Festspielhaus Baden-Baden

Was als Fiasko begann ...

... wurde zur Legende. Dieser Satz fasst zusammen: Hoffnungen, Visionen, Tränen, Träume, Irr- und Auswege. Und immer wieder Künstler, die Freunde wurden, und Freunde, die Paten wurden für eine Idee: dass es möglich ist, ein Opernhaus dieser Größe privatwirtschaftlich zu führen. Und die Legende wird fortgeschrieben: Die besten Jahre kommen jetzt.

Spielzeit 10|11

Auch das kann an einer Saison denkwürdig sein: das Fehlen einiger angekündigter Protagonisten. Publikum und Haus mussten im Herbst 2010 die Absagen einiger erkrankter Künstler verkraften. Intendant Andreas Mölich-Zebhauser gewann aus der Not die Tugend, dem Publikum großzügige Ersatzangebote und „Trostkonzerte“ zu bieten, so dass die Enttäuschung bald in Begeisterung umschlug.

Einer der ersten Höhepunkte war die Verleihung des Herbert von Karajan Musikpreises am 4. November 2010 an Daniel Barenboim. Der Dirigent und Pianist spielte an diesem Abend ein Solo-Recital und rief stehende Ovationen für sein Spiel hervor. Als Laudator sollte Pierre Boulez auftreten, der aber aus den USA aufgrund seines Gesundheitszustandes um Verständnis dafür bat, dass der Komponist Wolfgang Rihm seine Rede stellvertretend für ihn verlas.

Noch im gleichen Monat feierte der mexikanische Tenor Rolando Villazón sein Comback im Festspielhaus Baden-Baden. Sein Programm „Mexican Songs“ brachte den ausverkauften Saal zum Kochen.

Der Freundeskreis Festspielhaus Baden-Baden weihte am 5. Dezember gemeinsam mit dem Pianisten Martin Stadtfeld den neuen Steinway-Flügel ein. Dank einer Spendenaktion des Fördervereins konnte der Konzertflügel angeschafft werden. Im Kreis der Spender spielte Stadtfeld Wagner-Paraphrasen von Franz Liszt.

Sehr erfolgreich begann das Jahr 2011. Philipp Himmelmanns Inszenierung der Mozart-Oper „Cosí fan tutte“ kam bei Publikum und Presse gleichermaßen gut an. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung befand, es sei eine „himmlische Inszenierung“, so dass der Auftakt eines Baden-Badener Zyklus‘ der „da-Ponte-Opern“ Mozarts als gelungen bezeichnet werden durfte.

Im Verlauf der Winterfestspiele dirigierte Christian Thielemann einen fulminanten Brahms-Zyklus, mit dem sich die Münchner Philharmoniker zunächst aus Baden-Baden verabschiedeten, wo sie die Winterfestspiele zuvor mit Opernproduktionen wie „Der Rosenkavalier“ oder „Elektra“ bereichert hatten.

Verbunden mit einer großen Fernsehproduktion wurde die Uraufführung des Balletts „Le Sacre“ von Mauro Bigonzetti zu einem weiteren Höhepunkt des Frühjahrs im Festspielhaus.

Der chinesische Pianist Lang Lang lud Mitte April 2011 Schülerinnen und Schüler aus Baden-Baden und Umgebung zu einer ganz besonderen Musikstunde. Gemeinsam mit jungen Stipendiaten der Lang Lang Foundation erklärte der Weltklasse-Pianist die Faszination des Klavierspiels und blieb so lange bei den Kindern, bis jeder sein Autogramm und sein Erinnerungsfoto gesichert hatte.

Prominenten Besuch erhielten die Pfingstfestspiele 2011. Bundeskanzlerin Angela Merkel sah sich gemeinsam mit ihrem Mann die neu inszenierte Oper „Salome“ von Richard Strauss an und gratulierte anschließend den Künstlern bei einem kleinen Empfang auf der Festspielhaus-Bühne.

Im Frühsommer 2011 fiel die Entscheidung, dass die Berliner Philharmoniker ab 2013 ihre Osterfestspiele nicht mehr in Salzburg, sondern in Baden-Baden abhalten würden. Das Medienecho auf diese gemeinsame Ankündigung aus Berlin und Baden-Baden war gewaltig.

