Großes Finale

Dirigent Pablo González in Aktion leitet ein Orchester, im Hintergrund sind verschwommene Lichter eines Konzertsaals zu sehen.

Die Neunte setzt den Schlusspunkt der Herbstfestspiele und weist voraus auf das Beethovenjahr 2027

Dirigent Pablo González in Aktion leitet ein Orchester, im Hintergrund sind verschwommene Lichter eines Konzertsaals zu sehen.

Die Herbstfestspiele bringen Konzert-Meilensteine aus vier Epochen ins Festspielhaus: die barocken Brandenburgischen Konzerte von Bach, Faurés impressionistisches Requiem, Strawinskys modernistisches „Le Sacre du printemps“ und zum Abschluss Beethovens Neunte als Höhepunkt klassischer Sinfonik. Mit diesem Finale weisen die Herbstfestspiele voraus auf das Beethovenjahr 2027. Im Festspielhaus wird es bei den Osterfestspielen und in zahlreichen weiteren Aufführungen gefeiert. Wir haben zwei Solisten der Neunten gefragt, was ihnen das Werk knapp 200 Jahre nach Beethovens Tod bedeutet.

Frau in elegante, schwarze, durchsichtige Kleidung mit floralem Muster. Sie stützt den Kopf auf die Hand und blickt nachdenklich.
Ich erinnere mich an meine erste neunte Sinfonie. Natürlich kennt man das Werk, die „Götterfunken“- Melodie ist jedem Kind bekannt. Aber als ich das zum ersten Mal live gehört habe, ging es wie eine Tsunami-Welle durch mich durch. Quasi aus dem Nichts kommt der Chorgesang mit einem Druck, der einem alle Härchen aufstellt – ganze fünf Minuten lang. Dabei glaubt man wirklich – wenn auch nur für einen Moment – daran, dass wir Menschen alle Brüder und Schwestern sein und in Frieden miteinander leben können.
Regula Mühlemann

Regula Mühlemann war im Festspielhaus Baden-Baden Solistin in Opernvorstellungen und -einspielungen von Mozarts „Zauberflöte“, „Idomeneo“ und „La Clemenza di Tito“ unter der Leitung von Yannick Nézet-Séguin. Ihr Hausdebüt gab sie 2012 in Rolando Villazóns Inszenierung von Donizettis „L’Elisir d’Amore“. Beethovens neunte Sinfonie ist ein zentraler Bestandteil ihres Konzertrepertoires.

Ein Mann steht vor einem dunklen Hintergrund in einem schwarzen Anzug. Das Licht erzeugt scharfe Schatten.
„Alle Menschen werden Brüder“: Die Gleichheit aller Menschen war vor 200 Jahren eine Utopie – genau wie heute. Daher empfinde ich Beethovens Neunte als Auftrag an uns alle. Es gibt von so vielem einen Überfluss – es hakt allerdings an der Verteilung. Ich meine nicht nur das „liebe Geld“, lebenswichtige Grundnahrungsmittel und medizinische Versorgung, sondern auch Bildung und Kultur. Für Zugang dazu setze ich mich mit vielen Initiativen ein.
Julian Prégardien

In Liederabenden und Oratorien zählt Julian Prégardien zu den Stammgästen im Festspielhaus Baden-Baden. Auf der Opernbühne ist er ein gefragter Mozart-Interpret. Er ist Mitbegründer des Festivals „Liedstadt“. Unter dem Titel „From a Distance“ hat der Tenor zum Beethovenjahr 2027 ein interkulturelles Projekt mit der Barenboim-Said-Akademie initiiert.

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    Orchesterkonzert, Chor & Oratorium
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