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		<title>Festspielhaus Baden-Baden - Menschen &amp; Erinnerungen</title>
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		<description>Menschen &amp; Erinnerungen der Saison 08|09</description>
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			<title>Festspielhaus Baden-Baden - Menschen &amp; Erinnerungen</title>
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			<description>Menschen &amp; Erinnerungen der Saison 08|09</description>
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		<lastBuildDate>Tue, 27 Jul 2010 13:21:00 +0200</lastBuildDate>
		
		
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			<title>Weit weg von Oberflächlichkeit</title>
			<link>http://www.festspielhaus.de/fest/menschen-erinnerungen/detail/weit-weg-von-oberflaechlichkeit-27-07-2010-689/</link>
			<description>Anna Netrebko kam ein Jahr nach ihrem fulminanten „Jolanthe“-Debüt mit ganz anderen Tönen zurück...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Die Baden-Baden-Gala hatte viele prominente Besucher in die Musikstadt im Schwarzwald gelockt, unter ihnen die amerikanischen und französischen Botschafter in Deutschland und bekennende Anna-Netrebko-Fans wie Schauspielerin Natalia Avelon (spielte u.a. Uschi Obermaier im Kinofilm „Das wilde Leben“).</p>
<p class="bodytext">Der italienische Komponist Pergolesi gilt als Visionär und Überwinder traditioneller Formen in der Musik. Seine Werke erinnern trotz ihrer frühen Entstehung eher an Mozart, denn an Vivaldi. Und Pergolesis „Stabat Mater“ ist eines der schönsten Werke der Musikgeschichte überhaupt. <br />Dirigent Antonio Pappano und das Orchester der Accademia Nazionale di Santa Cecilia Rom gelang der Spagat zwischen moderner Lesart und historischem Klangbild, was Festspielhaus-Intendant Andreas Mölich-Zebhauser noch spät am Abend beim Gala-Dinner für die Künstler im Brenner´s Parkhotel voller Hochachtung attestierte.<br />Anna Netrebko stellte ihre Stimme ganz in den Dienst der Sache. Beobachtern fiel auf, dass Sie nur gemeinsam mit Kollegin Marianna Pizzolato zum Applaus erschien und sich auch sonst komplett zurücknahm. Nur ihre Stimme glänzte und funkelte in der Baden-Badener Sommernacht, so dass das Publikum nach der „Stabat Mater“ begeistert jubelte.<br />Stille und Rührung waren die ersten Reaktionen (zu Recht). Oder wie schreibt es ein Kritiker: „Und wenn sie (Anna Netrebko, Anm. d. Redaktion) am Ende der Sopranarie „Vidit suum dulcem natum morientem“ (Sie sah ihren geliebten Sohn sterben) im sotto voce mit verschattetem Ton den Schmerzen der Gottesmutter nachspürt, dann ist sie ganz weit weg von jeder Oberflächlichkeit.“<br /><br />Die „Baden-Baden-Gala 2010“ wird im Herbst als CD bei der Deutschen Grammophon Gesellschaft erscheinen – die Aufnahmen entstanden komplett im Festspielhaus Baden-Baden.</p>]]></content:encoded>
			<category>Aufmacher</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 27 Jul 2010 13:21:00 +0200</pubDate>
			
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			<title>Beschwingte Sommernacht</title>
			<link>http://www.festspielhaus.de/fest/menschen-erinnerungen/detail/beschwingte-sommernacht-17-07-2010-676/</link>
			<description>Es wurde eine beschwingte erste Sommerfestspielnacht! Am Freitagabend feierte das Mariinsky-Theater...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Waren es die leichten und virtuosen Stimmen, war es die turbulente Inszenierung, war es Rossinis Musik-Humor? Es kann nicht nur einen Grund gegeben haben, warum das Festspiel-Premierenpublikum am Freitagabend die Vorstellung von &quot;Il viaggio a Reims&quot;&nbsp;im Festspielhaus Baden-Baden überwiegend mit einem Lächeln verließ. Auf charmante Weise hatte Valery Gergiev, Chef des traditionsreichen St. Petersburger Mariinsky-Theater, bewiesen, welch stimmlicher und spielerisch talentierter Opernschatz in Russlands Weiten schlummert.<br />Die Absolventen der Mariinsky-Opernakademie hatten diesen Beweis angetreten und die russische Charmeoffensive unter der Leitung von Gergievs Schwester Larissa in Baden-Baden gestartet. Mit sichtlichem Vergnügen agierten die 14 Solistinnnen und Solisten samt Chor virtuos auf der Bühne – und im Zuschauerraum. Quasi jeder Winkel des größten deutschen Opernhauses wurde in dieser Inszenierung bespielt, und immer gab es eine neue Überraschung für Premierenpublikum.<br />Erstaunlich, wie Valery Gergiev das komplizierte musikalische Uhrwerk á la Rossini mit sparsamen Gesten am Laufen hielt. Die aberwitzig schnellen Koloratur-Arien und verschachtelte Ensembles perlten trotz gewaltigen Distanzen zwischen dem auf der Bühne agierenden Orchester und den Sängern immer ohne Fehl und Tadel. Nach solch musikalischem Genuss fiel der Applaus entsprechend enthusiastisch aus.</p>
<p class="bodytext">Ein weiterer Höhepunkt der Sommerfestspiele war das Konzert mit <b>Anne-Sophie Mutter. </b>Sie strich dieses Mal ganz andere Töne auf ihrer Stradivari an, denn&nbsp;Mutter begeisterte bei ihrem „Sommerauftritt“ mit dem Violinkonzert „In tempus praesens“ von Sofia Gubaidulina, welches die russische Komponistin der großen Geigerin auf den Leib geschrieben hatte. Das umfangreiche, mit vielen technischen Raffinessen sowohl in der Solovioline als auch im Orchesterpart gespickte Werk wurde zum Höhepunkt des Abends und löste auch bei der Musikkritik übereinstimmend großen Zuspruch aus.&nbsp; </p>
<p class="bodytext"><b>Auszüge aus der Presse:</b></p>
<p class="bodytext"><b>Badische Zeitung<br /></b>&quot;Tatsächlich findet sich unter den 15 Solisten des Abends so manches hoffnungsvolle Belcanto-Talent.Wie etwa Larisa Yudina als exzentrische Gräfin von Folleville, ein hoher Koloratursopran mit gläsernen Spitzen und eminenter Durchschlagskraft. Oder Anastasia Kalagina (Madame Cortese), deren lyrischer Koloratursopran auch die erotischen Zwischentöne beherrscht. Auch Irma Gigolaty als Dichterin Corinnaweiß bei aller vokalen Virtuosität mit empfindsamen Momenten für sich einzunehmen...Die nicht selten weit über Bühne und Zuschauerraumverteilten Sänger harmonieren mit dem Mariinsky-Orchester unter Gergiev zumeist traumwandlerisch sicher. Nicht zuletzt auch,weil der Maestro die Musiker zu herrlich behutsamem, filigranem Umgang mit der Mechanik von Rossinis Musik animiert. Das ist ein instrumentales Menu à la Rossini, serviert mit geschmeidiger streicherischer Grandezza und virtuosen Einzelleistungen (Flöte, Harfe)...Alain Maratrats Regie von 2005 hat sich ihre Spontaneität, ihren Spielwitz und ihre detaillierte Personenführung frisch bewahrt. Sind da 15 Personen auf der Suche nach einer Handlung? Nein, das brauchen sie nicht,weiß Maratrat. Sie haben ja Rossini und seine Musik.&quot;</p>
