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Pierre-Laurent Aimard, Matinee
Pierre-Laurent Aimard
Sonntags-Matinee
Sonntag, 3. Oktober 2010, 11 Uhr
BADEN-BADEN – Der französische Meisterpianist Pierre-Laurent Aimard war im Festspielhaus Baden-Baden zuletzt für seine genialen Interpretationen der Klavierkonzerte von Ludwig van Beethoven mit Beifallsstürmen aufgenommen worden. Gemeinsam mit dem Chamber Orchestra of Europe interpretierte Aimard im Jahr 2009 alle fünf Konzerte Beethovens an zwei Abenden, wobei er vom Flügel aus dirigierte. Von der Musikkritik wurde er unter anderem für seine „gestochen klaren“ und „leichtfüßig eleganten“ Interpretationen hoch gelobt. Nun ist Aimard bei den Herbstfestspielen 2011 in einer Sonntags-Matinee Solo zu erleben.
Der 1957 in Lyon geborene Pianist erhielt seine Ausbildung am ehrwürdigen Pariser Conservatoire sowie in London. Bereits als Zwölfjähriger wurde er dem großen französischen Komponisten Olivier Messiaen vorgestellt. Heute gilt Aimard als ausgesprochener Spezialist für die Werke Messiaens aber auch György Ligetis, dessen gesamtes Klavierwerk er einspielte. Darüber hinaus gilt Pierre-Laurent Aimard als exzellenter Interpret des klassischen Repertoires, das er durch seine stets unvoreingenommene, frische Lesart zu neuem Leben erweckt. Dabei arbeitete er mit den renommiertesten Dirigenten wie Pierre Boulez, Sir Simon Rattle und Esa-Pekka Salonen und internationalen Spitzenorchestern zusammen. Darüber hinaus bekleidet Aimard eine Professur am Pariser Conservatoire. Seine internationale Karriere hatte mit dem Ersten Preis beim Olivier-Messiaen-Wettbewerb begonnen. Kein Geringerer als Pierre Boulez ernannte ihn 1976 zum Ersten Solopianisten des Ensemble Intercontemporain, wo Aimard für 18 Jahre wirkte. Für seine Aufnahmen erhielt Aimard zahlreiche Preise. Darunter befindet sich ein Gramophone Award für seine Einspielung Ligetis Klavierkonzert auf Deutsche Grammophon im Jahr 1995 sowie er Echo-Preis 2003 für die Gesamtaufnahme der Klavierkonzerte von Beethoven mit dem Chamber Orchestra of Europe unter Leitung von Nikolaus Harnoncourt. Erwähnenswert ist auf jeden Fall seine Einspielung bei Warner Classics der Klavierkonzerte von Mozart mit dem Chamber Orchestra of Europe, die von der „Zeit“ als eine „der exquisitesten Mozart Aufnahmen aller Zeiten“ gelobt wurde. Im Festspielhaus Baden-Baden wird er bei den Sommerfestspielen 2011 am Samstag, 23. Juli, 19 Uhr in dieser Konstellation zu erleben sein. Aimards neueste Aufnahme mit Ravels Klavierkonzerten erscheint im Herbst 2010 auf Deutsche Grammophon mit dem Cleveland Orchestra unter Pierre Boulez.
Neben vielen anderen Auszeichnungen und Tätigkeiten ist Aimard unter anderem seit 2009 für drei Jahre künstlerischer Leiter beim englischen Aldeburgh Festival, das 1948 von Benjamin Britten und Peter Pears an der Küste von Suffolk gegründet wurde.
An diesem Morgen im Festspielhaus Baden-Baden hat Pierre Laurent Aimard, den der Boston Globe einst als einen der „brillantesten und individuellsten Pianisten der Gegenwart“ bezeichnet hat, ein in jeder Hinsicht sehr anspruchsvolles Programm zusammengestellt. Zunächst spielt er zwei der insgesamt sieben Stücke aus dem dritten Band der sogenannten „Annés de pèlerinage“ von Franz Liszt. Diese „Pilgerschaftsjahre“ entstanden in den Jahren 1870 bis 1877 und tragen allesamt mediterranen Charakter. Es handelt sich dabei um Impressionen, angeregt durch die Villa d’Este bei Rom, in der Liszt wiederholt residierte. Aimard widmet sich den beiden Stücken „Cipres à la Villa d’Este No. 1“ sowie „Les jeux d’eaux à la Villa d’Este“. Während das erste, von Zypressen inspirierte Stück eher trüben, düsteren Charakter hat, ist das durch Wasserspiele angeregte zweite Stück wesentlich lichter und munterer im Charakter gehalten.
Es folgen die „Miroirs“ von Maurice Ravel, eine Sammlung von fünf Klavierstücken, die in den Jahren 1904 und 1905 entstanden sind. Das gewichtigste Stück ist das zweite mit dem Titel „Oiseaux tristes“ (Trauernde Vögel), welches durch den Morgenruf einer Amsel inspiriert wurde. Ravel selbst sprach von „Vögeln, die sich in der Schwüle eines sehr dunklen Waldes während der heißesten Sommerstunden verloren haben“.
Im Chopin-Jahr dürfen Kompositionen des polnisch-französischen Komponisten Frédéric Chopin nicht fehlen. Aimard hat zwei Werke auf sein Programm gesetzt: Das sehr populäre, 1837 entstandene Scherzo Nr. 2 b Moll op. 31 schafft eine beachtliche Kombination aus Sonaten- und Scherzoform, die Barcarolle Fis Dur op. 60 entstand in den Jahren 1845 / 1846 basiert auf einem Gondelrhythmus und erinnert an bekannte Wasserstücke anderer französischer Komponisten.
Zum würdigen Abschluss folgen Ludwig van Beethovens gewichtige Eroica Variationen Es Dur op. 35 aus dem Jahr 1802. Das Thema dieser Variationenfolge diente Beethoven später als Melodie für den Finalsatz seiner dritten Sinfonie. Das Werk endet mit einem virtuosen „Finale alla Fuga“.
FESTSPIELHAUS BADEN-BADEN
Herbstfestspiele 2010
Pierre-Laurent Aimard
Sonntags-Matinee
Sonntag, 3. Oktober 2010, 11 Uhr
Pierre Laurent Aimard: Klavier
Franz Liszt
Aus Troisième Année de pèlerinage:
Cipres à la Villa d’Este No. 1
Les jeux d’eaux à la Villa d’Este
Maurice Ravel
Miroirs
Frédéric Chopin
Scherzo Nr. 2 b Moll op. 31
Barcarolle Fis Dur op. 60
Ludwig van Beethoven
Eroica Variationen Es Dur op. 35 (15 Variationen über ein Originalthema mit einer Fuge)
Im Anschluss findet ein Künstler Gespräch im Foyer statt.
Preise: € 65,00 / 47,00 / 33,00
Ermäßigt: € 60,00 / 43,00 / 30,00
Tickets und Informationen unter www.festspielhaus.de und Tel. 07221-3013-101


