Festspielhaus Baden-Baden
Fr., 25. Juni 2010

Hubbard Street Dance Chicago

„Tabula Rasa“, „Untouched“, „Walking Mad“
Hubbard Street Dance
Freitag, 25. Juni 2010, 20 Uhr
Samstag, 26. Juni 2010, 19:00 Uhr
Sonntag, 27. Juni 2010, 18 Uhr

BADEN-BADEN – Die Compagnie Hubbard Street Dance aus Chicago steht für zeitgenössischen Tanz in seiner höchsten innovativen Ausprägung. Die von rund 20 Tänzern repräsentierte Compagnie zeigt unter der künstlerischen Leitung von Glenn Edgerton auf der ganzen Welt ihren einzigartigen künstlerischen Tanz-Stil. Gegründet wurde Hubbard Street im Jahr 1977 in Chicago von dem Broadway-Tänzer Lou Conte und später, in den Jahren von 2000 bis 2009 von Jim Vincent geleitet. Im Chicago Magazine lobte unlängst der Journalist Gale Kappe die hohe Qualität der Compagnie: „Als Lou Conte die Pforten zu seinem Hubbard Street Dance Studio im Jahr 1974 öffnete, konnte er nicht wissen, dass er den Grundstein für eine der erfolgreichsten Tanz-Compagnien aller Zeiten legte.“
Berühmt wurde Hubbard Street Dance, dessen Studios sich im Zentrum von Chicago am gediegenen West-Loop befinden durch ausgedehnten Tourneen und ein reichhaltiges Repertoire. Innerhalb von Chicago setzt sich die Compagnie intensiv für den Nachwuchs ein und bringt jährlich bis zu 52.000 Kindern und 600 Pädagogen aus ganz Chicago die Kunst des Tanzens näher. Mit der seit 1997 bestehenden Ballettakademie Hubbard Street II gehen die Tänzerinnen, Tänzer und Choreografen sogar direkt in die Schulen, um den Nachwuchs zu sichern. Man müsse sich, so der künstlerische Leiter Glenn Edgerton, in Amerika viel mehr um den Nachwuchs bemühen und deshalb schätze er das deutsche Publikum besonders: „Mein ewiger Dank dem deutschen Publikum. Es hat uns daran erinnert, dass der Tanz in Europa geliebt wird. Hut ab!“
Obwohl der Name Hubbard Street etwas anderes suggeriert, handelt es sich tatsächlich nur um eine Bezeichnung, denn das Kernrepertoire bilden Jazz und Modern Dance sowie klassisches Ballett. Was das Hubbard Street Dance unverkennbar macht, ist seine Flexibilität mit verschiedenen Choreografen zusammenzuarbeiten. Neben Werken großer Choreographen des 20. und 21. Jahrhunderts, erteilt Hubbard Street stetig Aufträge für neue Werke. So haben sie in den letzten acht Saisons insgesamt 25 neue Tanzwerke aufgeführt, wobei die Zusammenarbeit mit Choreographen wie Lynne Taylor-Corbett, Margo Sappington, Daniel Ezralow, Nacho Duato, Jiri Kylian und Twyla Tharp die Compagnie geformt hat.

Das erste Stück des Ballett-Abends im Festspielhaus Baden-Baden trägt den Namen “Tabula Rasa”, benannt nach der gleichnamigen Komposition von Arvo Pärt aus dem Jahr 1977 für 2 Violinen, präpariertes Klavier und Streicher. Die Choreographie stammt von dem israelischen Tänzer Ohad Naharin und zeichnet sich durch die Qualität ihrer Bewegung sowie durch die Weichheit trotz hoher Virtuosität aus. Naharin schickt in diesem Stück seine zehn Tänzer in eine Welt der Klage und des Verlusts hinaus, so als ob sie Überlebende in einer kargen Landschaft wären. Uraufgeführt wurde das Ballett im Jahr 1986 beim Pittsburgh Ballet Theatre.