<p class="bodytext"><b>Süddeutsche Zeitung<br /></b>&quot;Yudina und die ebenfalls koloratursichere und zudem stimmschöne Anastasia Kalagina als Hotelbesitzerin Cortese waren die Sängerinnen und Spielerinnen des Abends. Letztere gibt dem musikalischen Geflatter Rossinis sogar beinahe so etwas wie Bodenständigkeit....Oft nahm man das Orchester als arbeitende Truppe kaum wahr, obwohl es ja die ganze Zeit über im Blickfeld saß. Aber einen so edlen und perfekt ausbalancierten Klang, soviel inspirierte Spielfreude und technische Perfektion erwartete man eben nicht als Bühnenmusik, sondern im diesmal nicht vorhandenen Orchestergraben. Auch die relativ gute Akustik ließ einen anderen Spielort als die Bühne vermuten. Da hat das Festspielhaus Baden-Baden eindeutige Vorteile, in anderen Häusern würde das gar nicht funktionieren. Dort hinten also, wo das Orchester auf der Bühne sitzt, und Gergiev uneingeschränkte Gewalt hat, hört sich auch die Humorfrage ganz anders an. Dort geht es um Präzision und Klangsinn, dort findet man noch am ehesten einen gleichermaßen intelligent hintersinnigen und humanen Humor, wie man ihn aus Italien gewohnt ist und schätzen gelernt hat.&quot;<br /><br /><b>Die Welt<br /></b>&quot;Dabei nimmt er [Valery Gergiev] Hut wie Seidenschalt den Rest des abends nicht ab und überrascht zudem klanglich: Er, der bisher nur den 'Barbier von Sevilla' im Repertoire hatte, dirigiert Rossini klangvoll, doch zart, ein wenig schwerblütig und auf Vollfettstufe, doch beweglich genug, um bei allen Crescendo-Steigerungen wie Tempovariationen nicht aus der Kurve geworfen zu werden.&quot;<br /></p>]]></content:encoded>
			<category>Aufmacher</category>
			
			
			<pubDate>Sat, 17 Jul 2010 10:21:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Gipfel-Strum mit Stradivaris</title>
			<link>http://www.festspielhaus.de/fest/menschen-erinnerungen/detail/gipfel-strum-mit-stradivaris-04-07-2010-655/</link>
			<description>Baiba Skride, Alina Pogostkina und Lisa Batiashvili</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><b>Uraufführung wird zum Höhepunkt</b></p>
<p class="bodytext">BADEN-BADEN – Den krönenden Abschluss des Geigen-Gipfels am 4. Juli bildete die Uraufführung Nicolas Bacris Konzert „Quasi una fantasia“, welches das Festspielhaus Baden-Baden bei dem aus Frankreich stammenden Komponisten in Auftrag gegeben hatte. Die drei ausgezeichneten Geigerinnen Baiba Skride, Alina Pogostkina und Lisa Batiashvili interpretierten das hochvirtuose Werk gemeinsam, welches ihnen jede Menge Raum bot, um ihr großes Können sowohl in elegischen wie auch virtuosen Passagen zu zeigen. Am Ende des rund 15-minütigen Stücks erklang eine fulminante Fuge, die den „Violinmarathon“ würdig beschloss und beim Festspielhaus-Publikum riesigen Beifall auslöste. <br />Zuvor hatte jede der drei Geigerinnen im fast ausverkauften Festspielhaus ein großes Violinkonzert dargeboten. Die aus Riga stammende Baiba Skride widmete sich zu Beginn des Abends Beethovens Violinkonzert, die in St. Petersburg geborene Alina Pogostkina interpretierte das Konzert von Jean Sibelius und als dritte im Bunde spielte die Georgierin Lisa Batiashvili das zweite Violinkonzert. Alle drei Solistinnen begeisterten dabei auf ihren Stradivaris mit phänomenaler Technik und grandioser Tongebung. Und nicht zu vergessen: Das ausgezeichnet disponierte Mahler Chamber Orchestra begleitete unter Leitung des griechischen Dirigenten Constantinos Carydis alle Werke mit größtmöglicher Einfühlsamkeit und spielerischer Raffinesse.</p>
<p class="bodytext">Der Konzertabend wurde von den Medienpartnern arte und SWR für das Fernsehen aufgezeichnet. Eine Dokumentation des „Geigen-Gipfels“ wird am 25. Juli um 19:15 Uhr auf arte zu sehen sein und zu späteren Sendezeiten werden die Violinkonzerte dann einzeln im SWR Fernsehen ausgestrahlt.&nbsp;&nbsp; </p>
<p class="bodytext">Auszüge aus der Presse zum Geigen-Gipfel im Festspielhaus Baden-Baden:</p>
<p class="bodytext"><b>Badisches Tagblatt</b><br />„Solistin und Orchester zusammen gelang etwas sehr Seltenes: der Schein des ersten Mals, als habe man dieses Konzert noch nie zuvor gehört. Für Beethovens Integration von Soloinstrument und Orchester vor allem im ersten Satz waren diese Interpreten prädestiniert, denn auch im Orchester sitzen lauter Solisten. Und Baiba Skride durchmaß mit blühend kantablem, tief timbrierten, ungemein tragfähigen ton Beethovens austarierte, oft ganz zurückgenommene Lyrik, die sich dann im Finalsatz in spielerischer Ausgelassenheit löste.“</p>
<p class="bodytext">„Prokofjew wechselt ständig die Ebenen, was Lisa Batiashvili mit bewundernswerter Wendigkeit vorführte, er spielt wie ein Jongleur mit mehreren stilistischen Bällen und riskiert im Finale sogar den Leerlauf. Lisa Batiashvili ging dieses Konzert nach dem Prinzip ‚primus inter pares“ an, stets im Dialog mit den Orchestermusikern. Der Assoziationsreichtum kulminierte in dem meisterlich differenzierten Mittelsatz, an dessen Ende Sologeige und Orchester die Rolle von Melodie und Begleitung vertauschen und Lisa Batiashvili die Pizzikati des Orchesters pointiert übernahm.“</p>
<p class="bodytext">„In der Mitte des Abends geigte Alina Pogostkina das Violinkonzert op.47 von Jean Sibelius ganz vorzüglich – technisch souverän, gerade auch im äußerst virtuosen Finalsatz voller Doppelgriffe, Läufe und heikler Flageoletts, expressiv und intensiv, manchmal auch fragil, wie am Schluss des romantisch schwelgerischen Mittelsatzes.“</p>
<p class="bodytext"><b>Badische Neueste Nachrichten</b> <br />„Baiba Skride begann den Reigen mit Beethovens Violinkonzert. Es folgten Alina Pogostkina mit dem Violinkonzert von Sibelius und Lisa Batiashvili mit dem zweiten Violinkonzert von Prokofjew. Als krönenden Abschluss durfte das Publikum die drei Geigerinnen für die Uraufführung einer Komposition von Nicolas Bacri (1961) gemeinsam erleben.“ </p>
<p class="bodytext">„Im Eingangssatz von Beethoven erschuf Baiba Skride Momente reiner Schönheit. Sie erreichte dies durch erlesenes Piano, unaufgesetzte Intensität und quasi kammermusikalischer Einheit mit dem Orchester. Die Kadenz prägte sie mit kontrolliertem Espressivo, sauber gespielter, betörender Polyphonie und der scheinbar von selbst sich einstellenden Magie beim Wiedereintritt des Orchesters… Natürlich im Finalsatz geigerischer Aplomb – bei exzentrikfernem Spiel, das nirgendwo forciert. Beeindruckend hier ihre lächelnd gelassene Attitüde, absolute Souveränität signalisierend.“</p>
<p class="bodytext">„Bei Alina Pogostkina war eine eher rational-distanzierte Innerlichkeit zu bemerken. Mit ihrer Geige scheint sie in Trance-ähnlicher Einheit sich zu befinden. Die Kadenz des ersten Satzes (Allegro moderato) von Sibelius’ Violinkonzert stellte klar, über welch makellose Technik sie verfügt. Nach der Orchestereröffnung des ‚Adagio di molto’-Satzes erfüllt sie ihre Kantilene mit immensem Atem und zeigt im weiteren Verlauf enorme dynamische Bandbreite bis zum zartesten pianissimo, flageolett gespielt.“</p>
<p class="bodytext">„Lisa Batiashvilis Interpretation des zweiten Violinkonzerts von Prokofjew war geprägt von Reife, Wildheit und absoluter Kontrolle. Gleich im ersten Satz wusste sie in rasantem Wechsel Glut der Tongebung zu verbinden mit Arpeggien und Laufwerk. Wechsel der Tempi und Austausch mit dem Orchester wirkten perfekt. Überhaupt scheint ihr die Prokofjew eigene Mischung von Lyrik und motorischem Drive zu liegen.“</p>