Pierre Boulez übrigens holte seine Begegnung mit Daniel Barenboim (siehe oben) am 11. Juni 2011 auf spektakuläre Weise nach. Der Komponist und Dirigent leitete die Staatskapelle Berlin bei einem Liszt-Programm. Daniel Barenboim spielte zum 200. Geburtstag des Komponisten dessen zwei Klavierkonzerte an einem Abend.

Gemeinsam mit dem Bildungspartner dm drogeriemarkt lud das Festspielhaus Baden-Baden im Juli 2011 hunderte Schüler zu einer Aufführung der Sao Paulo Companiah de Danca ein.

Krönender Höhepunkt einer aufregenden Saison wurde der konzertante „Don Giovanni“, der an drei Abenden als Baden-Baden Gala 2011 stürmisch gefeiert wurde. Yannick Nézet-Seguin leitete das Mahler Chamber Orchestra. Solisten waren unter anderen: Diana Damrau, Joyce DiDonato, Mojca Erdmann, Rolando Villazón, Ildebrando D’Arcangelo, Luca Pisaroni und Konstantin Wolff. Die an diesen Abenden aufgenommene CD erscheint im Sommer 2012 bei der Deutschen Grammophon.

 

Spielzeit 09|10

Die gesamte vergangene Saison in ein paar wenigen Sätzen zusammenzufassen, gleicht einem nahezu unmöglichem Vorhaben. Aus diesem Grunde wollen wir uns hier ein paar ganz besonderen Glanzpunkten widmen und sie wie erhellende Blitzlichter streifen. Lassen Sie mit unserer Bildergalerie noch einmal die magischen Momente der vergangenen Saison Revue passieren.

Die Dreigroschenoper“ in der Regie von Robert Wilson bei den Herbstfestspielen. Der berüchtigte Mackie Messer (Stefan Kurt) ist dem Galgen gerade noch einmal entkommen. Unten links ist Angela Winkler als Jenny zu sehen.

© Lesley Leslie-Spinks

Jonas Kaufmann bei der Operngala am 22. Oktober 2009 im Festspielhaus Baden-Baden. Mit der „Gralserzählung“ aus Wagners „Lohengrin“ begeistertet er das Publikum restlos.

© Andrea Kremper

Georges Prêtre dirigiert die Wiener Philharmoniker im Festspielhaus Baden-Baden. Auf dem Programm stand Beethovens „Eroica“

© Andrea Kremper

Die Sächsische Staatskapelle Dresden spielte unter Christoph Eschenbach Bruckners „Romantische“ im Festspielhaus Baden-Baden.

© Marcus Gernsbeck

Lorin Maazel und das Philharmonia Orchestra London interpretierten im Festspielhaus Baden-Baden die Neunte von Gustav Mahler

© Marcus Gernsbeck

Von links: Laudator Helmuth Rilling, Bassbariton Thomas Quasthoff und Vorstandsvorsitzender Horst Weizmann bei der Verleihung des Herbert von Karajan Musikpreises 2009 des Festspielhaus Baden-Baden.

© Eric Tran Quang

„Stars of the Kirov“: Ulyana Lopatkina und Danila Korsuntsev beim augenzwinkernden „Grand Pas de deux“ von Christian Spuck

© Marcus Gernsbeck

Die amerikanische Mezzo-Sopranistin Joyce DiDonato begeisterte das Festspielhaus-Publikum im zweiten Teil des Silvesterkonzerts mit Liedern des „American songbook“.

© Andrea Kremper

Die lebende Tenorlegende René Kollo in der kleinen, aber sehr wichtigen Rolle des Aegisth in Herbert Wernickes Inszenierung der „Elektra“.

© Andrea Kremper

Der italienische Meisterpianist Maurizio Pollini bei seinem Debüt-Klavierabend im Festspielhaus Baden-Baden.

© Andrea Kremper

Ein ganz besonderer Saisonhöhepunkt: Krystian Zimerman gibt eines seiner ganz wenigen Konzerte im Festspielhaus Baden-Baden mit Werken von Chopin.

© Andrea Kremper

Der amerikanische Saxofonist Wayne Shorter ist für Jazzkenner ein Hochgenuss. Hier bei seinem Konzert im Festspielhaus Baden-Baden.

© Andrea Kremper

Pat Metheny vor seinem gigantischen Orchestrion auf der Bühne des Festspielhaus Baden-Baden

© Michael Gregonowits

Keith Jarrett (Klavier), Gary Peacock (Bass) und Jack DeJohnette (Schlagzeug) bei ihrem einzigen Deutschlandkonzert im Festspielhaus Baden-Baden.