Herzstück des Abends bildet die europäische Uraufführung des Werks „Untouched“ der kanadischen Choreografin Aszure Barton. Es handelt sich dabei um Bartons erste Kreation für die Compagnie Hubbard Street Dance. Die Uraufführung des Stücks fand erst vor kurzem in Chicago, am 3. Juni 2010 statt. In einer offiziellen Beschreibung von „Untouched“ heißt es: „Aszure Barton hat ein Werk geschaffen, das zugleich geheimnisvoll, schön, sonderbar und hypnotisierend ist. Mit Musik des Saxophonisten und Komponisten Curtis Macdonald, des Pianisten Njo Kong Kie und des russischstämmigen Bratschisten Lev „Ljova“ Zhurbi hat die illustre Choreografin mit jedem Tänzer selbstständig gearbeitet und ein gemeinsames Vokabular für das Ensemble auf der Grundlage dieser persönlichen Interaktionen geschaffen. Inspiriert von der Zusammenarbeit mit einzelnen Persönlichkeiten, kreiert Aszure Barton eine Atmosphäre auf der Bühne, in der jeder ein Individuum ist und alle durch eine gemeinsame Sprache vereint sind.“ Die in Alberta geborene Choreografin Aszure Barton erhielt ihre tänzerische Ausbildung unter anderem an der National Ballet School Toronto und bekam vom Conseil des arts et de letters Quebec ein Stipendium um beim Contemporary Dance & Choreography in New York City zu studieren. Im Jahr 2003 gewann sie den Hubbard Street Dance Chicago National Choreographic Competition. Seither waren ihre Choreographien in namhaften Konzerthäusern wie dem Kravis Center, Baryshnikov Arts Center, Juilliard Theater, John F. Kennedy Center und der Oscar Peterson Concert Hall aufgeführt. Darüber hinaus ist Aszure Barton „Artist in Residence“ am neuen Baryshnikov Arts Center und choreographierte erst kürzlich eine Broadway-Produktion der „Dreigroschen-Oper“ unter der Regie von Scott Elliott.

Den Abend beschließt die Choreographie „Walking Mad“ des schwedischen Choreographen Johan Inger, der sich für dieses Werk von dem Ausspruch des Philosophen Sokrates „Unsere größten Erleuchtungen kommen zu uns auf dem Weg des Irrsinns“ inspirieren ließ. Das Stück changiert zwischen reinem Tanz und theatralischen Effekten. Bizarre und surreale Situationen werden durch den Rhythmus von Maurice Ravels berühmtem „Boléro“ vorangetrieben.

Das Hubbard Street Dance verspricht an diesen drei Abenden eine gelungene Mischung aus klassischer Moderne und zeitgenössischem Tanz, die das Spektrum der Reihe Ballett International im Festspielhaus Baden-Baden ausgezeichnet ergänzt. Bereits in den Jahren 1999 und 2005 gastierte die Compagnie aus Chicago mit großem Erfolg im Festspielhaus Baden-Baden.  

FESTSPIELHAUS BADEN-BADEN
Hubbard Street Dance
„Tabula Rasa“, „Deep Down Dos“, „Walking Mad“
Freitag, 25. Juni 2010, 20 Uhr
Samstag, 26. Juni 2010, 19:00 Uhr
Sonntag, 27. Juni 2010, 18 Uhr

„Tabula Rasa"
Ohad Naharin: Choreographie und Lichtdesign
Arvo Pärt: Musik „Tabula Rasa“
Mari Kajiwara: Kostüme
Uraufführung: 1986, Pittsburgh Ballet Theatre, Fassung Hubbard Street: Juni 2004

„Untouched"
Aszure Barton: Choreographie (in Zusammenarbeit mit den Tänzern von HSDC)
Musik: Kong Kie, When Wellesley Weeps / Ljova, Famous People Montage/ Curtis Macdonald, Alluvion Discovery / Njo Kong Kie, Goethe’s Park, Parle Moi, Lost Dreams und Toujours
Nicole Pearce: Lichtdesign
Kostümdesign: Fritz Masten
Uraufführung: 3. Juni 2010, Chicago (USA)

Europäische Uraufführung in Baden-Baden

„Walking Mad"
Johan Inger: Choreographie, Bühnenbild, Kostüme
Erik Berglund: Lichtdesign
Musik von Maurice Ravel und Arvo Pärt


Preise: € 90,00 / 77,00 / 59,00 / 45,00 / 27,00
Ermäßigt: € 81,00 / 69,00 / 53,00 / 41,00 / 24,00


Informationen und Tickets unter www.festspielhaus.de und Tel. 07221-3013-101