<p class="bodytext">„Nicolas Bacri komponierte ‚Quasi una fantasia’ als Auftragskomposition des Festspielhauses speziell für Batiashvili, Pogostkina und Skride. Die erste Geige startet mit dem Ton H (in englisch B für Batiashvili), die zweite mit A (für Pogostkina) und die dritte mit H- H- Es- D (für Skride). Das für die Solistinnen hochvirtuose Werk besitzt Vitalität, ist ebenso einfallsreich wie effektvoll und fand wie die drei Violinkonzerte großen Beifall.“</p>]]></content:encoded>
			<category>Aufmacher</category>
			
			
			<pubDate>Sun, 04 Jul 2010 18:00:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Donnernder Applaus für das Kinderopernfest</title>
			<link>http://www.festspielhaus.de/fest/menschen-erinnerungen/detail/donnernder-applaus-fuer-das-kinderopernfest-21-06-2010-614/</link>
			<description>Was klinget so herrlich:</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">300 Kinder - 30 Stunden Zeit: Das waren die Ausgangs-Bedingungen für das Kinderopernfest am 19. und 20. Juni 2010 im Festspielhaus Baden-Baden. Rund um eine bestehende Produktion der Kammeroper Köln sollten die acht bis 14-jährigen Besucherinnen und Besucher eigene Inszenierungs-Elemente erfinden und einstudieren. Die Aufführung am Sonntagnachmittag geriet zu einer zauberhaften Version des Mozarts-Klassikers, stark beklatscht von den erwachsenen Premierengästen.<br />Eine Opernrallye quer durch Deutschlands größtes Opernhaus bildete den Auftakt zum zweitägigen Spektakel. Bühnenlicht, Pyro-Technik, Maske und Kostüme: Viele Berufsgruppen des Theaters stellten sich den Kindern dabei eindrucksvoll vor. Nach der Mittagspause begann für die jungen Opernstars die Arbeit an der &quot;Zauberflöte&quot;. Die jüngsten verwandelten sich in eine bunte Vogelwelt für Papageno, schon etwas ältere Kinder bereiteten die &quot;Feuer&quot;- und &quot;Wasser&quot;-Prüfung vor. Die ältesten Teilnehmerinnen und Teilnehmer widmeten sich dem &quot;Drachen&quot; oder bastelten die Planeten für Sarastros Tempel.<br />Zwischendurch besuchten die Opernsänger der Kammeroper Köln die fleißigen Kinder und arbeiteten mit ihnen musikalisch an Chören und Choreografien für die Aufführung. Besonders eindrucksvoll war es für viele Jungen und Mädchen, professionelle Opernsänger einmal aus nächster Nähe zu erleben und zu hören.<br />In einer kunterbunten Generalprobe wurden am Sonntag die Ergebnisse der Gruppen in die &quot;Zauberflöten&quot;-Produktion von Lajos Wenzel eingebaut. Und wie so oft nach einer scheinbar chaotischen Probe wurde die Aufführung für Eltern, Freunde und Geschwister am Nachmittag zu einem magischen Moment. Einhelliger Kommentar von Kindern und Eltern: Dieser Tag hat das Genre &quot;Oper&quot; für viele Kinder (und Eltern) näher gebracht und das Festspielhaus Baden-Baden von einer besonders sympathischen Seite präsentiert.</p>]]></content:encoded>
			<category>Aufmacher</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 21 Jun 2010 10:45:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Leidenschaft pur: Pfingstfestspiele 2010</title>
			<link>http://www.festspielhaus.de/fest/menschen-erinnerungen/detail/leidenschaft-pur-pfingstfestspiele-2010-25-05-2010-613/</link>
			<description>&quot;Carmen&quot; als Premiere bei den Pfingstfestspielen 2010.</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><b>Schwereloser Stier auf festlicher Premiere</b><br />BADEN-BADEN - Langer Applaus, große Emotionen, glückliche Künstler: Die Pfingstfestspiel-Premiere 2010 bot jede Menge Gesprächsstoff für Feiern und Medien. Bis in die Nacht saßen Publikum und Künstler am Samstag, 22. Mai 2010 noch im Festspielhaus zusammen und diskutierten die neue Sicht auf „Carmen“ des französischen Regisseurs Philippe Arlaud und den musikalischen Zugang durch Dirigent Teodor Currentzis. <br />Schon am Roten Teppich war nachmittags Festspielatmosphäre pur zu genießen gewesen. Polit- und Kulturprominenz, Wirtschafts-Lenker und Musikfreunde aus vielen Ländern waren bei bestem Festspielwetter zum „Alten Bahnhof“ gekommen, um gemeinsam eine außergewöhnliche Premiere zu feiern.<br />Wenige Stunden nach dem Ende der Vorstellung erschienen bereits die ersten Kritiken im Internet und im Hörfunk. Auszüge daraus stellen wir Ihnen hier kurz zusammen:</p>
<p class="bodytext"><b>Weißt du, wie das war, bei Lillas Pastia?<br /></b>Es ist ein völlig neuer &quot;Carmen&quot;-Ton, der die Premiere zur Eröffnung der Pfingstfestspiele trägt. Eine fließende, filigran aufgefächerte, sehr debussynahe Naturbeschwörung, die alle temperamentvoll auftrumpfenden Spanien-Klischees in einen raffinierten Sensualismus auflöst. Eine Phantasterei, ein Traum durch und durch, der spätestens mit dem sich hier wie Opiumschwaden in die Lüfte verflüchtigenden Zigarettenchor beginnt (fabelhaft präzise und klangsinnlich: der von Detlef Bratschke einstudierte Balthasar-Neumann-Chor) und in dem selbst noch ein zupackender &quot;Hit&quot; der Partitur, das Stierkämpfer-Vorspiel zum vierten Akt, befangen bleibt: Im vibratoarmen Klang der Streicher streift die Musik hier alle Erdenschwere ab und scheint den akustischen Raum als eine sich jäh entzündende Phantasmagorie in Flammen zu setzen. (...) (Frankfurter Allgemeine Zeitung)</p>
<p class="bodytext"><b>„Schwereloser Stier“<br /></b>Dass dem Festspielhaus Baden-Baden mit dieser «Carmen» ein großer Wurf gelingt, liegt an der musikalischen Umsetzung. Teodor Currentzis entdeckt mit dem Balthasar-Neumann-Ensemble in der Partitur die gesamte Bandbreite der Emotionen. Ein normales, uninspiriertes Mezzoforte ist nie zu hören. Currentzis geht mit dem auf historischen Instrumenten spielenden Ensemble fast bis zur Unhörbarkeit. Die melodischen Linien in den Streichern haben Charme, die Bläser geben Drive und Frische. Nur manches Mal kommt dem Orchester etwas die Präzision abhanden, wenn das exzessive Dirigat des Griechen die Pizzicati der Kontrabässe unkoordiniert lässt oder manche Akkordschläge nicht perfekt zusammen sind. (kultiversum.de)</p>
<p class="bodytext"><br /><b>„Sensationelle Entdeckung“ <br /></b>Ein neuerlicher Schub an Vitalität kommt nun aus dem Festspielhaus Baden-Baden, das «Carmen» anlässlich seiner diesjährigen Pfingstfestspiele herausgebracht hat. Wie bei «Rigoletto» von Verdi (2004) und dessen «Falstaff» (2007) waren wieder das Balthasar-Neumann-Ensemble und der gleichnamige Chor beteiligt, was auf einen Ansatz im Zeichen der historischen Aufführungspraxis schliessen liess. Am Pult stand jedoch nicht mehr Thomas Hengelbrock, sondern Teodor Currentzis, und das war nicht weniger als eine Sensation. Nicht nur war aus den beiden Klangkörpern, dem Chor wie dem Orchester, jede Spur jener skandierenden Härte verschwunden, die das Vergnügen an den beiden Verdi-Produktionen geschmälert hatte, es gab da auch einen jungen Dirigenten zu entdecken, der an Begabung und Musikalität so ziemlich alles in den Schatten stellt, was in den letzten Jahren nachgewachsen ist. (...) (NZZ, Zürich)<br /></p>
