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Robert Wilson: Pressekonferenz
Robert Wilson stellt seinen "Freischütz" vor
Robert Wilson stellt seinen "Freischütz" vor
Baden-Baden – Der texanische Regisseur Robert Wilson hat in der Pressekonferenz zu den Pfingstfestspielen 2009 im Festspielhaus Baden-Baden seinen „Freischütz“ vorgestellt. Intendant Andreas Mölich-Zebhauser nannte es einen lang gehegten Wunsch, mit Robert Wilson den „Freischütz“ zu realisieren: „Mehr als zehn Jahre ist es her, dass ich Wilsons ‚Black Rider’ gesehen habe. Damals hatte ich schon den Wunsch nach einer Original-Freischütz-Version von Robert Wilson. Als Bob dann bei uns im Festspielhaus ‚Aida’ inszenierte, habe ich ihn darauf angesprochen. Und so ist das Projekt zustande gekommen. Sinnvoller Weise bringt Bob dieses tief in der Romantik verwurzelte Stück nicht naturalistisch auf die Bühne. Seine Lichtarbeit wird diese Inszenierung einzigartig und unverwechselbar machen.“
Auch für Robert Wilson ist es seit seiner Produktion des Musicals „Black Rider“ eine Herzensangelegenheit das Original von Carl Maria von Weber zu inszenieren. „Zwei sind eins“ heißt Wilsons übergreifende Regie-Idee, denn „zwei Charaktere sind in einer Person vereint.“ Weiter führt er aus: „Ich hasse den Naturalismus, denn schließlich wird nur das auf der Bühne natürlich herüberkommen, was künstlich dargestellt wird. Das Schwierigste aber ist es, einfach nur auf der Bühne zu stehen. Wenn man das richtig macht, dann entsteht schließlich Bewegung wie von selbst. Denn: Stehen ist Bewegung! Wenn man seine Augen schließt, hört man ja auch viel besser. Oder umgekehrt: Schaltet man den Ton des Fernsehers aus, dann kann man Bewegungen viel besser verfolgen. Und genau das will ich den Sängern vermitteln.“
"Musik braucht keine Illustration, sondern eine Art Gegenwelt" so Robert Wilson. Und so entstehe schließlich Spannung zwischen Musik und Bühne. Wilson ist nicht der Typ von Regisseur, der den Sängern vorschreibt was sie denken sollen: „Ich erzähle ihnen nicht was sie denken oder fühlen sollen, sondern ich gebe ihnen sehr klare formale Anweisungen.“ Und wie denkt er über die Zusammenarbeit mit dem Amsterdamer Design Duo Victor & Rolf? „Victor & Rolf sind Designer, die sich mit dem Theater sehr gut auskennen. Und da die Kostüme mit Swarovski Steinen besetzt sind wird auch meine Beleuchtungsarbeit sehr unterstützt. Für mich spielt das Licht eine sehr wichtige Rolle, vielmehr als für die meisten anderen Regisseure. Licht bedeutet Raum. Ohne Beleuchtung gibt es keinen Raum. Und selbst hören, kann man mit der richtigen Beleuchtung besser.“ Ein weiterer zentraler Punkt in Wilsons Arbeit ist der Humor: „Humor ist extrem wichtig und man muss dem Publikum auch klar machen, dass gelacht werden darf. Dieser Humor wird in meinem ‚Freischütz’ durch die aufwändigen Vicotr&Rolf Kostüme unterstützt.“
Dr. Klaus Wenger von ARTE hob abschließend die Einzigartigkeit der gleichzeitigen Live-Übertragung des „Freischütz“ im Fernsehen und Internet hervor: „Im Festspielhaus Baden-Baden kommt es zu einer doppelten Premiere. Denn erstmals wird eine Oper live sowohl im Fernsehen als auch weltweit im Internet zu sehen sein. Die Aufgabe des Internet-Auftritts wird es dabei sein, der Frage ‚Wie entsteht eine Oper?’ nachzugehen. Die Verzahnung von Fernsehen und Internet stellt ein Experiment dar, das im Festspielhaus Baden-Baden Premiere feiert. Wir bei ARTE sind sehr glücklich, dass sich das Festspielhaus und Robert Wilson auf dieses Experiment einlassen.“
Tickets und weitere Informationen unter:
Tel. 07221-3013-101 und www.festspielhaus.de




