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Pressekonferenz "Carmen"
Pressekonferenz zu Pilhippe Arlauds Neuinszenierung der Oper „Carmen“
So wichtig wie ein Wagner
Teodor Currentzis dirigiert "Carmen" im Festspielhaus Baden-Baden
BADEN-BADEN – Für den Intendanten des Festspielhaus Baden-Baden Andreas Mölich-Zebhauser ist Teodor Currentzis eine der „ganz großen Entdeckungen der letzten Zeit“. Der Chefdirigent des Opernhauses in Novosibirsk wird bei den Pfingstfestspielen die Neuinszenierung der Oper „Carmen“ leiten und seine Ensembles „New Sibirean Singers“ und „Anima Aeterna“ mit in der konzertant aufgeführten Purcell-Oper „Dido and Aenas“ vorstellen. Heute (6. Mai 2010) stellte sich das Leitungsteam der Opern-Neuproduktion „Carmen“ zwei Wochen vor der Premiere den Fragen der Presse.
Teodor Currentzis bezeichnete „Carmen“ als besonders schwierige Oper, da man das Werk erst von seinen „Traditionen“ befreien müsse: „Ich werde mit historischen Instrumenten eine frische Sicht auf ‚Carmen’ ermöglichen,“ versprach er. „Mir geht es um die Transparenz der Musik, einer Musik, die im Grunde sehr ernst ist. Das ist gar nicht so einfach, da man alles Gewesene erst einmal vergessen muss, um unvoreingenommen an das Werk heranzugehen. ‚Carmen’, die von Freiheit, Moral und Gesetz handelt, hat in jeder Kultur ihre ganz eigene Lesart gefunden. Diese gilt es zu überwinden.“ Im Festspielhaus Baden-Baden wird Currentzis übrigens seine vorerst erste und letzte „Carmen“ dirigieren: „Ich habe ‚Carmen’ für das Festspielhaus Baden-Baden anhand verschiedener Originalquellen erarbeitet. Danach werde ich Stück beiseite legen und mit Sicherheit für eine sehr lange Zeit nicht mehr dirigieren.“
Die israelische Mezzo-Sopranistin Rinat Shaham, die derzeit als eine der am meisten gefragten Carmen-Darstellerinnen gilt, singt im Festspielhaus Baden-Baden die Titelpartie. Shaham sagte in der Pressekonferenz: „Ich freue mich auf die Neuproduktion und das fantastische Team mit dem ich im Festspielhaus Baden-Baden zusammenarbeite. Philippe Arlaud bringt tolle neue Ideen mit und auch Teodor Currentzis inspiriert uns alle mit seinen brillanten musikalischen Vorstellungen.“ Zu ihrer eigenen Person und in welcher Verbindung sie selbst mit dieser Rolle stehe, erläutert die Israelin: „Ich identifiziere mich sehr mit Carmen und fühle mich auch im wirklichen Leben so. Das ist sehr wichtig für diese Rolle, wenn man eine überzeugende Carmen auf der Bühne sein möchte. Dennoch bin ich natürlich jederzeit gerne bereit andere Rollen zu spielen.“
Für Philippe Arlaud, der für die Inszenierung im Festspiehaus Baden-Baden verantwortlich zeichnet, ist es die erste „Carmen“ seiner langjährigen Karriere. Arlaud bezeichnet diese meistgespielte Oper als „besondere Herausforderung“ und möchte das Werk von der für ihn „unerträglichen Folklore“ befreien: „Ich bin der Meinung man muss ‚Carmen’ erst einmal von den ganzen Folklore-Klischees frei machen. Für mich ist bei der Inszenierung dieses Werks eine ganz klare und eindeutige Dramaturgie entscheidend. Obwohl wir ‚Carmen’ im Festspielhaus Baden-Baden mit großen, durch Videosequenzen ergänzte Bühnenbilder realisieren, kommt es mir besonders auf eine genaue Personenführung und eine hohe Konzentration auf die einzelnen Charaktere an.“ Im Detail erläutert Arlaud weiter: „In meiner Carmen prallen vier Welten, das heißt die Welt der Schmuggler, die des Militärs, die Stierkampfwelt sowie die Welt des Lilas Pastia aufeinander. Zentral ist für mich dabei stets das Prinzip der Dominanz. Nur Carmen ist die einzige Person, die – abgesehen von ihrem eigenen Schicksal – keine Dominanz duldet.“
FESTSPIELHAUS BADEN-BADEN
Pfingstfestspiele vom 22. bis 30. Mai 2010
Tickets und Informationen unter www.festspielhaus.de
oder Tel. 07221-3013-101
Bizet: „Carmen“
Philippe Arlaud
Samstag, 22. Mai 2010, 19:00 Uhr
Montag, 24. Mai 2010, 18:00 Uhr
Mittwoch, 26. Mai 2010, 20:00 Uhr
Teodor Currentzis: Musikalische Leitung
Philippe Arlaud: Inszenierung, Bühnenbild und Licht
Andrea Uhmann: Kostüme
Rinat Shaham: Carmen
Nikolai Schukoff: Don José
Michael Nagy: Escamillo
Marina Rebeka: Micaëla
Katherina Müller: Frasquita
Christina Daletska: Mercédès
James Elliott: Remendado
Roman Grübner: Moralès
Jean-Marc Salzmann: Zuniga
Michael Vier: Dancairo
Philipe Ermelier: Lillas Pastia (Sprechrolle)
Balthasar-Neumann-Chor
Petits Chanteurs de Strasbourg, Maîtrise de l’Opéra national du Rhin (Chordirektor: Philippe Utard)
Balthasar-Neumann-Ensemble
In französischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln.
Preise: € 230,00 / 184,00 / 150,00 / 115,00 / 69,00
Ermäßigt: € 207,00 / 166,00 / 135,00 / 104,00 / 62,00



