Festspielhaus Baden-Baden

Villazón goes Hollywood

Das Zeug zum Filmstar hat der mexikanische Tenor Rolando Villazón allemal. Jetzt holt er Hollywood allerdings auf die Opernbühne. In seiner ersten eigenen Inszenierung von Gaetano Donizettis Oper „L’elisir d’amore“ erzählt er die Handlung an einem Film-Set. Die Geschichte in der Geschichte kommt am 28. Mai 2012 im Festspielhaus Baden-Baden heraus.

Rolando Villazón singt den Nemorino in Donizettis Oper „L’elisir d’amore“ schon seit einiger Zeit weltweit mit großem Erfolg. Als er mit dem Baden-Badener Festspielhaus-Intendanten Andreas Mölich-Zebhauser über seinen Baden-Badener Nemorino sprach, diskutierten die beiden auch über einen möglichen Regisseur bis der Intendant den Tenor fragte: „Warum inszenierst Du nicht selbst?“

2011 hatte Villazón mit Erfolg die Oper „Werther“ in Lyon herausgebracht und spielte schon seit einigen Jahren mit dem Gedanken, auch zu inszenieren. Mit Richard Jones verbrachte er einst einen kreativen Abend im Rahmen der „La Bohéme-Inszenierung“ auf der Bregenzer Seebühne. Und Jones meinte damals – im Jahr 2000 – zum Mexikaner: „Du solltest Regisseur werden“.

Eine Dekade später nun ist Rolando Villazón neben seiner weltweiten sängerischen Tätigkeit auch Opernregisseur. Die Sänger-Kollegen, so berichtet er, seien in Lyon zunächst skeptisch gewesen, ob einer von ihnen inszenieren könne. „Doch nachher wollten sie sogar bei den Proben zuschauen, wenn sie nicht auf dem Plan standen“, sagt Villazón mit einem schelmischen Lächeln.

Entscheidend für den Sänger-Regisseur: „Du musst ein gutes Konzept haben und dies den Sängern vermitteln. Wenn Du nur sagst: ‚Bieten Sie mir mal etwas an‘, fühlt sich der Sänger unsicher und macht im Zweifel genau das, was er in der letzten Inszenierung der gleichen Oper getan hat.“

Für seine Neuinszenierung im Festspielhaus Baden-Baden hat sich Rolando Villazón sehr viel vorgenommen. „Ich möchte sogar, dass jeder Chorsänger eine kleine Schauspielaufgabe bekommt“, sagt der Tenor und Regisseur, der nun zum ersten Mal eine Oper mit Chor in Szene setzt. Dies blieb ihm bei „Werther“ in Lyon noch erspart.

Statisten und Stuntmen

Zum "Liebestrank" hatte Rolando Villazón viele Ideen. "Aber ich wollte das Stück nicht zu kompliziert erzählen, denn das hat Donizetti auch nicht getan", so der frisch gebackene Regisseur. So kam er auf die Idee, eine "Geschichte in der Geschichte" zu erzählen. An einem Filmset in den 1940er Jahren wird ein Western gedreht. Hier treffen die Figuren eines Dorfes und die Figuren aus dem Film aufeinander. "Das kann sehr lustig werden, soll aber auch sehr poetisch bleiben", sagt Rolando Villazón, der schon Wochen vor dem Probenauftakt mit seinen Solisten-Kollegen mit Statisten und Stuntmen in Baden-Baden arbeitet. "Ich kann den 23. April kaum erwarten", sagt Villazón - dann ist offizieller Probenauftakt für "L'elisir d'amore". Aufführungen: 28. und 31. Mai sowie 3. Juni 2012.'

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