Festspielhaus Baden-Baden
So., 16. November 2008

Janine Jansen, Beethoven – Mahler

Beethoven: Violinkonzert
Janine Jansen
So, 16. November 2008, 18 Uhr

Beethoven – Mahler

BADEN-BADEN - Spätestens mit Vivaldi kam der große Durchbruch: Janine Jansens CD-Einspielung der „Vier Jahreszeiten“ war ein weltweiter Erfolg, in den amerikanischen Downloadcharts stand die Aufnahme wochenlang auf dem ersten Platz. Im BBC Music Magazine wurde die CD als „atemberaubende Sequenz fesselnder Klangfülle, die natürlich aus der Musik erwächst und dieser nicht übergestülpt ist“ gefeiert. Und obwohl die 1978 in Utrecht geborene Musikerin heute zweifellos zu den gefragtesten Geigerinnen der Welt gehört – sie spielt regelmäßig unter Dirigenten wie Gergiev, Pletnev oder Maazel –, ist sie bescheiden geblieben: „Es kommt am Ende doch auf die Musik an.“ Auftrumpfen oder die große Geste sind ihre Sache nicht. Wohl deshalb stehen für Janine Jansen virtuose Drahtseilakte (die sie in atemberaubender technischer Brillanz zu meistern versteht) selbst in einem Solokonzert nicht an vorderster Stelle. Und ein Verkaufszahlen förderndes Image lässt sie sich selbst von ihrer Plattenfirma auch nicht verpassen: „Ich bin ich selbst. Ich möchte spontan sein, mal so, mal anders. Ich hasse das Wort Image. Mein Image ist das einer leidenschaftlichen, spontanen Musikerin. Aber mein Image, das bin ich.“
Begleitet vom Philharmonia Orchestra London unter der Leitung von Charles Dutoit wird Janine Jansen in Baden-Baden auf ihrer sündhaft teuren Stradivari „Barrere“ aus dem Jahr 1727 („in diese Geige habe ich mich von der ersten Note an verliebt“) Beethovens Violinkonzert spielen – ein wahrlich zentrales Werk der Violinliteratur, in dem u. a. aufgrund seiner komplexen Formanlage nicht die Entfaltung virtuoser Spieltechniken in den Vordergrund gestellt wird. Entstanden ist es gegen Ende des Jahres 1806 für den derzeit 26-Jährigen Violinvirtuosen Franz Clement, der laut einem Zeitgenossen seine musikalische Karriere als „größtes Wunderkind nach Mozart“ begonnen hatte. Bei der Uraufführung am 23. Dezember 1806 wurde das Werk „seiner Originalität und mannigfaltigen schönen Stellen wegen mit herausragendem Beifall angenommen“ (Allgemeine musikalische Zeitung). Nach der Pause steht mit Mahlers Erster Sinfonie ein Werk auf dem Programm, das von einer atmosphärischen Naturklangfläche eingeleitet wird („Wie ein Naturlaut“), die in ihrer räumlichen und collagenhaften Anlage weit in die musikalische Moderne vorausweist.
 
FESTSPIELHAUS BADEN-BADEN
BEETHOVEN: VIOLINKONZERT
JANINE JANSEN
SONNTAG, 16. NOVEMBER 2008, 18 UHR

Janine Jansen Violine
Charles Dutoit Dirigent
Philharmonia Orchestra London

Ludwig van Beethoven
Violinkonzert D-Dur Op. 61
Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 1 D-Dur, „Der Titan“

EINTRITTSKARTEN: € 170 bis 51; ermäßigt: € 149 bis 45
INFORMATIONEN UND RESERVIERUNG: 07221/ 30 13 101
www.festspielhaus.de