Geliebtes Miststück

Warum Evgeny Nikitin sich auf seinen Osterfestspiel-Scarpia freut

Er war königlich als Philipp II. in Verdis „Don Carlo“, tugendhaft als Jochanaan in Strauss´ „Salome“ und skrupellos als Mozarts „Don Giovanni“: Evgeny Nikitin hat schon viele Rollen im Festspielhaus gesungen. Oft waren es Wagnerpartien: Holländer, Fasolt, Gunther – aber auch ein Puccini war dabei, Onkel Bonze in „Madama Butterfly“. Als Scarpia in der Osterfestspiel-„Tosca“ kann er die Schwärze seines Bassbaritons in tiefste seelische Abgründe strömen lassen und alle Facetten seiner Darstellungskunst zeigen. Sogar die Tugendhaftigkeit darf er als finsterer Polizeichef im ersten Akt zumindest heucheln…

Die Osterfestspiel-„Tosca“ ist Nikitins Festspielhaus-Premiere mit Sir Simon Rattle. In seinen bisherigen Baden-Badener Gastspielen stand immer Valery Gergiev am Pult. Der russische Maestro hat den Sänger aus Murmansk „heimgeführt“ auf die Opernbühne. Denn der junge Evgeny hatte zwar eine klassische Musikerin zur Mutter und einen Vater, der als Dirigent von Petersburg nach Murmansk ging, um dort das Konservatorium zu gründen: perfekte Voraussetzungen also für eine klassische Musikerkarriere. Die nutzte er aber zunächst anders, als es sich die Eltern vorgestellt hatten. Er spielte Schlagzeug und E-Gitarre in einer Heavy Metal Band – „schlecht für meine Ohren“, wie er heute sagt. An der Akademie für Junge Sänger, der Talentschmiede des Mariinsky Theaters, zeigten ihm die auszeichneten Pädagogen dann aber doch noch, was in ihm steckt. Also ließ er das Schwermetall  in seinen Ohren fahren und setzte auf das Gold in seiner Kehle.

Schon 2002, kurze Zeit nach seinen ersten Gastspielen in Baden-Baden, gab er sein Debüt an der Met in New York. Dort ist er inzwischen Stammgast. Als Kurwenal eröffnete er die aktuelle Met-Saison in der „Tristan und Isolde“-Inszenierung von Mariusz Trenliński, die als Koproduktion mit dem Festspielhaus Baden-Baden entstanden war und bei den Osterfestspielen 2016 im Festspielhaus Premiere hatte.  In der Saison zuvor debütierte er an der Wiener Staatsoper als Pizarro in Beethovens „Fidelio“, dieselbe Rolle hatte er zuvor bei den Salzburger Festspielen gesungen.

„Tosca“-Schurke Scarpia ist dem russischen Sänger aber besonders lieb unter seinen vielen Rollen: Denn der Polizeichef sei für ihn „das größte Miststück überhaupt“, wie er der „Opernwelt“ im vergangenen Jahr verriet. Recht hat er – und deshalb freuen wir uns mit ihm auf den großartigen, abgründigen und durch und durch verdorbenen Opernschurken bei den Osterfestspielen 2017.

Foto: Bob Grün

Festspielhaus Baden-Baden Berliner Philharmoniker Osterfestspiele bpheaster Tosca fshbb c_Monika Rittershaus

Freitag 07 Apr 2017 18:00 H

Puccini: TOSCA

Premiere der Neuinszenierung / Restkarten erhältlich

Kunst und Krimi. Kein Wunder, dass Sir Simon Rattle und die Berliner Philharmoniker für „Tosca“ entflammten, entflammen mussten, ist doch ...

Festspielhaus Baden-Baden Berliner Philharmoniker Osterfestspiele bpheaster Tosca fshbb c_Monika Rittershaus

Montag 10 Apr 2017 18:00 H

Puccini: TOSCA

Neuinszenierung zu den Osterfestspielen 2017

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Festspielhaus Baden-Baden Berliner Philharmoniker Osterfestspiele bpheaster Tosca fshbb c_Monika Rittershaus

Montag 10 Apr 2017 18:00 H

Puccini: TOSCA

Neuinszenierung zu den Osterfestspielen 2017

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Festspielhaus Baden-Baden Berliner Philharmoniker Osterfestspiele bpheaster Tosca fshbb c_Monika Rittershaus

Montag 17 Apr 2017 18:00 H

Puccini: TOSCA

Neuinszenierung zu den Osterfestspielen 2017

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