelnen Programmen machen nun die verschärften Reise-Beschränkungen einen Strich durch die Rechnung. Aktuell musste die lettische Mezzosopranistin Elīna Garanča ihren Auftritt im Festspielhaus Baden-Baden am 14. November absagen. Für die ursprünglich am 13. November geplante Pianistin Yuja Wang wird die Geigerin Julia Fischer im Konzert mit dem Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia aus Rom unter der Leitung von Antonio Pappano einspringen.

Weihnachtsprogramm noch ungewiss

Wie das Weihnachtsprogramm im Festspielhaus Baden-Baden aussehen wird, ist derzeit auch noch nicht klar. „Wir hoffen, bis Anfang November eine klare Aussage tätigen zu können“, so Benedikt Stampa.

In den kommenden Wochen stehen große Konzerte auf der ebenso großen Festspielhaus-Bühne an. Die Bamberger Symphoniker spielen mit einem geprüften Sicherheitskonzept am 23. Oktober 2020 Anton Bruckners mächtige vierte Sinfonie in voller Besetzung. Am 30. und 31. Oktober findet das erste große Chor- und Orchesterkonzert im Südwesten nach langer Zeit wieder im Festspielhaus Baden-Baden statt. Die Balthasar-Neumann-Ensembles interpretieren unter der Leitung von Thomas Hengelbrock Johannes Brahms‘ „Ein deutsches Requiem“. Festspielhaus-Intendant Benedikt Stampa hält gerade dieses Werk für wichtig in Zeiten der Pandemie: „Tod, wo ist Dein Stachel? Diese Zeilen und der tröstende Gestus des gesamten Werkes werden uns guttun“.

Stand: 06.11.2020