© Michael Gregonowits

Philippe Arlaud charakterisierte Carmen (Rinat Shaham) in seiner Neuinszenierung als Freiheitskämpferin und moderne Frauengestalt. Im Vordergrund ist Nikolai Schukoff als Don José zu sehen

© Andrea Kremper

Die Solisten Silvia Azzoni und Joelle Boulogne sowie Ensemblemitglieder des Hamburg Ballett in John Neumeiers Choreographie „Sylvia“.

© Holger Badekow

Das Cedar Lake Contemporary Ballet aus New York tanzte in Baden-Baden unter anderem Didi Veldmans Choreographie „frame of view“.

© Julieta Cervantes

Ein Tänzer des Hubbard Street Dance Chicago bei einer Szene aus Johan Ingers Ballett „Walking Mad“.

© Todd Rosenberg

Von links: Baiba Skride, Alina Pogostkina und Lisa Batiashvili beim krönenden Finale des Geigen-Gipfels im Festspielhaus Baden-Baden.

© Marcus Gernsbeck

Gleich wird der Vorhang fallen: Maestro Valery Gergiev gibt den Auftakt zu Rossinis Oper „Il viaggio a Reims“ und eröffnet die Sommerfestspiele 2010.

© Andrea Kremper

Anne-Sophie Mutter interpretiert bei den Sommerfestspielen unter Leitung von Valery Gergiev das Violinkonzert „In tempus praesens“ von Sofia Gubaidulina.

© Andrea Kremper

Anna Netrebko glänzt in der Baden-Baden-Gala 2010 mit Werken von Giovanni Battista Pergolesi. Ihr zur Seite stand Antonio Pappono und sein Orchestra dell’Accademia di Santa Cecilia Roma

© Andrea Kremper

Die Herbstfestspiele 2009 starteten die Saison am 1. Oktober gleich mit einem ganz besonderen Knüller: Bert Brechts „Dreigroschenoper“ in Robert Wilsons hoch gelobter Inszenierung vom Berliner Ensemble. Die nach Baden-Baden gereisten Mitglieder des Berliner Ensembles überzeugten durch fulminante schauspielerische Leistungen und im Orchestergraben brillierte das kammermusikalisch fein agierende Dreigroschenorchester.

Ganz besondere Sternstunden bescherte ebenfalls noch im Oktober 2009 der Tenor Jonas Kaufmann in seiner Operngala den Liebhabern tenoralen Glanzes.

Bei den Orchesterkonzerten blieben umjubelte Auftritte der Wiener Philharmoniker unter Georges Prêtre, der Sächsischen Staatskapelle Dresden unter Christoph Eschenbach sowie dem Philharmonia Orchestra London unter Lorin Maazel im Gedächtnis hängen.

Thomas Quasthoff, dem das Künstlerporträt der Saison gewidmet war, erhielt den Karajan Musikpreis 2009 und stiftete den Erlös seinem Berliner Wettbewerb „Das Lied – International Song Competition“.

Nach dem traditionellen Gastspiel des Mariinsky-Balletts St. Petersburg in der Weihnachtszeit sorgte die amerikanische Mezzo-Sopranistin Joyce DiDonato für einen ebenso unterhaltsamen wie künstlerisch wertvollen Abschluss des Jahres 2009.

Die Winterfestspiele 2010 läuteten das neue Jahr im Festspielhaus Baden-Baden mit einer hochkarätig besetzten Produktion Richard Strauss’ „Elektra“ in der Regie des verstorbenen Herbert Wernicke ein. Im Orchestergraben saßen die ausgezeichnet disponierten Münchner Philharmoniker unter Leitung von Star-Dirigent Christian Thielemann.

Vom Klavierhimmel stiegen zwei der ganz großen Götter herab auf die Bühne des Festspielhaus Baden-Baden: Maurizio Pollini (3. Februar) und Krystian Zimerman (19. März) gaben ihre mit Spannung erwarteten und frenetischem Applaus gefeierten Debüts im Festspielhaus.

Die gewichtigsten Festspiele sind in Baden-Baden nach wie vor die Pfingstfestspiele. Im Jahr 2010 warteten sie mit einer Neuinszenierung der Oper „Carmen“ von Georges Bizet auf. Der französische Regisseur Philippe Arlaud hatte sich dem Stoff auf ganz neue, von übertriebenen folkloristischen Elementen freie Art genähert. Im Graben begleitete das Balthasar-Neumann-Ensemble auf historischen Instrumenten unter Leitung des jungen Griechen Teodor Currentzis.