<p class="bodytext"><b>Nicht Sex, das Gewehr ist ihre Waffe<br /></b>Der Struktur von Prosper Merimées Novelle folgend erzählt Arlaud die Oper aus der Rückschau des zum Tode verurteilten Don José. Er ist Teil einer rauchgeschwängerten, monotonen Soldatenwelt: Im Feinrippunterhemd sitzen die Burschen herum, gespielt vom grandios singenden Balthasar-Neumann-Chor, putzen Waffen und lassen sich von Zuniga (Jean-Marc Salzmann) schikanieren, während die Zigarrenarbeiterinnen in grauen Mänteln herumstehen. Den Gegenpol dazu bildet die Freiheit der Zigeuner: In einer vom Regisseur selbst entworfenen Stein- und Kaktuslandschaft hausen sie wildromantisch. (...) (Stuttgarter Zeitung)</p>
<p class="bodytext"><b>Ein unerbittliches Spiel von Liebe und Tod<br /></b>Nikolai Schukoff versieht diesen Don José in Baden-Baden mit einem reichen Innenleben. Sein warmer Tenor kann Geborgenheit vermitteln beim innigen Duett mit seiner Verlobten Micaela (eine Entdeckung: Marina Rebeka) im ersten Akt. Er hat aber auch die notwendige Härte, um der Verzweiflung Raum zu geben. (...) Rinat Shaham ist eine rassige Carmen, deren körperliche Präsenz von ihr musikalisch gestützt wird. Besonders in der tragenden Tiefe ihres dunklen Mezzosoprans spürt man die Stärke dieser Frau, die sich der Männerwelt entgegenstellt und ihren eigenen Weg geht. Bei der ersten Kontaktaufnahme übergibt sie Don José die Blume nicht, sondern schleudert sie ihm mitten ins Gesicht.&nbsp;(...) (Badisches Tagblatt)</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<h1>Vielschichtiges Konzertprogramm</h1>
<p class="bodytext">Das Konzertprogramm der Pfingstfestspiele 2010 bestach vor allem durch hohe die&nbsp;künstlerische Vollkommenheit&nbsp;sowie eine&nbsp;vielschichtige Programm-Zusammenstellung. Wie der Intendant&nbsp;Andreas Mölich-Zebhauser bereits in der Pressekonferenz betont hatte, stellten die diesjährigen Pfingstfestspiele &quot;ein Optimum&nbsp;eines&nbsp;vielfarbigen Programms in&nbsp;einem Zeitraum von nur neun Tagen&quot; dar. Lesen Sie hier einige Auschnitte aus Rezensionen zu den einzelnen Konzerten:</p>
<p class="bodytext"><b>Renaud und Gautier Capuçon&nbsp;<br /></b>Eine traumwandlerisch sichere Feinabstimmung zwischen den Musikern prägte ihre Interpretation von Schuberts B-Dur-Trio D 898. Das ist nicht überraschend, schließlich haben die Capuçons und Braley dieses Stück auf CD eingespielt. Aber ihre mitreißende Spielfreude kommmt nur live im Konzertsaal zum Ausdruck. Wunderbar gesanglich musizierten sie das insgesamt sehr lyrische Stück, besonders schön kam die Kunst des kantablen Spiels bei Gautier Capuçons Wiedergabe des Celloparts im Andante zum Tragen. Renaud Capuçon verlieh seiner Geige in diesem Satz eine beseelte, romantisch anmutende Empfindung. (...) (Badisches Tagblatt)</p>
<p class="bodytext"><b>Hommage&nbsp;à Stéphane Grappelli<br /></b>Einen grandiosen Konzertabend, der mit Ovationen im Stehen und Bravo-Rufen endete, erlebten zahlreiche Besucher Sonntagnacht im Kulturhaus LA8.&nbsp;(...) Der Wiener Violinvirtuose Benjamin Schmid hatte das Glück, Grappelli persönlich kennenzulernen und von ihm gefördert zu werden. (...) Seine brillanten Begleiter in dem Konzert waren Bassist Georg Breinschmid und der erst 20-jährige Diknu Schneeberger an der Jazzgitarre. (...) Während der Geiger sein Instrument zutiefst emotional weinen, seufzen und jauchzen ließ, schien der Bass des äußerst vielseitig agierenden Breinschmid wie eine Katze neun Leben zu haben. Da wurde&nbsp;mit extra geschützten Fingerkuppen gezupft und getrommelt, nur für Sekunden der Bogen zur Hand genommen und das Instrument im fortwährenden Dialog gehalten. (...) Der blutjunge&nbsp;Jazzgitarrist Diknu Schneeberger überzeugte ebenfalls als ausgesprochen innovativer Musiker. In seinen Soloparts vereinte er rhythmische Präzision mit melodischem Feingefühl... (...) (Badische Neueste Nachrichten)&nbsp;<b>&nbsp;</b>&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><b>Musikalisches Morgenerwachen<br /></b>Jede Menge spanisches Temperament, samtene Anschläge mit herrlichem Ton, die Liebe zum Klaiver, werkgetreue Interpretationen und die natürliche Hingabe an die Musik: Die spanische Pianistin Alba Ventura begeisterte das Publikum bei dem musikalischen Morgenerwachen im Museum Frieder Burda und führte die Pfingstfestspiele in die Welt der spanischen Musik. (...) Mit dem &quot;Danza del Terror&quot;, der &quot;Pantomina&quot; und dem &quot;Feuertanz&quot; aus dem Ballett &quot;Liebeszauber&quot; wurde auch der letzte Träumer bei dem musikalischen Morgenerwachen geweckt und Alba Ventura entfachte in dem Konzert den musikalischen Liebeszauber mit ihrem Klavierspiel beim Publikum, das sie mit großem Applaus verabschiedete. (Badische Neueste Nachrichten)</p>
<p class="bodytext"><b>Französische Chormusik<br /></b>Die bei Saint-Saëns altertümelnd wirkende Kompositionsweise weicht in den &quot;Sept Chansons&quot; von Françis Poulenc einer bewussten Hinwendung zur Kunst der Madrigale. In den jeweils kaum zweiminütigen, stark gegensätzlichen Miniaturen auf Texte von Apollinaire und Paul Eluard fing der Balthasar-Neumann-Chor die angehäuften rhythmischen, melodischen und ausdrucksmäßigen Nuancen feinnervig ein, blieb im vollklingenden ersten Lied ebenso flexibel wie in den raschen, hingeworfenen Einwürfen und Wchselgesängen mit den prägnanten Soli der Bässe und&nbsp;Soprane, der schwebend wie von einer schwingenden Stimmgabel erzeugten Klangsäule im &quot;Par une nuit nouvelle&quot;, den luftigen Trippelschritten in &quot;Marie&quot; und dem satten runden Leuchtklan in &quot;Luire&quot;. (...) (Badische Neueste Nachrichten)</p>]]></content:encoded>
			<category>Aufmacher</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 25 May 2010 15:39:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Energie pur: Kindertanzfest &quot;Let's dance!&quot;</title>
			<link>http://www.festspielhaus.de/fest/menschen-erinnerungen/detail/energie-pur-kindertanzfest-let-s-dance-18-03-2010-533/</link>
