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Konzert mit Sol Gabetta
Strahlende Melancholie
BADEN-BADEN - Die Cellistin Sol Gabetta ist bekannt für ihr Strahlen und ihre Energie. Das vermittelt sich auch auf der Bühne. "Konzerte sind für mich ein großes Familienfest, bei denen ich versuche, dass das Publikum mit dem Gefühl herausgeht: Das hat mir etwas gegeben", sagt sie über ihre Auftritte. Und dabei ist es egal, ob sie Vivaldi spielt oder ein eher melancholisches Werk wie das zweite Cellokonzert in g-Moll von Dimitri Schostakowitsch. Mit diesem Stück hat sie erst 2009 den Echo-Klassik gewonnen und ist damit auch am Samstag, den 10. Dezember 2011 im Festspielhaus in Baden-Baden zu erleben.
Was sie für dieses Werk geradezu prädestiniert, ist ihr berührendes Spiel, das "stets die Balance hält zwischen glutvollem und nachdenklichem Musizieren" wie eine Zeitung einmal über sie schrieb. In dem klagenden und parodistisch-sarkastischen Tonfall, den Schostakowitsch das Cello in dem Konzert anstimmen lässt, spiegeln sich wahrscheinlich seine persönlichen Erfahrungen mit der Diktatur in der ehemaligen UdSSR und ihrer zum Teil unsinnigen Zensuren.
Zwar nicht heiter, aber dafür umso packender sind auch die anderen Programmpunkte in diesem Konzert. In Jean Sibelius erster Sinfonie gewinnt bei allen Turbulenzen immer wieder ein Ausdruck von Sehnsucht und Schmerz die Oberhand. Und Modest Mussorgski beschreibt in seiner "Sinfonischen Dichtung "Die Nacht auf dem kahlen Berg" in schillernden Orchesterfarben einen grotesken Hexensabbat in der Johannisnacht.
Die Cellistin Sol Gabetta
Die Cellistin Sol Gabetta wurde 1981 in Cordoba, Argentinien, als Tochter französisch-russischer Eltern geboren. Bereits als Zehnjährige gewann sie einen ersten Wettbewerb in Argentinien und erhielt seitdem diverse Auszeichnungen, unter anderem beim Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau, den Natalia-Gutman-Preis und beim ARD-Wettbewerb in München.
Sol Gabetta studierte in Basel und machte 2006 ihren Abschluss bei David Geringas an der Hanns Eisler Musikhochschule in Berlin. Der Grundstein für ihre internationale Karriere wurde im Jahre 2004 gelegt, als sie den renommierten "Crédit Suisse Young Artists-Award" gewann, eine der höchst dotierten Auszeichnungen für junge Musikerinnen und Musiker.
Die Preisträgerkonzerte im Herbst 2004 mit den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Valery Gergiev öffneten ihr verschiedenste Türen in die Musikwelt. Ihre Debut-CD bei Sony-Music mit Werken von Tschaikowski, Saint-Saëns und Ginastera wurde im Herbst 2007 mit einem ECHO ausgezeichnet und vor einem Millionenpublikum auf dem deutschen Fernsehkanal ZDF verliehen. Einen weiteren Echo erhielt die Cellistin für ihre Live-Aufnahme mit den Münchner Philharmonikern und Schostakowitschs zweitem Cellokonzert im Herbst 2009 und 2011 für ihre Einspielung des Elgar-Cellokonzertes. Sämtliche bisher erschienenen Aufnahmen landeten auf Anhieb in den deutschen Klassik-Charts.
Sie hat ein eigenes Kammermusikfestival mit dem Namen "Solsberg" in der Schweiz gegründet. Dort konzertiert sie mit ihren Kammermusikpartnern, darunter Henri Sigfridsson, Mihaela Ursuleasa, Baiba und Lauma Skride sowie Patricia Kopatschinkskaja.
Sol Gabetta spielt dank eines großzügigen Stipendiums des Rahn Kulturfonds ein kostbares Guadagnini Cello von 1759.
FESTSPIELHAUS BADEN-BADEN
Samstag, 10. Dezember 2011, 19 Uhr
"Melancholia"
Sol Gabetta, Violoncello
Pietari Inkinen, Dirigent
SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg
Modest Mussorgsky
"Eine Nacht auf dem kahlen Berge"
Fantasie für Orchester, op. posth. Fassung von Nikolai Rimski-Korsakow
Dmitri Schostakowitsch
Cellokonzert Nr. 2 g-Moll op. 126
Jean Sibelius
Sinfonie Nr.1 e-Moll op. 39
Weitere Informationen: www.festspielhaus.de