Das wohl einzigartigste Projekt der Saison fand mit dem sogenannten „Geigen-Gipfel“ am 4. Juli 2010 statt. Bei dem von ARTE aufgezeichneten Konzert konnte man drei der herausragenden Geigerinnen der Gegenwart auf der Bühne des Festspielhauses erleben: Die Lettin Baiba Skride, die Russin Alina Pogostkina sowie die Georgierin Lisa Batiashvili. Zum Abschluss spielten sie gemeinsam eine Uraufführung von Nicolas Bacri.

Zum erfrischenden Höhepunkt der Sommerfestspiele 2010 avancierte ohne Zweifel Rossinis Opernspaß „Il viaggio a Reims“ in der Inszenierung des französischen Regisseurs Alain Maratrat. Valery Gergiev hatte diese Produktion mit großem Erfolg vom Mariinsky-Theater St. Petersburg mit ins Festspielhaus Baden-Baden gebracht.

Ganz andere Töne strich dieses Mal Anne-Sophie Mutter auf ihrer Stradivari an, denn sie begeisterte bei ihrem „Sommerauftritt“ mit dem für sie komponierten Violinkonzert „In tempus praesens“ von Sofia Gubaidulina.

Für den wohl alles krönenden Saisonabschluss empfahl sich bei der Baden-Baden-Gala 2010 die große russische Star-Sopranistin Anna Netrebko. Begleitet vom Orchestra dell’ Accademia di Santa Cecilia Roma unter Antonio Pappano begeisterte sie das Festspielhaus Publikum unter anderem mit dem „Stabat Mater“ des legendären italienischen Barockkomponisten Giovanni Battista Pergolesi. Das Konzert wurde übrigens von der Deutschen Grammophon aufgezeichnet und wird bald im Handel als CD erhältlich sein.


Spielzeit 08|09

Wenn das Festspielhaus Baden-Baden feiert, kommt es auf den guten Ton an - und auf mehr. Erleben Sie noch einmal den Festakt zum 10. Geburtstag des Hauses vom 14. September 2008 im Film.

Mit hochkarätig besetzten Festkonzerten und einem kreativen Rahmenprogramm feiert das Festspielhaus mit seinem Publikum im Herbst 2008 das zehnte Jahr des Bestehens und die Wiedergeburt des privat finanzierten Opernhauses im September 1998. Gustavo Dudamel und das National Youth Orchestra of Venezuela hinterlassen im Festprogramm ebenso unvergessliche Eindrücke wie die New Yorker Philharmoniker und das Orchester des Mariinsky-Theaters St. Petersburg.

Am 14. September 2008 hält der Komponist und Dirigent Pierre Boulez eine Festrede und lobt die „radikale Idee“, das größte deutsche Opern- und Konzerthaus als Neugründung in ein kleines Schwarzwaldtal zu bauen und privat zu betreiben.
Tief beeindruckt vom Festprogramm tritt das Baden-Badener Unternehmer-Ehepaar Franz Bernhard und Annette Wagener als 21. Mitglied der Kulturstiftung Festspielhaus Baden-Baden bei.


Bedeutende und viel diskutierte Opernproduktionen prägen die Saison 2008/2009 in besonderem Maße. Rossinis „Il barbiere di Siviglia“ kommt von der New Yorker Metropolitan Opera ins Festspielhaus Baden-Baden. Bartlet Shers Inszenierung wird ebenso enthusiastisch gefeiert wie Thomas Hengelbrocks Lesart der Rossini-Partitur und das Spiel des Balthasar-Neumann-Ensembles auf Instrumenten der Entstehungszeit der Oper.
Christian Thielemann dirigiert zu den Winterfestspielen einen international hochkarätig besetzten „Rosenkavalier“ und begrüßt „seine“ Münchner Philharmoniker dazu erstmals nach langer Zeit wieder in einem Orchestergraben. Zur illustren Solistenriege zählen unter anderem Renée Fleming, Diana Damrau, Sophie Koch, Jane Henschel, Jonas Kaufmann und Franz Grundheber.

