Luxusklang aus Chicago

Riccardo Muti kommt mit dem Chicago Symphony Orchestra nach Baden-Baden

Das amerikanische Spitzenorchester, auf zahllosen Aufnahmen unter berühmten Dirigenten zu hören und in Fachkreisen vor allem für seinen ausgewogenen Blechbläserklang bekannt: Das Chicago Symphony Orchestra ist am Mittwoch, 25. Januar 2017 im Festspielhaus Baden-Baden zu Gast. Chefdirigent Riccardo Muti steht – wie 1998 beim ersten Besuch des Orchesters – am Pult und wird Werke von Hindemith, Elgar und Mussorgsky dirigieren – darunter die bekannten „Bilder einer Ausstellung“.

Für Extravaganzen wie extreme Rubati, künstlich aufgetragene Dynamik-Schwankungen oder aufreizend langsame Tempi hat Riccardo Muti nichts übrig. Schließlich ist der italienische Maestro für seine Werktreue bekannt und gilt zudem als kompromissloser Perfektionist, der sich leidenschaftlich auf das Wesentliche beschränkt: die Musik in adäquater, werkgetreuer Wiedergabe. „Ich verwende immer die authentische Version einer Partitur“, sagt er. Muti repräsentiert wie kein anderer Dirigent seiner Generation eine italienische Dirigier-Tradition, die sich direkt auf Arturo Toscanini berufen kann – schließlich waren seine wichtigsten Lehrer am Mailänder Konservatorium neben dem Komponisten Bruno Bettinelli die Toscanini-Schüler Antonio Votto und Guido Cantelli. „Es gibt viele Kollegen, die sagen, wie glücklich sie sind, schon allein wenn sie auf dem Podium stehen. Ich aber bin glücklich, wenn es den Musikern und mir gelingt, dem Komponisten zu dienen und den Zuhörern etwas zu vermitteln. Das ist eine Frage der Ehrlichkeit.“

Muti studierte Klavier, Komposition und Dirigieren in seiner Heimatstadt Neapel sowie in Mailand. Seine internationale Karriere begann, als er 1967 den renommierten Guido-Cantelli-Wettbewerb gewann und man ihn ein Jahr später zum künstlerischen Leiter des Maggio Musicale Fiorentino ernannte. Dann ging es Schlag auf Schlag: 1971 wurde er von Herbert von Karajan zu den Salzburger Festspielen eingeladen, 1972 debütierte er beim Philadelphia Orchestra, übernahm als Nachfolger von Otto Klemperer das Philharmonia Orchestra in London und war viele Jahre Musikdirektor des Teatro alla Scala.

Auf dem Programm im Festspielhaus Baden-Baden wird Muti mit „seinem“ Orchester Paul Hindemiths Konzertmusik op. 50 „Sinfonia concertante“ für Blechbläserensemble und Streichorchester interpretieren. Anschließend erklingt die Konzertouvertüre „Im Süden“ von Edward Elgar. Diese schrieb der Komponist im italienischen Alassio – eine stimmungsvolle Neuentdeckung, mit der sich Riccardo Muti einmal mehr auch für die Randbereiche des Repertoires einsetzt. In die Welt der von Teufeln und Dämonen bevölkerten Erzählungen Nikolai Gogols führt dann Modest Mussorgskys Tondichtung „Die Nacht auf dem Kahlen Berge“, die von Gogols „Johannisnacht“ inspiriert wurde. Hauptwerk des Abends ist Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung, der dank der Orchestrierung von Maurice Ravel zum populärsten Werk der russischen Instrumentalmusik avancierte.

Foto: Todd Rosenberg Photography

 

Director Riccardo Muti Orchestra Chicago Symphony Orchestra

Mittwoch 25 Jan 2017 19:00 H

Riccardo Muti & Chicago Symphony Orchestra

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