			<description>&quot;Let's dance!&quot; Das erste Kindertanzfest im Festspielhaus Baden-Baden</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">BADEN-BADEN - Tanzen setzt ungeahnte Energien frei. Dieses Phänomen war beim ersten Kindertanzfest im Festspielhaus Baden-Baden wunderbar zu beobachten. Fast sieben Stunden lang tanzten die acht- bis 14-jährigen Jungen und Mädchen in Workshops und auf der Bühne – und sicher wurde abends daheim noch ein wenig weitergetanzt.<br />Mit so viel Energie hätten die Macher nicht gerechnet: „Es ist erstaunlich, wie die Kinder bei der Sache sind“, sagte Stefan Sixt, der mit seiner Frau Jessica Iwanson aus München gekommen war, um das erste Kindertanzfest künstlerisch und pädagogisch zu gestalten. Iwanson International ist eine der führenden privaten Ausbildungsstätten für modernen Tanz. Dozenten und Studenten waren nach Baden-Baden gekommen, um Kindern unter dem Motto „Let´s Dance“ spielerisch auf die Sprünge zu helfen.<br />Die Motivation der Gäste war bereits beim Aufwärm-Hip Hop am Morgen spürbar. Es bedurfte nur wenig Motivation durch Moderatorin Nina Forgber, um&nbsp; die fast 300 Jungen und Mädchen in Bewegung zu setzen.<br />Unter der Leitung der ebenso erfahrenen Dozenten wie Choreographen von Iwanson International ging es dann in altersgerecht konzipierte Gruppen, in denen Modern-, Jazz-Dance oder Hip Hop ausprobiert wurde.<br />Die Zielsetzung für den Nachmittag: Eine Aufführung für Eltern zusammen stellen.<br />Das gelang schließlich mit Hilfe der Studenten der Iwanson-Akademie so gut, dass nach dem abschließenden Hip Hop aller Beteiligter lautstark „Zugabe“ gefordert wurde.<br />„Dass die Begriffe ‚pädagogisch‘ und ‚professionell‘ nicht gleichzusetzen sind mit ‚Spaßbremse‘, bewies der Verlauf des Sonntags, der die rund 300 jungen Teilnehmer bei bester Stimmung in Schwung hielt, sie in ihren Fähigkeiten bestärkte und ihr Selbstbewusstsein hob“, urteilte das Badische Tagblatt in seinem Bericht.</p>
<p class="bodytext">Und hier ein <b>aktuelles Video</b> zum Kindertanzfest auf <a href="http://www.youtube.com/watch?v=zf8ejhdgweE" target="_blank" >›› Youtube</a></p>
<p class="bodytext">FESTSPIEHAUS BADEN-BADEN<br /><a href="http://www.festspielhaus.de/" target="_blank" >www.festspielhaus.de</a> </p>]]></content:encoded>
			<category>Aufmacher</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 18 Mar 2010 14:37:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Eine Sensation: Die Winterfestspiele 2010</title>
			<link>http://www.festspielhaus.de/fest/menschen-erinnerungen/detail/eine-sensation-die-winterfestspiele-2010-02-02-2010-520/</link>
			<description>Die Winterfestspiele 2010 mit einer sensationellen &quot;Elektra&quot; und faszinierenden...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><b>&quot;Elektra&quot; wird vom Publikum und der Kritik frenetisch gefeiert</b></p>
<p class="bodytext">Zum Auftakt der Winterfestspiele 2010 im Festspielhaus Baden-Baden sorgten die Münchner Philharmoniker am 29. Januar unter ihrem Generalmusikdirektor Christian Thielemann für eine vom Publikum wie von der Musikkritik gleichermaßen frenetisch gefeierte Premiere der Oper „Elektra“ von Richard Strauss. In den Hauptrollen sangen Linda Watson (Elektra), Jane Henschel (Klytämnestra), Manuela Uhl (Chrysothemis), Albert Dohmen (Orest) sowie René Kollo (Aegisth). Die Inszenierung des im Jahr 2002 verstorbenen Herbert Wernicke, die am 27. Oktober 1997 an der Bayerischen Staatsoper München Premiere hatte, wurde für das Festspielhaus Baden-Baden von Bettina Göschl komplett neu einstudiert. Über die hohe musikalische Qualität der Aufführung im Festspielhaus Baden-Baden waren sich die renommierten Kritiker der großen Tageszeitungen alle einig. Hierzu einige Pressestimmen:<br /><br />„Linda Watson, die in Bayreuth für Thielemann die Brünhilde sang, gibt als Elektra ein imposantes Rollendebüt, mit allen Schattierungen des Wahnhaften, Ekstatischen und Traumatischen.“ (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)<br /><br />„Christian Thielemann liefert mit Strauss‘ „Elektra“ in Baden-Baden das beste Dirigat seit seinen Bayreuther ‚Meistersingern’“ (Süddeutsche Zeitung)<br /><br />„Bei Thielemann gibt sich Strauss’ Nervenkontrapunktik nachgerade rätselhaft leicht, ja, gelöst, stressfrei. Das Orchester setzt das schier weltmeisterlich um. Das Psychodrama ist ein verkapptes Scherzo. Ein Ereignis. Eine Sensation.“ (Stuttgarter Zeitung)</p>
<p class="bodytext"><b>Martin Stadtfeld begeistert mit Rachmaninow</b></p>
<p class="bodytext">In der letzten Saison war Martin Stadtfeld für seine Interpretationen von Franz Schuberts Sonaten D 894 und D 960 im Festspielhaus Baden-Baden mit tosendem Beifall bedacht worden. Bei den diesjährigen Winterfestspielen widmete sich der Bachpreisträger in fulminanter Manier einer ganz anderen Gattung: dem grandiosen 2. Klavierkonzert von Sergej Rachmaninow. Begleitet wurde er bei seiner filigran aufgefächerten Interpretation von den brillant aufspielenden Münchner Philharmonikern unter dem jungen Dirigenten Juraj Valcuha. Sehr treffend fasste die Kritikern Lotte Thaler im Badischen Tagblatt dieses besondere Konzertereignis in Worte: „Es braucht nicht immer das russische Schwergewicht, um das Zweite Klavierkonzert von Sergei Rachmaninow aufzuführen. Martin Stadtfeld und die bestens vorbereiteten Münchner Philharmoniker unter dem jungen Dirigenten Juraj Valcuha präsentierten das c-Moll-Konzert im Baden-Badener Festspielhaus in größter Nähe zur Partitur: als Sinfonie mit obligatem Klavier, also als Versuchsanordnung verschiedener Grade an Integration des Soloinstruments ins Orchester.“</p>
<p class="bodytext"><b>Patricia Kopatchinskaja und Fazil Say brennen ein wahrhaftes Feuerwerk ab</b></p>
<p class="bodytext">Eine kammermusikalische Sternstunde der Winterfestspiele war mit Sicherheit der Duo-Auftritt von Patricia Kopatchinskaja und Fazil Say. Die barfüßig spielende moldawische Geigerin vermochte das Publikum mit ihrem charmanten und humorvollen Spiel zu wahrhaften Beifallstürmen sogar nach einzelnen Sätzen hinzureißen. Patricia Kopatchinskaja setzte beim Spiel ihren ganzen Körper ein, wandelte teils auf der Bühne beim Spielen umher und zupfte die Saiten ihrer Geige wie die einer kleinen Harfe. Dabei verschmolzen Say und Kopatchinskaja musikalisch zu einer faszinierenden Einheit von perfektem Zusammenspiel und freier künstlerischer Agogik. Auf dem Programm standen virtuose Werke wie die berühmte „Kreutzer-Sonate“ von Ludwig van Beethoven, Maurice Ravels Violinsonate G-Dur oder die im türkischen Kolorit komponierte Sonate Nr. 7 für Violine und Klavier von Fazil Say. Zum Höhepunkt des Konzerts avancierten die Zugaben, unter anderem mit einer phantasie- und humorvollen Jazz-Improvisation über das populäre Thema Ludwig van Beethovens „Für Elise“. </p>
<p class="bodytext"><b>Ein Abend voller Poesie und Lyrik mit Bruno Ganz und Roman Trekel</b></p>
<p class="bodytext">Im schönen Theater Baden-Baden fand dieses außergewöhnliche Konzertereignis mit dem großen Schauspieler Bruno Ganz und dem Bariton Roman Trekel statt. Auf dem Programm standen unter anderem, Lieder von Arnold Schönberg, Anton Webern und Richard Strauss nach Texten des Lyrikers Richard Dehmel. Begleitet wurde Roman Trekel am Klavier von dem sehr sensibel spielenden Oliver Pohl. Zwischen den Lieddarbietungen rezitierte Bruno Ganz aus Gedichten und Briefen von Richard Dehmel. Exzellent in das Programm der Winterfestspiele fügte sich ein Briefwechsel zwischen Richard Strauss und seinem Librettisten Hugo von Hofmannsthal über die Oper „Elektra“. An vielen Stellen konnte es sich Bruno Ganz nicht verkneifen, eigene, pointenreiche Kommentare zu den Texten einfließen zu lassen. Das Publikum reagierte schmunzelnd und am Ende mit großem Beifall für einen sehr gelungenen literarisch-musikalischen Abend. „Es war der Ausnahmeschauspieler, den man in diesem intimen Rahmen erleben wollte, und Bruno Ganz beeindruckte sein Publikum erwartungsgemäß tief und überraschend heiter. Wie im Flug vergingen zwei Stunden, in denen der Schweizer aus unterschiedlichsten Texten wahre Kabinettstückchen der skurrileren Art machte.“ (Badisches Tagblatt) <br /><b></b></p>
