Festspielhaus Baden-Baden
Do., 24. November 2011

Juan Diego Flórez

Juan Diego Flórez singt Lieder und Arien

BADEN-BADEN - Den 10. April 2011 wird Juan Diego Flórez nicht so schnell vergessen: Gegen 12.20 Uhr kam sein Sohn Leandro bei einer komplikationslosen Hausgeburt zu Welt, gegen 13 Uhr musste der Tenor bereits in der Metropolitan-Opera sein, um die weltweit in Kinos live übertragene Vorstellung von „Le Comte Ory“ zu singen. Auch die Opernvorstellung wurde ein großer Erfolg und Juan Diego Flórez konnte später doppelt glücklich zu Frau und Kind heimkehren.

Am Donnerstag, 24. November 2011 um 20 Uhr ist Juan Diego Flórez im Festspielhaus Baden-Baden zu Gast. Gemeinsam mit seinem Klavierbegleiter Vincenzo Scalera singt er Arien und Lieder aus dem 18. Und 19. Jahrhundert.

Auf dem Programm stehen Arien wie „Tre giorni son che Nina” aus „I tre cicisbei ridicoli” von Vincenzo Legrenzio Ciampi oder Niccolò Piccinnis Arie „En butte aux fureurs de l’orage” aus der Oper „Roland“. Als Pretiosen der Belcanto-Epoche erklingen Titel wie Meyerbeers „Popoli dell´Egitto” aus „Il crociato in Egitto” oder Rossinis Lieder „L´esule“, „La promessa“ und „Tirana alla Spagnola“.

Werke wie diese erklingen nicht mehr häufig in den Konzert- und Opernhäusern, so dass besondere Entdeckungen garantiert sind. Juan Diego Flórez sieht sich auch deshalb als Botschafter einer Musik, die nicht mehr viele Sänger singen können.

Ein Musiklehrer erkannte das Talent

Juan Diego Flórez kam am 13. Januar 1973 im peruanischen Lima zur Welt und wurde in eine musikliebende Familie hineingeboren. Sein Vater war Sänger, spezialisiert auf einheimische Walzer, und schaffte es, seine Begeisterung an den Jungen weiter zu geben. Zuhause wurde viel gesungen, Juan lernte außerdem musikalische Grundlagen an der Gitarre kennen. Als er 15 war, wurde an seine Oberschule ein Musiklehrer versetzt, der das Talent des jungen Mannes erkannte und ihn an das Konservatorium empfahl. Dort wiederum reichte man ihn an den Tenor Andrés Santa Maria weiter, der ihn drei Jahre lang unterrichtete und ihm eine Stelle beim Coro Nacionál de Lima verschaffte.So wuchs in kurzer Zeit nicht nur Flórez' stimmliche Kompetenz, sondern auch sein Repertoire. Die Natur verschonte ihn währenddessen von den Härten des männlichen Stimmbruchs und ließ seine Stimme kontinuierlich tiefer werden. Wo andere Jungtenöre mit den Übergängen zwischen den Registern zu kämpfen hatten, sang Flórez mühelos die Tonleitern bis in die hohen Lagen der Kopfstimme. Ein Stipendium brachte ihn 1993 für drei Jahre an das Curtis Institute von Philadelphia. Im Jahr 1994 lernte er im Urlaub Ernesto Palacio kennen, der ihn als alter Hase des Geschäfts in die Geheimnisse der Atmung einweihte, kleinere Auftritte bei Plattenaufnahmen verschaffte und nach Italien mitnahm. Außerdem veränderte der Mentor die Brillanz der jungen Stimme, indem er dem Studenten riet, offener, präsenter und selbstbewusster zu singen.