Mit einem Liederabend Diana Damraus beginnt im Festspielhaus Baden-Baden die Ära der Konzerte mit Publikum auf der Bühne vor der Kulisse des eindrucksvoll illuminierten Zuschauerraums. Der neue „Konzertraum“ wird im dreitägigen Künstlerporträt „Oli Mustonen“ weiter genutzt.

Der Freundeskreis Festspielhaus feiert seine jährliche Gala gemeinsam mit der Violinistin Hilary Hahn, die das große Auditorium mit einem sehr intimen Kammerkonzert zu fesseln vermag und prominentes Neumitglied des Freundeskreises wird. Wenig später begrüßt der Vorstand des Vereins das 1400. Mitglied. Der zu dieser Zeit amtierende Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble wird in seinem Amt als Vorsitzender bestätigt.

Zu den Pfingstfestspielen inszeniert Robert Wilson erstmals in seiner langen Regielaufbahn Carl Maria von Webers Oper „Der Freischütz“. Die Kostüme entwerfen die niederländischen Star-Couturiers Viktor&Rolf, was für Aufsehen in der Mode- und Musikwelt sorgt. Der deutsch-französische Fernsehsender ARTE überträgt am 1. Juni 2009 diesen „Freischütz“ nicht nur live im Fernsehen sondern aus zwei Perspektiven auch live im Internet. Auf www.arte.tv sehen Musikliebhaber weltweit das Bühnengeschehen und gleichzeitig eine live-Reportage rund um die Technik und das Hinterbühnen-Geschehen des größten deutschen Opernhauses.


Am 27. Juni erlebt das Festspielhaus Baden-Baden seine erste Opern-Uraufführung. Im Rahmen des Kindermusikfestes erklingt Esther Hilsbergs neue Oper „Die chinesische Nachtigall“, ermöglicht durch Spenden der privaten Festspielhaus-Förderer.


Mit einem bewegenden Schostakowitsch-Zyklus beendet das Mariinsky-Orchester St. Petersburg unter der Leitung von Valery Gergiev die Saison 2008/2009. Die beiden in Deutschland eher unbekannten russischen Opern „Aleko“ (Rachmaninow) und „Jolanthe“ (Tschaikowsky) krönen die Sommerfestspiele auch dank prominenter Sänger-Besetzung. Anna Netrebko gibt ihr Rollendebüt als blinde Königstochter Jolanthe und wird von Graf Vaudemont alias Piotr Beczala umworben. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung urteilt: „Ein Tschaikowsky-Fest“.

Spielzeit 07|08

Im Frühjahr 2008 stehen die Oper „Der fliegende Holländer“ als Koproduktion mit dem Mariinsky-Theater St. Petersburg sowie die konzertanten Aufführungen der Bellini-Oper „La Sonnambula“ mit Cecilia Bartoli im Mittelpunkt des Interesses.

Zu den Pfingstfestspielen dirigiert Claudio Abbado „Fidelio“. Die Sommerfestspiele zeigen eine umjubelte „Tannhäuser“-Produktion unter der musikalischen Leitung von Philippe Jordan. Preisträger des Herbert von Karajan Musikpreises 2007 ist John Neumeier, Ballettdirektor, Chefchoreograph und Ballettintendant des Hamburg Ballett. Die Laudatio hält Ihre Königliche Hoheit Caroline Prinzessin von Hannover in Anwesenheit Seiner Königlichen Hoheit Ernst August Prinz von Hannover und des Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg, Günther H. Oettinger.

Der Freundeskreis Festspielhaus Baden-Baden zählt zu seiner Jahreshauptversammlung im März 2008 erstmals mehr als 1.300 Mitglieder. Zum zehnten Jahrestag erscheint eine Studie der Universität St. Gallen, die die regionalwirtschaftlichen Effekte untersucht, die durch das Festspielhaus entstehen. Festgestellt wird, dass das Festspielhaus Baden-Baden der Stadt Baden-Baden jährlich einen Kaufkraftzufluss von rund 46 Millionen Euro beschert. Allein 17 Prozent der Hotelübernachtungen werden durch Gäste des Festspielhauses in Baden-Baden generiert. Zwei Drittel des 21 Millionen Euro umfassenden Etats des Festspielhaus Baden-Baden werden durch Karteneinnahmen erwirtschaftet, ein Drittel tragen private Spender und Sponsoren bei. Die Auslastung des Hauses liegt mittlerweile, gemessen am jeweils angebotenen Platzkontingent, bei 85 Prozent.

