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Von Zerbinetta zum Zar
Die Opernsaison 2011-2012 im Festspielhaus Baden-Baden gleicht einer musikalischen Reise von Wien ins russische Zarenreich. Zwischenstopp: Eine italienische Dorfhochzeit. Bücher könnte man über alle drei Opern Ariadne auf Naxos, L'Elisir d'Amore, und Boris Godunow schreiben, doch wir beschränken uns auf das Wichtigste im Überblick.
"Ariadne auf Naxos", Premiere am 18.02.2012, weitere Vorstellungen am 22. und 25.02.2012
Die Handlung
Ein reicher Wiener Bürger hat für ein und denselben Abend zum Festessen in sein Haus geladen und zur Unterhaltung der Gäste eine tragische Oper, ein komisches Ballett und ein Feuerwerk bestellt. Kein Wunder, dass die Zeit knapp wird, daher befiehlt der Hausherr, dass die tragische Oper "Ariadne auf Naxos" und die Harlekinade über die lebenslustige Zerbinetta gleichzeitig aufgeführt werden. Die Künstler sind zunächst entsetzt, fügen sich aber schließlich geht´s um die Gage.
So treffen tragische und komische Gestalten auf der Hausbühne zusammen und entwickeln scheinbar improvisierend ein ganz neues Stück. Die klagende Ariadne, die auf dem Naxos dem Tode entgegen sieht, wird von der bekennenden Polygamistin Zerbinetta aufgeheitert. Schließlich erscheint nicht der Tod, sondern der junge Gott Bacchus, mit dem Ariadne eine neue Liebe entdeckt. Es entsteht etwas Neues nicht nur auf der Bühne, sondern auch dahinter. Schließlich geht es bei diesem Theater auf dem Theater nicht nur um die Kunst, sondern auch mal wieder um die Liebe.
Die Entstehung
Nach dem Rosenkavalier war Richard Strauss zunächst nicht begeistert, als Hugo von Hofmansthal ihm von seiner Idee der Fortschreibung des Bürger als Edelmann (nach Moliére) berichtete. Doch der Dichter gab nicht auf und überzeugte den Komponisten schließlich unter anderen mit diesen Zeilen, die den Grundkonflikt des Werkes beschreiben, und den Horizont zu ganz grundsätzlichen Fragen hin öffnet: Verwandlung ist Leben des Lebens, ist das eigentliche Mysterium der schöpfenden Natur; Beharren ist Erstarren und Tod. Wer leben will, der muss über sich selber hinwegkommen, muss sich verwandeln: er muss vergessen. Und dennoch ist ans Beharren, ans Nichtvergessen, an die Treue alle menschliche Würde geknüpft. Strauss und Hofmannsthal feilten lange an dem Werk. Während eine erste Fassung mit Schauspiel anschließender Oper nicht besonders gut ankam, wurde die durchkomponierte Geschichte ein großer Erfolg.
Das Team
Christian Thielemann setzt seine Baden-Badener Richard-Strauss-Reihe nach "Der Rosenkavalier" (2009) und "Elektra" (2010) mit der Oper "Ariadne auf Naxos" zu den Winterfestspielen 2012 fort. Die Neuinszenierung erarbeitet Philippe Arlaud ein alter Bekannter für das Baden-Badener Publikum. Der französische Künstler und Bayreuth-Regisseur ( Tannhäuser 2002) schuf an der Oos schon so erfolgreiche Regiearbeiten wie Rigoletto, Falstaff oder Carmen.
Die Besetzung dieser Ariadne kann durchaus als luxuriös bezeichnet werden: Sophie Koch als Komponist, Renée Fleming als Ariadne/Primadonna, Jane Archibald als Zerbinetta und Robert Dean Smith als Bacchus seien hier nur stellvertretend für ein Ensemble genannt, das bis in die kleinen Partien erstklassig besetzt wurde. Den Haushofmeister spricht René Kollo, der zuletzt als Aeghist in der Baden-Badener Elektra zu erleben war.
Die Sächsische Staatskapelle Dresden, das Hausorchester der Semperoper, sitzt erstmals im Baden-Badener Orchestergraben und begleitet die exzellenten Sängerinnen und Sänger.
3 Fragen an Philippe Arlaud
Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Am Samstag, 18. Februar 2012 hat "Ariadne auf Naxos" im Festspielhaus Premiere. Regisseur Philippe Arlaud hat am Rande der ersten Probe erzählt, was ihn an dem Werk begeistert. Zur Handlung: Im Palais eines reichen Herrn sollen eine ernste Oper und eine Komödie gleichzeitig aufgeführt werden - aus Zeitgründen. Strauss und von Hofmannsthal entwickeln daraus ein wechselvolles Theater auf dem Theater.












