Festspielhaus Baden-Baden
Sa., 3. Dezember 2011

Arienabend mit Mojca Erdmann

Mozarts Garten

BADEN-BADEN - Sie demonstriert, was Mozart-Gesang heute sein kann: die in Hamburg geborene Sängerin Mojca Erdmann gilt als hervorragende Interpretin der Arien Wolfang Amadeus Mozarts. Das liegt nicht nur an ihrem klangschönen lyrischen Sopran, mit seinem glockenklaren Ton und einer großen Flexibilität. Die Musik Mozart begleitet Mojca Erdmann schon ihr ganzes Leben: "Obwohl mein Vater Komponist ist, zeitgenössische Musik bei uns also eine große Rolle gespielt hat. Dennoch war es für mich immer das Größte, Mozart zu singen, obwohl ich mächtig Respekt vor ihm habe."

Herzstück ihres Programms am Samstag, den 3. Dezember 2011 im Festspielhaus Baden-Baden ist die Arie der Pamina aus der "Zauberflöte". Mojca Erdmann hat für diese Arie bewusst ein langsames Tempo gewählt: "Es steht zwar Andante da, aber für mich muss das so langsam sein. Wenn ich das viel schneller singen wäre die emotionale Tiefe nicht mehr da."

Die Mozartarien werden ergänzt durch fast vergessene Kompositionen von Zeitgenossen und Wegbegleitern. Abseits ausgetretener Rezeptionspfade, präsentiert Mojca Erdmann einige der schönsten Arien der Frühklassik und Klassik, etwa von Johann Christian Bach, dem jüngsten Sohn von Johann Sebastian Bach, oder Ignaz Holzbauer, der mehr als 200 Sinfonien und 15 Opern komponierte. Giovanni Paisiello hat es sogar auf mehr als 100 Opern gebracht. Seine Werke sind von den Spielplänen verschwunden, obwohl sie durch den Melodienzauber und die dramatische Intensität die Kompositionen seiner Zeitgenossen oft überragen.

Seit Milos Formans Film "Amadeus" ist Antonio Salieri vor allem als vermeintlicher Mozart-Mörder ein Begriff. Dass er als Komponist zeitweise erfolgreicher war als sein jüngerer Kollege, ist kaum bekannt.

Die Sopranistin Mojca Erdmann

Mojca Erdmann erhielt bereits als Sechsjährige ihren ersten Geigenunterricht und sang im Kinderchor der Hamburgischen Staatsoper mit. Nach dem Abitur studierte sie parallel zu einem Violinstudium Gesang bei Hans Sotin an der Kölner Musikhochschule. 2002 gewann sie beim Bundeswettbewerb Gesang nicht nur den ersten Preis, sondern auch den Sonderpreis für zeitgenössische Musik. 2005 wurde ihr vom Schleswig-Holstein-Musikfestival der NDR-Musikpreis sowie vom Kissinger Sommer der Luitpold-Preis verliehen.

Bereits während ihres zweiten Studienjahres wurde Mojca Erdmann festes Ensemblemitglied der Komischen Oper Berlin und gastierte parallel an verschiedenen Opernhäusern wie der Deutschen Oper Berlin, am Theater Basel und am Nationaltheater Mannheim. Nach ihrem Debüt bei den Salzburger Festspielen 2006 mit der Titelpartie von Mozarts "Zaide" unter Ivor Bolton war sie bereits 2007 wieder dort zu Gast: Als Zelmira in Haydns "Armida" wurde sie von Publikum und Presse als die "Überraschung der Festspiele" gefeiert. Im Sommer 2010 war sie mit der Uraufführung von Wolfgang Rihms Dionysos, unter der Leitung von Ingo Metzmacher, erneut bei den Salzburger Festspielen zu Gast.

2008 erschien bei Tudor die vielfach ausgezeichnete Aufnahme von Mahlers 4. Sinfonie mit den Bamberger Symphonikern unter Jonathan Nott. Im Sommer 2009 hat Mojca Erdmann einen Exklusivvertrag bei der Deutschen Grammophon unterschrieben. Im Frühjahr diesen Jahres erschien die erste gemeinsame Aufnahme mit Arien von Mozart und Mozarts Zeitgenossen.

FESTSPIELHAUS BADEN-BADEN

Samstag, 3. Dezember 2011, 19 Uhr

Arien und Instrumentalmusik von Mozart und seinen Zeitgenossen

Mojca Erdmann Sopran

Andrea Marcon Dirigent

La Cetra Barockorchester Basel

Wolfgang Amadeus Mozart

"Quando avran fine omai" und "Padre, germani, addio" Arie der Ilia aus "Idomeneo" "

Ach, ich fühl's , es ist verschwunden!" Arie der Pamina aus "Die Zauberflöte" "Ruhe sanft, mein holdes Leben" und "Tiger! Wetze nur die Klauen" Arien der Zaide aus "Zaide"

"Giunse alfin il momento ... Deh vieni..." Arie der Susanna aus "Le nozze die Figaro" Antonio Salieri "Père barbare, arrache-moi la vie!" Arie der Hypermnestre aus "Les Danaides"

Giovanni Paisiello

"Il mio ben quando verrà" Arie der Nina aus "Nina ossia la pazza per amore"

Ignaz Holzbauer

"Es ist geschrieben ... Ach, wie leid ich" Arie der Pfalzgräfin aus "Günther von Schwarzburg"

Johann Christian Bach

"À qui pourrai-je avoir recours!" Arie der Orianne aus "Amadis de Gaule"

In Koproduktion mit Universal Music Classical Management

Weitere Informationen: www.festspielhaus.de