<p class="bodytext"><b>Maurizio Pollini lässt bei seinem Festspielhaus-Debüt die Zeit vergessen</b>&nbsp; </p>
<p class="bodytext">Was lange währt, wird endlich gut: Seit sehr langer schon Zeit hegte Intendant Andreas Mölich-Zebhauser den Wunsch Maurizio Pollini für einen Klavierabend im Festspielhaus Baden-Baden zu verpflichten. Nun war es endlich soweit: Der große italienische Klaviermaestro Maurizio Pollini gab bei den Winterfestspielen seinen Einstand. Pollini, einer der seriösesten Pianisten unserer Zeit, gilt ja gemeinhin als Perfektionist. Bereits am frühen Nachmittag probte er für mehrere Stunden auf der Bühne und anschließend bis zum Konzertbeginn in seiner Garderobe. Auf dem Programm standen unter anderem das „Konzert ohne Orchester“ von Robert Schumann sowie die zweite Klaviersonate b-Moll von Frédéric Chopin. Pollinis Interpretationen waren meisterlich, von unsagbarer Innigkeit, pianistischer Erfahrung und technischer Perfektion geprägt. Als bliebe die Zeit stehen, so gebannt und konzentriert lauschte das Festspielhaus-Publikum den bis ins kleinste Detail vollendeten Darbietungen der Klavier-Legende Pollini. Ausgesprochen zugabenfreudig zeigte er sich nach dem offiziellen Programm unter anderem mit Chopins virtuoser „Revolutionsetüde“. Das Publikum bedankte sich mit Standig Ovations.</p>
<p class="bodytext"><b>Hilary Hahn brilliert mit Prokofjew </b></p>
<p class="bodytext">Bei ihrem Konzert mit dem Scottish National Orchestra unter Stéphane Denève begeisterte Hilary Hahn mit einer brillanten Interpretation Sergej Prokofjews höchst virtuosem 1. Violinkonzert. Seit ihrem Auftritt beim Galakonzert im März 2009 engagiert sich die amerikanische Ausnahmegeigerin intensiv für den Freundeskreis Festspielhaus Baden-Baden und erfreut sich beim Festspielhaus-Publikum größter Popularität. Mit „Lust am stürmischen Spiel“ überschrieb die Pforzheimer Zeitung eine begeisterte Konzertkritik: „In allen Phasen beeindruckt ihre ruhige Konzentration im Gewand der Gelassenheit. Eine seltene Gabe ist die Selbstverständlichkeit, die ihr Spiel vermittelt. Enthusiastischer Applaus erbat sich zwei Zugaben, die verinnerlicht gespielte Sarabande aus Bachs Solo-Suite in d-Moll und die hier fast überbordend vitale Gigue aus dessen E-Dur Suite.“</p>
<p class="bodytext"><b>Fazil Say verführt in die Welt von 1001 Nacht</b></p>
<p class="bodytext">Im Galakonzert des Freundeskreis Festspielhaus Baden-Baden verführte der türkische Pianist Fazil Say das Publikum in die exotische Welt von 1001 Nacht. Zu Beginn interpretierte er auf dem speziell präparierten Steinway sein eigenes Klavierkonzert „Silk Road“, das er im Alter von 24 Jahren in Berlin komponiert hatte. Verblüffend, wie die Klänge, welche er dem Flügel entlockte, den imitierten orientalischen Instrumenten ähnelten. Auf dem weiteren Programm standen Ravels Klavierkonzert G-Dur, Gershwins „Rhapsody in blue“ sowie Mozarts „Krönungskonzert“, welches er in einer kongenial temperamentvollen Interpretation wiedergab. Die Kadenz stammte übrigens aus der Feder von Fazil Say. Nach den Zugaben – einer Improvisation über Mozarts „Alla turca“ sowie sein Stück „Black Earth“ – bedankte sich das Publikum mit viel Beifall und Bravorufen. Zu Beginn des Konzertabends würdigte Intendant Andreas Mölich-Zebhauser die Arbeit des Freundeskreises: „Sie waren da, als es dem Haus nicht so gut ging, und sie sind dabei, wenn wir jetzt in die internationale Spitzengruppe vorstoßen“. </p>
<p class="bodytext"><b>Resümee<br /></b><b><br /></b>Sehr zufrieden zeigte sich Intendant Andreas Mölich-Zebhauser und bezeichnete die 10-tätigen Winterfestspiele 2010 als „die künstlerisch abwechslungsreichsten Winterfestspiele seit Gründung des Festivals.“<br /></p>]]></content:encoded>
			<category>Aufmacher</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 17:12:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Bewegend und humorvoll</title>
			<link>http://www.festspielhaus.de/fest/menschen-erinnerungen/detail/bewegend-und-humorvoll-21-11-2009-507/</link>
			<description>Thomas Quasthoff erhielt den Herbert von Karajan Musikpreis 2009</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Diese Preisverleihung wird uns allen im Gedächtnis bleiben. Als der Bassbariton Thomas Quasthoff am 20.11.2009 die Urkunde des Herbert von Karajan Musikpreises von Stiftungs-Vorstandsvorsitzendem Horst Weitzmann überreicht bekam, verdrückte so manch einer im Publikum eine Träne. Und es waren die Art von Freudentränen, die einem unversehens entspringen, wenn ein Mensch zu Recht und von besten Freunden ausgezeichnet wird.</p>
<p class="bodytext">In diesem Sinne trug der Stuttgarter Dirigent und Helmuth Rilling ein Übriges zur Gänsehautstimmung des Augenblicks bei. Er hatte als Laudator zuvor ebenso humorvoll wie musikalisch den Künstler und Menschen Thomas Quasthoff beschrieben.</p>
<p class="bodytext">Der genoss diesen Augenblick sichtlich. Rilling erinnerte sich, wie man einmal gemeinsam in einem &quot;Strammen Max&quot; die Inspirationsquelle des spanischen Malers Goya ausgemacht zu haben glaubte, oder wie man mit baumlangen amerikanischen Basketball-Spielern einmal Fahrstuhl gefahren war. Rilling erinnerte sich aber auch an tiefe und ernsthafte Diskussionen über viele musikalische Themen. Spontan ließ Quasthoff auf Rillings Zuruf das tiefe 'D' aus einer Bass-Arie in Haydns &quot;Schöpfung&quot; hören und schien selbst gerührt, als sein Freund Rilling die letzten Zeilen aus Goethes Text des Brahms-Liedes &quot;Zum Schluß&quot; zitierte. Darin heißt es über die Musen: &quot;Heilen könnt ihr die Wunden nicht (...), Aber Linderung kommt einzig, ihr Guten von euch.&quot;</p>
<p class="bodytext">Das Festkonzert zur Preisverleihung wurde wie von Thomas Quasthoff beabsichtigt zur Werbung für das deutsche Kunstlied. Sylvia Schwartz, Bernarda Fink, Michael Schade und die Pianisten&nbsp; Malcolm Martineau und Justus Zeyen hatten gemeinsam mit Quasthoff Schumann- und Brahmslieder interpretiert.</p>
<p class="bodytext">Nach Konzert und Preisverleihung lud Intendant Andreas Mölich-Zebhauser zu einem Gala-Dinner auf der Bühne des größten deutschen Opernhauses ein. Vor rund 70 geladenen Gästen wurde an einer riesigen Tafel der Preisträger weiter gefeiert. </p>
<p class="bodytext">Der Herbert von Karajan Musikpreis wurde 2009 zum siebten Mal in Baden-Baden verliehen. Das für den musikalischen Nachwuchs zu verwendende Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro stellte die Karajan-Familienstiftung zur Verfügung.</p>]]></content:encoded>
			<category>Aufmacher</category>
			
			
			<pubDate>Sat, 21 Nov 2009 15:51:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Gigantisch: Kindermusikfest - &quot;Musik erfinden&quot;</title>