Der Durchbruch gelang Flórez schließlich 1996 durch eine Aneinanderreihung günstiger Zufälle. Beim Rossini-Festival in Pesaro 1996 sprang Flórez im letzten Moment für einen erkrankten Kollegen ein und übernahm die Rolle des Corradino in „Matilde di Shabran“. Das Publikum war begeistert. Es sprach sich herum, dass es einen neuen lyrischen und anmutigen Tenor gab, der auch vor kaum bekannten Partien nicht zurückschreckte. Daraufhin sang Flórez beim Wexford Festival, debütierte als Chevalier Danoise in Glucks „Armide“ zur Saisoneröffnung der Mailänder Scala unter Riccardo Muti. Es folgten zahlreiche Engagements an italienischen und französischen Bühnen.

Im März 1998 gab er sich im Wiener Konzerthaus an der Seite von Edita Gruberova als Idreno in Rossinis Semiramide die Ehre, von 1999 war er als Almaviva (Il barbiere di Siviglia) auch an der Wiener Staatsoper zu hören, wo er außerdem den Lindoro (L'italiana in Algeri), den Rinuccio (Gianni Schicchi) sowie den Elvino (La Sonnambula) übernahm. Beim Maggio Musicale in Florenz war er in Rossinis Le Comte Ory erfolgreich, die Aufführung vom Rossini Opera Festival 2003 der Oper erschien 2004 bei der Deutschen Grammophon. Im Januar 2002 gab er mit dem Almaviva an der New Yorker Met seinen Einstand und debütierte außerdem wenige Monate später in einer Covent-Garden-Produktion von Bellinis „La Sonnambula“. Sein Debüt-Album Rossini Arias mit dem Orchestra Sinfonica e Coro di Milano Giuseppe Verdi unter der Leitung von Riccardo Chailly geriet zum Überraschungserfolg der Opernsaison 2002/3 und war auch der Auftakt der exklusiven Zusammenarbeit mit der Decca.

Zu seinen neuesten Gesamtaufnahmen zählen Bellini’s „La sonnambula“ mit Cecilia Bartoli sowie Glucks „Orphée et Eurydice“. In diesem Jahr wurde Juan Diego Flórez mit seinem Album “Belcanto spectacular” auch erstmals für den Grammy® in der Kategorie „Beste gesangliche Darbietung im Bereich Klassik“ nominiert. Ganz dem eigenen Credo folgend, dass jeder Tenor einmal in seinem Leben ein geistliches Album herausbringen muss, erschien im Herbst 2010 das Album von Juan Diego Flórez unter dem Titel „Santo“.

 

FESTSPIELHAUS BADEN-BADEN

Donnerstag, 24. November 2011, 20 Uhr

Juan Diego Flórez, Tenor

Vincenzo Scalera, Klavier

Arien und Liederabend

 

Programm

Giovanni Battista Bononcini "Per la Gloria d’adorarvi" aus "Griselda"

Vincenzo Legrenzio Ciampi "Tre giorni son che Nina" aus "I tre cicisbei ridicoli"

Niccolò Piccinni "En butte aux fureurs de l’orage" aus "Roland"

Gioacchino Rossini "L‘esule", "La promessa", "Tirana alla Spagnola"                  

Giacomo Meyerbeer "Popoli dell Egitto aus "Il crociato in Egitto"

Charles Gounod "L’amour" aus "Roméo e Juliette"

Edouard Lalo "Vainemant ma bien aimee" aus "Le Roi D’Ys" 

Jacques Offenbach „Au mont Ida“ aus „Die schöne Helena“                                                 

José Padilla „Princesita“

José María LaCalle „Amapola“, „Soutullo y Vert“, „Bella enamorada“ aus der Zarzuela „El último romántico“

Gaetano Donizetti „Allegro io son” aus “Rita”                         

Preise: € 39,00 / 66,00 / 86,00 / 107,00 / 130,00

Ermäßigt: € 35,00 / 60,00 / 78,00 / 100,00 / 122,00

Informationen und Eintrittskarten:

Tel. 07221 / 30 13 101

www.festspielhaus.de

Donnerstag, 24. November 2011, 20 Uhr