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Sir Simon Rattle
Sir Simon Rattle
Wagner: „Tristan und Isolde“, 2. Akt
Mittwoch, 4. August 2010, 20 Uhr
„Tristan“ im Originalklang
BADEN-BADEN – Dieses Projekt hat es bisher so nur in London gegeben: Das Orchestra of the Age of Enlightenment spielt auf Instrumenten der Entstehungszeit den zweiten Akt Richard Wagners „Tristan und Isolde“. Die musikalische Leitung übernimmt der energiegeladene Wuschelkopf aus Liverpool höchstpersönlich: Sir Simon Rattle. Im Baden-Badener Festspielhaus findet, wenn man so will, die deutsche Erstaufführung dieses Projekts statt.
Sir Simon Rattle, der amtierende Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, war mit dem Orchestra of the Age of Enlightenment (OAE) bereits 2008 im Festspielhaus Baden-Baden mit Sinfonien von Robert Schumann überschwänglich bejubelt worden. Beim OAE wirkt Rattle seit den frühen 1990er Jahren als einer der Principal Artists. Das Orchestra of the Age of Enlightenment gilt als eines der bekanntesten Ensembles, das auf historischen Instrumenten musiziert. Bereits bei seiner Gründung Mitte der 80er Jahre entschieden sich seine Mitglieder, ohne festen Dirigenten zu arbeiten. Als Principal Artists wirken neben Rattle auch Iván Fischer und Vladimir Jurowski, während Frans Brüggen, Sir Charles Mackerras und Sir Roger Norrington als Emeritus Conductors gelistet sind. In der Presse wird das Ensemble hoch gelobt. So schrieb ein britischer Kritiker: „Das OAE ist ganz einfach eines der feinsten Ensembles, das auf historischen Instrumenten spielt…Das Spiel war herrlich raffiniert und übersprudelnd“.
Mit von der Partie an diesem Abend im Festspielhaus Baden-Baden ist ein erlesenes Sängerensemble: Ben Heppner wird die Partie des Tristan übernehmen. Über seinen Auftritt mit dem Tristan an der Metropolitan Opera New York schrieb ein New Yorker Kritiker: „Sein Tristan war von einer heroischen Stimme mit konstanten Farbschattierungen, sein Gesicht und Augen versprühten abwechselnd Glut und Schmerz. In dem Jahrzehnt, in dem er diese Rolle gesungen hat, hat er sich selbst als würdigen Nachfolger von Wolfgang Windgassen, Lauritz Melchior und Vickers bewiesen, den vollkommensten Tristans des 20. Jahrhunderts.“
Als Isolde tritt im Festspiehaus Baden-Baden die aus Litauen stammende Sopranistin Violetta Urmana auf. Sie begann ihre Karriere zunächst als Mezzo-Sopranistin und wurde als Kundry in Wagners „Parsifal“ oder als Eboli in Verdis „Don Carlo“ gefeiert. Mit diesen beiden Partien eroberte sie die bedeutendsten Opernhäuser der Welt. Nach einem phänomenalen Wechsel ins Sopranfach zählen heute zu ihrem Repertoire dramatische Sopran-Rollen wie Isolde, Aida, Amelia, Elisabetta, Gioconda, Leonora, Tosca und Norma. Über ihre Verkörperung der Isolde war in Rom zu lesen: „Violeta Urmana gastierte gestern in der Accademia di Santa Cecilia, wo sie Isoldes Liebestod vortrug. Eine große dunkle Stimme, eine perfekte Diktion, konnte sich die Sängerin hervorragend in die Rolle hineinversetzen und erntete Begeisterungsstürme.“
Wagners „Tristan” gilt auf Grund seiner kühnen Harmonik musikhistorisch als einer der Ausgangspunkte der Neuen Musik. Die Komposition entstand in den Jahren 1857 bis 1859 in Zürich, Venedig und Luzern. Uraufgeführt wurde das Werk 1865 im Hoftheater München. Im Festspielhaus Baden-Baden wird der zweite Akt konzertant realisiert. Hier kommt es zu einem überschwänglichen Wiedersehen von Tristan und seiner geliebten Isolde. Doch werden die Liebenden von Marke überrascht. Resigniert erkennt Marke Tristans Verrat an Treue und Freundschaft. Tristan reizt Melot, der ihn verraten hat, zum Kampf und stürzt sich in Melots Schwert.
Eingeleitet wird der konzertante Opernabend mit Auszügen aus Hector Berlioz’ Dramatischer Sinfonie „Romeo und Julia“ op. 17 aus dem Jahr 1838. Das solistisch besetzte Werk gilt heute als zentrales musikalisches Dokument der romantischen Shakespeare-Rezeption in Frankreich und bringt Berlioz' gattungsüberspannende Vision zum Ausdruck. Berlioz selbst sagte über sein Werk: „Meine einzige Idee besteht darin, musikalisch etwas Besonderes zu erreichen. Ich möchte alles andere aufgeben und ein wirklich gewichtiges Werk schreiben, etwas Glänzendes, das auf einem großen und originalen Plan basiert, voll von Leidenschaft und Fantasie, wert einem großartigen Künstler zu widmen, dem ich soviel verdanke.“
FESTSPIELHAUS BADEN-BADEN
Sir Simon Rattle
Mittwoch, 4. August 2010, 20 Uhr
Wagner: „Tristan und Isolde“, 2. Akt
Sir Simon Rattle Dirigent
Violetta Urmana Isolde
Ben Heppner Tristan
Franz-Josef Selig König Marke
Sarah Connolly Brangäne
Timothy Robinson Melot/Kurwenal
Orchestra of the Age of Enlightenment
Hector Berlioz
“Romeo und Julia” Op. 17 (Auszüge)
Richard Wagner
„Tristan und Isolde“, 2. Akt
Konzertante Aufführung
Preise: € 190 : 152 : 124 : 95 : 57
Ermäßigt: € 171:137 : 111 :86:51
Tickets und Informationen unter www.festspielhaus.de oder Tel. 07221-30 13-101