			<link>http://www.festspielhaus.de/fest/menschen-erinnerungen/detail/gigantisch-kindermusikfest-musik-erfinden-15-11-2009-498/</link>
			<description>Junge Musikerfinder verzaubern das FestspielhausIm vierten interaktiven Kindermusikfest durfte am...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Das Experiment ging auf. Fast 300 Kinder komponierten am Sonntag beim „Kindermusikfest“ im Festspielhaus Baden-Baden eigene Musik und führten sie auf der großen Bühne mit dem Kammerorchester der Karlsruher Musikhochschule auf.<br />Unter dem Motto „Musik erfinden“ fand das vierte Kindermusikfest in Deutschlands größtem Opernhaus statt und die Kinder erschütterten den Musentempel dabei in seinen Grundfesten. <br />Schon beim gemeinsamen Offenen Singen mit dem Dirigenten des Nachmittags, Günther Albers (Nationaltheater Mannheim), wurde klar, dass Kinder und Eltern die Lust am Musikmachen mitgebracht hatten. Das aus dem Orchesterwerk „Le Boeuf sur le&nbsp;toit“ von Dariusz Milhaud abgeleitete&nbsp;Lied „Bin ganz Ohr, bin ganz still, weil ich Klänge hören will“ entwickelte sich magisch aus dem lauten Gewusel des großen Kinderfestes und zauberte den jungen Besuchern zwischen fünf und elf Jahren ein erstes Staunen ins Gesicht.<br />Dass immer wieder die berüchtigten „Notendiebe“ im Foyer auftauchten, sorgte aberfür&nbsp; genügend kindliches Vergnügen, um den Besuch im großen Festspielhaus nicht allzu ehrfurchtsvoll zu beginnen. <br />So geriet denn auch das eröffnende Konzert im großen Saal zu einer Mischung aus Klangüberraschung und&nbsp;Clownerie – ganz im Sinne des jungen Publikums. Denn während der Ouvertüre zur Rossini-Oper „Die diebische Elster“ stahlen die dreisten Notendiebe doch den Orchestermusikern ihre Noten von den Pulten und ließen das Konzert im Chaos versinken. <br />Was tun? Dirigent und Kinder einigten sich darauf, einfach neue Musik selber zu komponieren und verabredeten sich für den Konzertabschluss wieder auf der Bühne.<br />In neun altersgerecht entwickelten Workshops konnten die Kinder dann eine Stunde lang selber komponieren. Geholfen wurde ihnen dabei von&nbsp;18 Grund- und Gymnasiallehrerinnen und –lehrern, die sich aus ganz Baden-Württemberg für dieses Experiment freiwillig gemeldet hatten.<br />Philipp Vandré, Kompositionspädagoge aus Stuttgart, hatte das musikalische Konzept für dieses Kindermusikfest erarbeitet und verriet den Eltern in seinem Vortrag „Können Kinder komponieren“, wie das Musikexperimentieren beim Nachwuchs gefördert werden kann.<br />Im Abschlusskonzert mischte Dirigent Günther Albers dann die Musik des Orchesters mit der der Kinder. Dabei gelangen zauberhafte Momente, die in der fantastischen Akustik des Festspielhauses das elterliche Publikum in ihren Bann zogen.<br />Für den sechsjährigen Paul stand nach diesem Nachmittag fest: er will mal Schlagzeug lernen. “Ich hab Musik gemacht“, erzählte er, „ganz tolle!“ Und ein Vater ergänzte: &quot;Das war ein tolles Erlebnis, so mit dem Orchester auf der Bühne zu stehen, das können die Kinder fürs Leben mitnehmen!&quot;<br />„Mehr kann man an einem Nachmittag wie diesem nicht erwarten“, resümierte Philipp Vandré sehr zufrieden nach dem viel beklatschten Finale des Konzerts vor den Pädagogen und Künstlern des Kindermusikfestes. Das Publikum reiste nach einem ereignisreichen Musiknachmittag wieder nach Hause – immerhin bis Darmstadt, Stuttgart oder Zürich: So weit hat sich das erfrischend interaktive Konzept des Festspielhauses bereits herumgesprochen. <br />Das nächste Kindermusikfest steigt übrigens am 14. März 2010. Dann steht der Tanz im Mittelpunkt.</p>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Sun, 15 Nov 2009 14:00:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Vielschichtig: Die Herbstfestspiele 2009</title>
			<link>http://www.festspielhaus.de/fest/menschen-erinnerungen/detail/vielschichtig-die-herbstfestspiele-2009-06-10-2009-463/</link>
			<description>Ein überaus gelungener Saisonauftakt</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><b>„Die Dreigroschenoper“ – markant wie nie zuvor</b><br />Die Herbstfestspiele 2009 sorgten für mehr als nur einen gelungenen Saisonauftakt im Festspielhaus Baden-Baden. Robert Wilsons Inszenierung der „Dreigroschenoper“ markierte eine fulminante Eröffnung, bei der das Berliner Ensemble mit einer herausragenden schauspielerischen Leistung überzeugte und das Dreigroschenorchester im Festspielhausgraben mit einer funkensprühenden Interpretation der Weillschen Partitur aufwartete. Die Badischen Neuesten Nachrichten titelten „So frisch wie lange nicht“. Kulturchef Michael Hübl schrieb in seiner Kritik: „Überhaupt ist in dieser Inszenierung alles irgendwie einen Kick anders, als man das von gewöhnlichen Inszenierungen dieser modernen Bettleroper kennt: schräger, ohne schrill aufgemotzt zu sein, stilisierter, ohne geschmäcklerisch zu werden. Und so wird Szene um Szene klar, worauf das alles hinausläuft: Wilson befreit ein Werk von seinen Abnützungserscheinungen. Er macht aus einer „Reichlichabgedroschenoper“ wieder die „Dreigroschenoper“ und damit ein frisches, subtil verstörendes Stück Theater.“ Besonderes Lob erhielten in dieser Rezension auch die Schauspieler: „Das Prinzip funktioniert und erstarrt deshalb nicht in sturer Schematik, weil hinter den Typen großartige Schauspieler stehen, die für allerlei verruchte und fiese, miese oder melancholische Zwischentöne sorgen: Grandios der leicht schmierig-brutale Ton, in dem Kurt Schubert als Peachum den Polizeichef Brown (Axel Werner) unter Druck setzt, fast betörend, wie Angela Winkler als Jenny hinter der Fassade einer abgelebten und abgetakelten Prostituierten die Reste traumverlorener, liebesgetränkter Wärme aufflackern lässt.“ Auch das „Dreigroschenorchester bekam ein dickes Lob ab: „Das kommt nicht zuletzt der Musik zugute, die von einem herrlich bunt instrumentierten Orchester, so leierkastenhaft wie lyrisch, scheppernd und zugleich bis in die feinste Dissonanz abgestimmt daherkommt.“ Beim Premierenempfang lobte Intendant Andreas Mölich-Zebhauser die große künstlerische Leistung des Gastensembles aus Berlin. In den beiden weiteren Vorstellungen steigerte sich das Berliner Ensemble sogar noch und es gelang, mit der verhältnismäßig kammermusikalischen „Dreigroschenoper“ das Festspielhaus-Publikum zu Begeisterungsstürmen zu verzücken. </p>
