Festspielhaus Baden-Baden
Sa., 26. November 2011

Ute Lemper und der Tango

Enkel Astor Piazzollas sitzt am Schlagzeug

BADEN-BADEN - Die lange und erfolgreiche Geschichte des Tangos wird um ein Kapitel erweitert. Ute Lemper widmet sich in ihrem neuen Programm der Musik Astor Piazzollas und verfolgt die Geschichte des Tangos musikalisch auch in die Kulturmetropolen Paris und Berlin.

Am Samstag, 26. November 2011 um 19 Uhr sind Ute Lemper und das „Quniteto Piazzolla“ zu Gast im Festspielhaus Baden-Baden. Piazzolla-Enkel Daniel sitzt am Schlagzeug.

Ute Lemper hat ein aufregendes Jahr 2011 hinter sich. Im Frühjahr besang die New York Times ihr Charles-Bukowski-Programm in den höchsten Tönen, im Sommer kam Söhnchen Jonas zur Welt, und nun steht sie mit einem Tango-Abend wieder auf den großen europäischen Bühnen.

Songs von Brel und Weill

Der Showstar widmet sich dem südamerikanischen Tango. Im Mittelpunkt des Programms steht ihre Hommage an Astor Piazzolla mit dramatischen Liedern über Liebe, Tod, Leidenschaft und der Sehnsucht in Buenos Aires. Mit Kompositionen von Kurt Weill und Jacques Brel wird der Tango allerdings auch bis in die dunklen Winkel von Berlin, Paris und New York verfolgt.

Astor Piazzolla starb 1992, als seine Musik gerade am Anfang der Popularitätswelle stand, die bis heute unvermindert anhält. Im Jahrzehnt nach seinem Tod erschienen die Tangos des Argentiniers in allen möglichen Arrangements. Viele Menschen waren von seiner Musik überwältigt, ohne jedoch zu wissen, woher sie stammte und wie sie ursprünglich entstanden war. Für jene Bewunderer wie auch uns übrige, die seine Originaldarbietungen nur von Plattenaufnahmen kennen, bildet das Quinteto Piazzolla die letzte, unschätzbare Verbindung zu der Welt, in der Astor Piazzolla gelebt hat.

Das Quintett wird geführt vom Gitarristen Horacio Esteban Malvicino, der von 1954 bis zum Tod des Komponisten in den unterschiedlichen Zusammensetzungen von Astor Piazzollas Ensemble spielte. Der Violinist Fernando Nestor Suarez-Paz und der Kontrabassist Hector Lorenzo Console gehörten ebenfalls zu der Gruppe, die einige der bedeutendsten Einspielungen Piazzollas veröffentlichte. Sie werden begleitet vom Pianisten Nicolas Angel Ledesma und dem Bandoneon-Spieler Nestor Eude Marconi, der die vielleicht die schwerste Aufgabe von allen übernommen hat, denn das Bandoneon, diese spezifisch argentinische Spielart des Akkordeons (das Instrument kam übrigens aus Deutschland nach Argentinien), war Astor Piazzollas eigenes Instrument.

Das Ergebnis der neuen Interpretationen ist geradezu elektrisierend. Der rohe, unverfälschte Klang des Quintetts gibt der Musik ihre Gefährlichkeit und die urbanen Wurzeln zurück, die von den gutgemeinten, aber allzu geschönten und ehrfürchtigen Arrangements für den Konzertsaal gewöhnlich erstickt werden. So ausgeklügelt Astor Piazzollas rhythmische Erfindungen und so eindringlich die Bandbreite seiner Harmonien auch sein mögen, haben seine Neuerfindungen des Tangos doch nie das Gespür für ihre Herkunft verloren.

FESTSPIELHAUS BADEN-BADEN

Samstag, 26. November 2011, 19 Uhr

Ute Lemper, Gesang

Astor Piazzolla Band

Fernando Suarez Paz, Violine Horacio Malvicino, Gitarre Hector Console, Kontrabass Nicolas Guerschberg, Klavier Marcelo Nisinman, Bandoneon Daniel Piazzolla, Schlagzeug

Eintrittspreise von 27 € bis 90 €, ermäßigt von 25 bis 85 €

 

Weitere Informationen und Eintrittskarten:

Tel. 07221 / 30 13 101 oder www.festspielhaus.de