Festspielhaus Baden-Baden
Di., 14. Juni 2011

Hélène Grimaud: Von Mozart bis Liszt

Klavierabend im Rahmen der Pfingstfestspiele 2011

Dienstag, 14. Juni 2011, 20 Uhr


BADEN-BADEN – Hélène Grimaud begeistert immer wieder von Neuem durch ihr brillantes Klavierspiel und ihre feinfühlig aufeinander abgestimmten Programme. Am Dienstag, 14. Juni 2011 kehrt Hélène Grimaud mit einem Klavierabend im Rahmen der Pfingstfestspiele wieder zurück an die Oos. Dieses Mal hat sie Werke von W. A. Mozart, Alban Berg, Franz Liszt und Béla Bartók im Gepäck. Die gleichen Stücke, welche sie bei dem Klavierabend im Festspielhaus Baden-Baden spielt, hat Hélène Grimaud im Oktober 2010 unter dem Titel „Resonances“ auf Deutsche Grammophon eingespielt. Die Gemeinsamkeiten der Komponisten sind offensichtlich, denn alle vier entstammen der österreichisch-ungarischen Monarchie. Mittelpunkt des Programms stellt für Hélène Grimaud das Opus 1 von Alban Berg dar: „Die Sonate von Alban Berg war der Ausgangspunkt zu diesem Programm, das seine Spur scheinbar so willkürlich durch die Musikgeschichte zieht. […] Ich war elf Jahre alt und konnte vielleicht gerade einmal die ersten eineinhalb Seiten spielen. Ich hatte keine Ahnung, was das Stück bedeutete, aber das, was ich lesen und spielen konnte, faszinierte mich.“ Und über die anderen Komponisten dieses Album fügt sie hinzu: „Auch wenn Mozarts Salzburg offiziell gar nicht zu Österreich gehörte und Bartók sich streng gegen diese Vereinnahmung gewehrt hätte. Aber irgendwie hören wir in Mozarts Musik vieles vorweggenommen, was später in der Musik des österreichisch-ungarischen Reiches, bei Liszt und sogar bei Berg wiederkehrt und sich zur vollen Blüte entfaltet.“ Es gibt also ganz filigrane Verbindungen zwischen den Komponisten, welchen sich die französische Pianistin an diesem Abend im Festspielhaus Baden-Baden widmet. Hélène Grimaud wurde 1969 in Aix-en-Provence geboren und erhielt nach anfänglichen Studien in Marseille ihre Ausbildung am Conservatoire National Supérieur de Musique. Bereits ihre erste Einspielung mit Sergej Rachmaninows zweiter Sonate und den Études-Tableaux wurde 1986 mit dem Grand Prix du disque ausgezeichnet. Schon bald darauf hatte Hélène Grimaud ihren ersten Auftritt mit dem Orchestre de Paris unter Daniel Barenboim, dem internationale Konzerte und Recitals mit den berühmtesten Musikern der Welt folgen sollten. Seit der Saison 2002/2003 ist Hélène Grimaud Exklusivkünstlerin bei Deutsche Grammophon und hat für dieses Label zahlreiche Alben eingespielt. Ihre internationale Popularität, auch bei einem nicht primär für klassische Musik interessierten Publikum, wurde durch ihr autobiographisches Buch „Wolfssonate“ von 2003 entscheidend gefördert. Hélène Grimaud beginnt diesen Klavierabend im Festspielhaus Baden-Baden mit Mozarts a-Moll Sonate KV 310, die im Frühsommer des Jahres 1778 in Paris entstanden ist. Das Werk trägt einen tragischen Grundton und weist deutlich auf Beethoven voraus. Hélène Grimaud sagt: „Die Mittelsätze von Mozarts a-Moll Sonate und Beethovens ‚Sturm’ Sonate sind Geschwister! Mozarts Sonate ist schwanger mit Dingen, die da kommen sollen; und sie spricht eine subjektive Sprache.“ Im Zentrum des Abends steht die Klaviersonate op. 1 von Alban Berg, die noch während seiner Studienzeit bei Arnold Schönberg in den Jahren 1907/1908 entstand. Das einsätzige, leidenschaftliche Werk dringt bis an die Grenzen der Harmonik vor: „Es ist ein Musikdrama, in die Miniaturform der einsätzigen Sonate gegossen“, sagt Hélène Grimaud über das am 24. April 1911 in Wien uraufgeführte Werk. Die h-Moll Sonate von Franz Liszt zählt zu den virtuosesten und meistgespielten Werken der Klavierliteratur. Die in den Jahren 1852/1853 entstandene Sonate stellt einen Höhepunkt in Liszts Klavierschaffen dar und wurde 1857 von seinem Schüler Hans von Bülow auf dem ersten Flügel der Firma Bechstein uraufgeführt. Im Booklet des Ablums „Resonances“ äußert sich Hélène Grimaud: „So entsteht ein Musikdrama, geführt von den Möglichkeiten des Klaviers, eine Sonate, so theatralisch, wie eine Sonate nur sein kann, opernhaft in einem instrumentalen Sinn. Vergessen wir nicht die musikhistorische Komponente: Wagner hätte seine Opern nicht komponiert, wenn es Liszt nicht gegeben hätte. Jedenfalls nicht so, wie er sie dann komponiert hat.“ Zum Abschluss dieses Klavierabends spielt Hélène Grimaud Béla Bartóks Rumänische Volkstänze von1915, dem sogenannten „rumänischen Jahr“. Die Rumänischen Volkstänze zählen zu den bekanntesten Stücken von Béla Bartók und orientieren sich sehr nahe an den ursprünglichen rumänischen Volksweisen.

FESTSPIELHAUS BADEN-BADEN PFINGSTFESTSPIELE 2011

Hélène Grimaud Klavierabend Dienstag, 14. Juni 2011, 20 Uhr

Hélène Grimaud Klavier

Wolfgang Amadeus Mozart Sonate Nr. 9 a-Moll KV 310 ´

Alban Berg Sonate op. 1

Franz Liszt Sonate h-Moll S178

Béla Bartók Rumänische Volkstänze SZ 56

Preise: € 33,00 / 56,00 / 73,00 / 90,00 / 110,00

Ermäßigt: € 30,00 / 50,00 / 65,00 / 83,00 / 101,00 T

ickets und Informationen unter www.festspielhaus.de

oder Tel. 07221-3013-101