Die private Kulturstiftung Festspielhaus Baden-Baden zählt heute 20 Stifter und hat bislang über 20 Millionen Euro eingeworben. Neu eingetreten in die Kulturstiftung ist das Ehepaar Angelika Lipp-Krüll und Ernst-Moritz Lipp aus Baden-Baden. Aus dem Nachlass von Theo und Gabi Kummer wird die Kulturstiftung mit einer großzügigen Zuwendung bedacht. 


Spielzeit 06|07

In seinem ersten Künstlerporträt stellt das Festspielhaus Baden-Baden die französische Pianistin Hélène Grimaud an drei Tagen hintereinander in verschiedenen Konzerten vor.

Das Education Program „Kolumbus – Klassik entdecken!“ ist im Festspielhaus Baden-Baden zum Erfolg geworden. Rund 12.000 Schülerinnen und Schüler nahmen an diesem Projekt seit Gründung im Jahr 2002 bereits teil. Private Spender ermöglichen Schülern den Besuch von Klassik-Konzerten, Balletten und Opern. Zur Vorbereitung im Schulunterricht stellt das Festspielhaus Baden-Baden exklusives Material zur Verfügung, das von Wissenschaftlern verschiedener Hochschulen zusammengestellt wird.

Die Ehepaare Reinhard und Karin Müller sowie Ladislaus und Annemarie von Ehr treten in die private Kulturstiftung Festspielhaus Baden-Baden ein. Die im Juli 2006 verstorbene Baden-Badener Musikliebhaberin Margarete Stienen hinterlässt der Kulturstiftung große Teile ihres Vermögens.

 

Spielzeit 05|06

Mit der Verdoppelung der Festspielperioden bietet das Festspielhaus Baden-Baden nun in jeder Jahreszeit große Oper kombiniert mit international besetzten klassischen Konzerten an.

Im Januar geht der dritte „Ring“-Zyklus umjubelt über die Bühne des Festspielhauses. Internationale Medien wie die New York Times sprechen von einer wichtigen Entdeckung für die Musikwelt. Nach dem Erfolg des „Parsifal“ zwei Jahre zuvor erarbeitet dasselbe Team (Dirigent: Kent Nagano, Regie: Nikolaus Lehnhoff) zu den Herbert von Karajan Pfingstfestspielen die Wagner-Oper „Lohengrin“, die wiederum im Festspielhaus Baden-Baden verfilmt wird. Die Baden-Badener Produktion wird von der Mailänder Scala ins Programm übernommen.

Mit dem ersten „Benefizkonzert des Bundespräsidenten“ außerhalb Berlins richtet sich die nationale Aufmerksamkeit nach Baden-Baden. Horst Köhler und seiner Gattin Eva Luise wird ein herzlicher Empfang bereitet, gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten Günther H. Oettinger freut sich das Staatsoberhaupt über den bislang größten Spendenerlös in der Geschichte dieser Veranstaltung: 250.000 Euro kommen für Kinderhilfsprojekte in Deutschland an diesem Abend zusammen.

Mit dem Herbert von Karajan Musikpreis wird der russische Ausnahme-Pianist Jevgeny Kissin am 26. November 2005 ausgezeichnet. Träger des Herbert von Karajan Musikpreises 2006 ist am 12. Juli der Leiter des St. Petersburger Mariinsky-Theaters, Valery Gergiev. Das Hamburger Ehepaar Hella und Klaus Janson tritt in die private Kulturstiftung Festspielhaus Baden-Baden ein. 


Spielzeit 04|05

Nunmehr 120 international herausragende Veranstaltungen begeistern jährlich über 220.000 Besucher im größten Opernhaus Deutschlands.

Künstlerischer Höhepunkt des Jahres sind die Aufführungen der Mozart-Oper „Die Zauberflöte“ unter der musikalischen Leitung von Claudio Abbado. Der legendäre Maestro feiert damit seine Rückkehr in die Oper und dirigiert dieses Werk sogar erstmals in seiner großen Karriere.

Die Begeisterung für das Festspielhaus Baden-Baden spiegelt sich auch in der Entwicklung des Freundeskreises wider. Aktuell sind über 1.100 Freundeskreis-Mitglieder verzeichnet. Im Herbst des Jahres wird Wolfgang Schäuble in das Amt des ersten Vorsitzenden gewählt. Er folgt dem Gründungsvorsitzenden Lothar Späth. Das Ehepaar Beatrice und Götz W. Werner tritt in die Kulturstiftung Festspielhaus Baden-Baden ein. 


