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Das Bad in der Menge
Anna Netrebko und Erwin Schrott gaben nicht nur in ihrem umjubelten Baden-Badener Opernkonzert alles: nach dem Auftritt beglückten die beiden Künstler viele Autogrammjäger und Fans am Bühneneingang. Schon vor dem Konzert hatten Hunderte gehofft, noch eines der begehrten Tickets zu ergattern. Auf der Bühne gab es dann Küsse, ein Tänzchen und einen Computer.
Als auf der Bühne des Festspielhauses Baden-Baden die Philharmonie Baden-Baden und der Philharmonia Chor Stuttgart Platz genommen hatten, stieg die Spannung ins Unermessliche: Welches Kleid trägt Anna Netrebko zur ersten Arie? Klare Antwort: Ein Traum in Rot. So erschien sie von Applaus umtost, um zu Luigi Arditis "Il bacio" anzuheben.
Auf diesen Moment hatten 2.500 Besucher im Festspielhaus Baden-Baden gewartet. Immerhin sollten die gesungenen Küsse schon einmal am 3. Januar erklingen, doch Anna Netrebko musste das mit Erwin Schrott geplante Neujahrskonzert in Baden-Baden damals schweren Herzens absagen.
Um so leichter fiel den beiden Künstlern nun die Wiedergutmachung: Erwin Schrott begrüßte die 2.500 mit der Registerarie des Leporello aus Mozarts Oper "Don Giovanni". Doch statt eines ledernen Liebes-Register bediente der Bassbariton einen Tablet-Computer und erntete erste Lacher: Liebe in Zeiten des Internet? Dieser Scherz kam gut an.
Noch lebendiger wurde es dann bei den Szenen des Dulcamara und der Adina aus Donizettis "Liebestrank". Anna Netrebko haute kräftig auf die (Orchester)-Pauke, während Erwin Schrott als Quacksalber Dulcamara seinen "Liebestrank" gleich flaschenweise unters Publikum zu bringen. Und er staunte nicht schlecht, als ihm ein Besucher (kein Statist!) in der ersten Reihe tatsächlich 50 Euro für das Requisiten-Fläschchen mitten in der Arie hinblätterte.
Nach einem seeligen Tänzchen ("Lippen schweigen") und inniger Umarmung zu "Bess, you is my woman now" brachten Anna Netrebko und Erwin Schrott den Saal mit den Zugaben noch einmal richtig zum Kochen: Die Sopranistin zauberte Puccinis "O mio babino caro" in den Saal, bevor Erwin Schrott dem Publikum zwei rassige Tangos von Astor Piazzolla mit auf den Heimweg gab.Und wie gesagt: Der begann für viele Besucher mit einem Wiedersehen mit den Stars - bei der spontanen Autogrammstunde am Bühneneingang, wo noch einmal herzlich geherzt und gescherzt wurde.






