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Nah und Dunkel
Thielemanns Probleme mit Gustav Mahler sind bekannt: Wenn er sich ihm ausliefere, komme er an einen Punkt, an dem „etwas kaputt geht“, verriet der Dirigent der ZEIT. Dem ebenso hypersensiblen Robert Schumann hingegen fühlt sich Thielemann nahe. Zum wiederholten Mal beschäftigt er sich mit dessen vier Sinfonien – ohne dabei sein Klangideal zu verraten.

Robert Schumanns erste Sinfonie hat der Komponist wie in einem Rausch skizziert – diesem leidenschaftlich spontanen Zugriff fühlt sich Thielemann durchaus verwandt. Deshalb schätzt er auch den rhythmisch flexiblen Dirigierstil eines Bruno Walter, Hans Knappertsbusch oder Wilhelm Furtwängler. Die „historische Aufführungspraxis“ bleibt ihm jedoch eher fremd, soviel auch er von Nikolaus Harnoncourt, John Elliot Gardiner und Reinhard Goebel gelernt habe. Der kraftvoll satte, dunkle Klang ist es, den er beim Schumann verwirklichen will – nun, nach früheren Aufnahmen mit dem Philharmonia Orchestra, endlich auch mit den Wiener Philharmonikern am 27. April 2012 im Festspielhaus.