Spielzeit 03|04

Als künstlerischer Höhepunkt des Jahres gilt bei Publikum und Medien die erste zyklische Aufführung von „Der Ring des Nibelungen“ durch das Mariinsky-Theater St. Petersburg unter der Leitung von Valery Gergiev im Dezember 2003.

Im Januar geht das Opernabenteuer erneut über die Bühne. Auch die zweite große Richard-Wagner-Oper in dieser Saison, „Parsifal“, wird ein Erfolg. Die im Festspielhaus Baden-Baden entstandene aufwändige Verfilmung der Inszenierung von Nikolaus Lehnhoff wird weltweit im Fernsehen gezeigt und erscheint als DVD.

Der Herbert von Karajan Musikpreis wird am 7. Mai 2004 an die Berliner Philharmoniker verliehen, die sich unter der Leitung ihres Chefdirigenten Sir Simon Rattle mit einem Galakonzert für die Auszeichnung bedanken.

Mittlerweile kommen 30 Prozent der Besucher aus dem Umkreis bis 40 Kilometer Entfernung, 50 Prozent aus einem Umkreis von 40 bis 120 Kilometern Entfernung und etwa 20 Prozent der Besucher aus dem übrigen nationalen und internationalen Bereich.

Als neue Stifter treten die Ehepaare Anneliese und Wolfgang Grenke sowie Mary Victoria Gerardi-Schmid und Hans R. Schmid in die private Kulturstiftung Festspielhaus Baden-Baden ein.


Spielzeit 02|03

Das Education Program „Kolumbus – Klassik entdecken“ wird im Festspielhaus Baden-Baden aufgebaut. Als erster Baustein entsteht ein Schulprojekt. Schülerinnen und Schüler der Region können nach Vorbereitung des betreffenden Konzert- oder Opernprogramms günstige Vorzugskarten erhalten. Ziel ist, die Begeisterung für klassische Musik bei Jugendlichen zu wecken. Mehr als 50 Schulen interessieren sich von Beginn an für dieses Projekt.

Die Kulturstiftung Festspielhaus Baden-Baden ruft den Herbert von Karajan Musikpreis ins Leben. Das mit der Auszeichnung verbundene Preisgeld von 50.000 Euro ist zweckgebunden für die musikalische Nachwuchsarbeit. Der Preisträger bestimmt die Verwendung. Erste Preisträgerin am 15. Juni 2003 ist die Geigerin Anne-Sophie Mutter.


Spielzeit 01|02

Ein wichtiges Etappenziel der wirtschaftlichen Sanierung ist erreicht: Als erstes Opern- und Konzerthaus Europas schafft das Festspielhaus Baden-Baden aus eigener Kraft eine „schwarze Null“ und bestreitet seinen Betrieb ohne öffentliche Subventionen.

Die Immobilienkosten werden von Stadt und Land getragen. Die Anzahl der Privatspenden und der Sponsoren konnte gegenüber dem Vorjahr verdoppelt werden. Über 800 Mitglieder sind inzwischen im Freundeskreis Festspielhaus Baden-Baden engagiert.

Bei einer Besucherbefragung erhält das Festspielhaus Baden-Baden Spitzenwerte. Als neue Stifter können Klaus-Georg Hengstberger sowie Horst und Marlis Weitzmann begrüßt werden.


Spielzeit 00|01

Erstmals wird die Marke von 200.000 Besuchern pro Saison überschritten. Die erste Operneigenproduktion, „La Traviata“ zu den Herbert von Karajan Pfingstfestspielen, findet nationale Beachtung und Anerkennung.

Zur intensiven Betreuung und Akquisition von privaten Förderern und Sponsoren erfolgt der Aufbau einer eigenen Abteilung „Förderprogramm“ nach US-amerikanischem Vorbild.

Mit der Neukonzeption des Corporate Designs bekommt das Festspielhaus ein neues Gesicht. In die Kulturstiftung treten Sigmund Kiener, Wolfgang und Françoise Müller-Claessen und Frieder Burda ein.


Spielzeit 99|00

Das Festspielhaus Baden-Baden verzeichnet ein deutlich gesteigertes Besucherinteresse. Die wirtschaftliche Sanierung trägt erste Früchte. Neue Mitglieder treten in den Freundeskreis Festspielhaus Baden-Baden e.V. ein. Der Bann ist gebrochen.

