Festspielhaus Baden-Baden
Do., 10. November 2011

Martin Stadtfeld gibt Klavierabend

Intensive Auseinandersetzung mit Franz Liszt

BADEN-BADEN – Für ihn ist ein Klavierabend eine der wenigen Gelegenheiten, sich als Zuhörer konzentriert und in Ruhe ganz einer Sache hinzugeben. Am Donnerstag, den 10. November 2011 um 20 Uhr gibt der Pianist Martin Stadtfeld im Festspielhaus Baden-Baden einen Klavierabend mit Werken von Bach und Liszt.

Johann Sebastian Bach gehört zu den bevorzugten Komponisten des 30jährigen, mit dessen Fantasie in c-Moll BWV  906 er das Konzert eröffnet. Doch das Lisztjahr 2011 ist auch für Martin Stadtfeld ein Anlass, sich mit den virtuosen Klavierkompositionen dieser schillernden Musikerpersönlichkeit noch einmal etwas intensiver auseinander zu setzen.

Nicht fehlen darf da die Sonate in h-Moll, die einzige Sonate, die Liszt je geschrieben hat, und die zu seinen Lebzeiten schnell zum Kultstück avancierte. Das lag unter anderem an der damals neuartigen orchestralen Behandlung des Instrumentes und den starken Kontraste, etwa zwischen dem düster hämmernden Hauptmotiv und den sanften Kantilenen.

Liszts musikalische Phantasie entzündete sich gerade in der Auseinandersetzung mit der Musik anderer Komponisten. Das ist eindrucksvoll zu verfolgen in den Variationen über das Motiv der Bachkantate "Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen" und des "Crucifixus" aus Bachs h-Moll Messe. Und es existiert eine schier endlose Fülle von Bearbeitungen und Paraphrasen. Entstanden sind sie weniger als eigenständige Kompositionen. Es war damals üblich, alte Werke dem Zeitgeschmack anzupassen oder über solche Bearbeitungen zeitgenössische Komponisten ins Gespräch zu bringen, deren Stücke sonst kaum aufgeführt worden wären. Wie beispielsweise die Richard Wagners, dessen Förderer und Bewunderer Liszt war. Die pianistisch anspruchsvollen Paraphrasen Liszts über Isoldes Liebestod und über die Tannhäuser-Ouvertüre zählen zu den Höhepunkten innerhalb dieses speziellen Musikgenres.

Der Pianist Martin Stadtfeld

Der Pianist Martin Stadtfeld gab mit 9 Jahren sein Konzertdebüt und studierte ab seinem 14. Lebensjahr an der Musikhochschule Frankfurt bei Lev Natochenny, seinerseits Schüler des legendären Lev Oborin. Die Reihe seiner Wettbewerbserfolge hatte ihren Höhepunkt im Jahr 2002, als er als erster bundesdeutscher Pianist den Internationalen Bach-Wettbewerb in Leipzig gewann. Der erste Preis dieses traditionsreichen Wettbewerbs, der 14 Jahre zuvor nicht vergeben worden war, öffnete dem Künstler die Türen zu den wichtigsten Konzertpodien.

Konzertauftritte führen ihn in die wichtigsten Musikzentren und zu den großen Orchestern Europas, der USA und Japans. Er konzertiert mit Orchestern wie den Münchner Philharmonikern, der Academy of St Martin in the Fields oder der Staatskapelle Dresden.

Martin Stadtfeld nimmt exklusiv für Sony Classical auf. Den furiosen Auftakt zu seinen zahlreichen Einspielungen machte 2003 seine CD mit J.S. Bachs „Goldberg-Variationen”, die zu seinem ersten Echo-Klassik-Preis führte. Neun weitere Alben und drei weitere Echo-Klassik-Preise folgten. Im Herbst 2011 erscheint die elfte Einspielung mit Klavierkonzerten von Bach.

Weitere Informationen: www.festspielhaus.de