<p class="bodytext"><b>Pierre-Laurent Aimard – Beethoven völlig neu interpretiert<br /></b>Weiter ging es am darauffolgenden Tag mit dem französischen Pianisten Pierre-Laurent Aimard, der an einem Abend Beethovens viertes und fünftes Klavierkonzert interpretierte. Dabei vollbrachte der französische Pianist eine Meisterleistung in doppelter Hinsicht, denn er leitete vom Flügel aus das Chamber Orchestra of Europe und sorgte so für eine überaus detaillierte und spannungsgeladene Interpretation nicht nur „aus einer Hand“, sondern auch wie „aus einem Guss“. Das Badische Tagblatt überschrieb seine Rezension mit: „Beethoven vom Sockel geholt“. Das filigrane Spiel wurde von einer Kritikerin des Badischen Tagblatts trefflich beschrieben: „Mit geschmeidiger Anschlagskunst, einem abgerundeten, aber nie zu fülligen Klavierklang hebt sich Aimard davon ebenso ab wie er sich der symphonischen Gemeinschaft einzufügen weiß – vor allem die Umspielungen des Seitenthemas im Kopfsatz des G-Dur-Konzerts erscheinen so als schimmerndes, glitzerndes Geflecht…Beethoven wird vom Sockel geholt, auf den ihn die einseitige Rezeption des 19. Jahrhunderts gestellt hatte. Übrig bleiben (im Es- Dur-Konzert) feurig beschwingte, messerscharfe Rhythmen, ein lebendiger Energiestrom von Klang“. Nicht minder begeistert zeigte sich die Pforzheimer Zeitung. Hier titelte man „Lebendige Organismen“: „Aimard spielte einen Beethoven ganz aus dem Geist der Wiener Klassik. Geist – das ist das zentrale Stichwort für seine Beethoven-Interpretation, denn sie folgt mit wachem Zugang und großer Übersicht allen Regungen und Bewegungen der musikalischen Form. Aimard und das einmal mehr grandios spielende Orchester machten aus den Partituren zu den beiden großen Beethoven-Klavierkonzerten lebendige Organismen voller unterschiedlicher motivischer Triebe und blühenden Wachstums.“ </p>
<p class="bodytext"><b>Rafal Blechacz verzückte das Festspielhaus-Publikum<br /></b>Zu einem&nbsp;weiteren Glanzpunkt der Herbstfestspiele avancierte in der Matinee am Samstag der Soloauftritt des jungen polnischen Pianisten und Chopin-Preisträgers Rafal Blechacz. Herzerfrischend, mit welch sympathischem Understatement dieser junge Mann auf das Podium des Festspielhauses trat, sich an den Flügel setzte und schon mit den ersten Tönen von Bachs Italienischem Konzert zu verzaubern wusste. Der Schützling von Klavierlegende Krystian Zimerman ist eine der größten Entdeckungen der letzten Zeit und stellte dies im Festspielhaus Baden-Baden einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Zart und perlend gelang dem Exklusivkünstler der Deutschen Grammophon Mozarts Klaviersonate KV 570, hervorragend ausbalanciert war seine klangliche Nuancierung in den Werken von Chopin. Die Überschrift der Rezension im Badischen Tagblatt lautete: „Chopin in natürlichem Fluss und klassischer Klarheit.“ Ein Auszug aus dieser Besprechung: „Blechacz’ Sensibilität, die bei Chopin soviel zarte Delikatesse erzeugen kann, begründet zugleich seine Wandlungsfähigkeit. In den frühen b-Moll-Variationen von Karol Szymanowski…zeigt er alle Facetten seiner geschliffenen, sehr ökonomisch eingesetzten Technik, die in halsbrecherischen Oktaven und Akkordketten durchaus auch einmal wild losstürmen kann.“&nbsp; </p>
<p class="bodytext"><b>Hille Perl um Mitternacht in der Spitalkirche<br /></b>Samstagnacht gab es dann ein außergewöhnliches Konzert mit Kerzenlicht in der Spitalkirche: Das Mitternachtskonzert mit der Gambistin Hille Perl, dem Lautenspieler Lee Santana sowie der Sopranistin Dorothee Mields setzte ganz besondere Glanzlichter im Programm der Herbstfestspiele. „Dorothee Mields Gesang hatte einfach Flügel. Mühelos führte sie die Zuhörer zusammen mit dem inspirierten Gambenton und dem feinen Lautenklang in die stille musikalische Welt, die immer zwischen Himmel und Hölle zu schweben schien…Die Atmosphäre in der kleinen Spitalkirche wurde immer dichter. Der Applaus nach den einzelnen Darbietungen immer intensiver. Kurz nach Mitternacht endete das Konzert der Herbstfestspiele.“ Mit diesen Worten fing eine Kritikerin des Badischen Tagblatts die nächtliche Stimmung dieses ungewöhnlichen Konzerts trefflich ein.<br />&nbsp;<br /><b>Zum Nachdenken: „Musik aus Theresienstadt“ mit Anne Sofie von Otter<br /></b>Die Sonntags-Matinee „Musik aus Theresienstadt“ mit Anne Sofie von Otter (Mezzosopran), Daniel Hope (Violine), Bengt Forsberg (Klavier) und Bebe Risenfors (Akkordeon, Gitarre und Kontrabass) beeindruckte das Festspielhaus Publikum in zweierlei Hinsicht: Zum einen überzeugten die vier Musiker durch eine stilistisch sichere Interpretation, zum anderen war es das Programm, welches an diesem Morgen im Festspielhaus für bleibende und nachhaltige Eindrücke sorgte. Es erklangen Werke von Komponisten wie Ilse Weber, Erwin Schulhoff und Pavel Haas, die durch die Nazis im Dritten Reich verfolgt und ermordet worden waren. So verließ man das Baden-Badener Festspielhaus an diesem Sonntagmorgen mit gemischten Gefühlen. Ilse Webers „Wiegala“ und die Zugabe „Ich weiß bestimmt, ich wird’ dich wiederseh’n“ von Adolf Strauss hallten den Besuchern auf dem Nachhauseweg noch lange in den Ohren nach und sorgten für eine nachdenkliche Vormittagsstimmung. So wurde auch im Badischen Tagblatt die Leistung der Interpreten wie die Programmzusammenstellung gleichermaßen gewürdigt: „Doch wenn die schwedische Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter sich einer Sache annimmt, geschieht dies stets mit so viel Klugheit, Herzenstakt und Geschmack, dass auch hier alle Bedenken sofort verfliegen. Mit ihren Mitstreitern, dem Pianisten Bengt Forsberg, dem Geiger Daniel Hope und Bebe Risenfors an Akkordeon, Gitarre und Kontrabass bietet sie ein stringent aufgebautes durch seine Authentizität berührendes Programm mit Musik, die im Getto Theresienstadt entstand und deren Schöpfer alle von den Nazis ins Gas geschickt wurden.“ In der Rezension der Badischen Neuesten Nachrichten wurde vor allem die hohe gestalterische Gabe von Anne Sofie von Otter hervorgehoben. So war hier zu lesen: „Richtigerweise trägt Anne Sofie von Otter diese Lieder ohne eine Spur bebender Betroffenheit vor. Wie anders auch ließe sich Ilse Webers fast sprichwörtlich gewordenes ‚Ich wandre durch Theresienstadt’ mit seiner quälenden Kinderliedmotorik ertragen. Von Otter singt die simplen Zeilen so entspannt und gelassen, als handle es sich um Schuberts ‚Schöne Müllerin’…“</p>
<p class="bodytext"><b>Die Herbstfestspiele 2009 – Fazit des Intendanten&nbsp; <br /></b>Mit ihrem ausgefallenen und mannigfaltigen Programm haben die Herbstfestspiele die Saison 2009/2010 des Festspielhaus Baden-Baden eindrucksvoll eröffnet. Insgesamt 8084 begeisterte Festspielhaus-Besucher konnten innerhalb der viertägigen Herbstfestspiele verzeichnet werden. So setzten die Herbstfestspiele des Festspielhaus Baden-Baden sowohl in Bezug auf ihre Programmauswahl als auch durch das überaus hohe künstlerische Niveau neue Maßstäbe.&nbsp;Und last but not least zog der Intendant des Festspielhaus Baden-Baden Andreas Mölich-Zebhauser sein Fazit&nbsp;der Herbstfestspiele 2009&nbsp;mit&nbsp;den Worten:&nbsp;&quot;Es waren kurze Herbstfestspiele, aber sehr intensive Erlebnisse. Für mich die Höhepunkte: Die ergreifende Liedermatinee &quot;Musik aus Theresienstadt&quot; mit Anne Sofie von Otter und Daniel Hope, der kristallklare Beethoven von Aimard und natürlich die moderne 'Dreigroschenoper' von Bob Wilson - perfekte Darsteller, satte Ironie aber immer mit einem Augenzwinkern.&quot;<br /></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>Aufmacher</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 06 Oct 2009 15:46:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
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