Es erfolgt die Gründung der privaten Kulturstiftung Festspielhaus Baden-Baden durch die engagierten Musikliebhaber Karlheinz Kögel, Ernst H. Kohlhage, Hugo und Rose Mann, Walter Veyhle und Alberto Vilar. Die Kulturstiftung übernimmt für den symbolischen Preis von 50 Cent alle Gesellschaftsanteile der Betriebsgesellschaft von der Stadt Baden-Baden. Vorsitzender des Stiftungsvorstands wird Horst Weitzmann.

Die Herbert von Karajan Pfingstfestspiele zeigen „Idomeneo“ als Koproduktion mit den Salzburger Festspielen. Zwei Stunden vor der Aufführung entlädt die Sprinkleranlage aufgrund eines technischen Defektes 40.000 Liter Wasser auf die Bühne. Fieberhafte Instandsetzungsarbeiten in der Nacht lassen die Aufführung am nächsten Nachmittag dennoch zum Triumph werden.


Spielzeit 98|99

Die Geschäftsleitung des Festspielhauses erhält Verstärkung mit Michael Drautz als kaufmännischem Geschäftsführer und Dr. Johannes Bultmann als Direktor des künstlerischen Bereiches.

Zur Rettung des Hauses wird intern ein dreijähriger Sanierungsplan erarbeitet. Im Frühjahr 1999 stellt das Festspielhaus Baden-Baden zur Durchführung der Sanierung einen Antrag auf öffentliche Anschubfinanzierung in Höhe von insgesamt 6,5 Millionen Euro, verteilt auf drei Geschäftsjahre.

Nach positiver Plausibilitätsprüfung des Sanierungsplanes durch McKinsey & Company Inc. wird die Anschubfinanzierung bereitgestellt. Die Sanierungskosten tragen jeweils zur Hälfte die Stadt Baden-Baden und das Land Baden-Württemberg. Das Sanierungsprogramm wird gestartet.


Spielzeit 97|98

Das Festspielhaus Baden-Baden wird am 18. April 1998 durch Valery Gergiev mit dem World Orchestra for Peace feierlich eröffnet. Schon im Vorfeld der Eröffnung wird öffentliche Skepsis gegenüber dem geplanten Betriebsmodell laut.

Das Festspielhaus Baden-Baden genießt aufgrund von Managementfehlern weder Sympathie noch Akzeptanz in der Öffentlichkeit. Überteuerte Preise prägen das Bild. Das Besucherinteresse bleibt schon bei den ersten Aufführungen deutlich hinter den Erwartungen zurück. Aufgrund mangelnden Besucherinteresses und ungenügender Kapitalausstattung steht das Festspielhaus Baden-Baden nur drei Monate nach seiner Eröffnung vor der Insolvenz. Ein Aufwärtstrend ist nicht erkennbar.

Die Betriebsgesellschaft DEKRA zieht sich aus ihrem Engagement zurück und stellt kein neues Kapital bereit. Öffentlicher Hohn und Spott brechen über das Haus herein. Die Geschäftsführer sowie der künstlerische Leiter werden von ihren Aufgaben entbunden. Zur Vermeidung der drohenden Insolvenz übernimmt die Stadt Baden-Baden die Gesellschaftsanteile der Betriebsgesellschaft für den symbolischen Preis von 50 Cent von der DEKRA.

Im Sommer wird Andreas Mölich-Zebhauser zum neuen Intendanten und Geschäftsführer berufen und startet als Zeichen des Neubeginns eine spektakuläre Freikartenaktion zu den Mariinsky-Sommerfestspielen.


Spielzeit 96|97

Das Festspielhaus Baden-Baden nimmt Gestalt an. Den ersten Spatenstich am 10. Mai 1996 übernimmt die damalige Kanzlergattin Hannelore Kohl. In Rekordzeit entsteht der Rohbau.

Der Wiener Architekt Wilhelm Holzbauer und der Stuttgarter Experte für den Bau öffentlicher Gebäude Dipl.-Ing. Walter Veyhle errichten das mit 2.500 Sitzplätzen größte Opernhaus Deutschlands. Die Baukosten bleiben im budgetierten Rahmen von rund 60 Millionen Euro. Vom Auftragsvolumen verbleiben rund 70 Prozent der Bausumme dank gezielter Auftragsvergabe in der Region.